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Mittendrin statt nur dabei

Zu sehen ist ein Messestand der Buchmesse, an dem verschieden Menschen sitzen.
Auch bei einer Buchmesse braucht man ein starkes Marketing- und PR-Team.
Foto: WillmyCC

Messewirtschaft

Mittendrin statt nur dabei

Deutschland ist bei der Organisation und Veranstaltung von internationalen Messen weltweit die Nummer eins. Für die zahlreichen unterschiedlichen Mitarbeiter fallen dabei vielfältige Aufgaben an: von der Öffentlichkeitsarbeit bis hin zum Vertrieb. Ein spannendes Feld, zumal die Branche auf Wachstumskurs ist.

„Ich liebe den internationalen Aspekt der Buchbranche. Und auf der Buchmesse bekomme ich den idealen Überblick über alle Buchmärkte weltweit“, sagt Kathrin Grün. Die 38-Jährige ist bei der Frankfurter Buchmesse als PR-Managerin tätig – und ein absoluter Bücherfan: Während ihres Studiums der Literaturwissenschaft an der Universität Bonn und eines Auslandsaufenthalts in den USA absolvierte sie bereits verschiedene Praktika in Verlagen. Nach ihrem Magisterabschluss arbeitete sie dann unter anderem beim Börsenblatt des Deutschen Buchhandels als Assistentin der Chefredaktion, bis sie schließlich bei der Frankfurter Buchmesse als PR-Managerin einstieg.

Kathrin Grün trägt halblanges hellbraunes Haar. Sie trägt einen schwarzen Blazer und eine weiße Bluse. Sie lächelt.

Kathrin Grün

Foto: Anett Weirauch

International ausgerichtet ist nicht nur die Frankfurter Buchmesse, sondern sind auch Kathrin Grüns Marketing- und Kommunikationsaufgaben. So versorgt sie Journalisten aus aller Welt mit Informationen über die Fachthemen der Veranstaltung. „Ich koordiniere Kommunikationskampagnen, verfasse Pressemitteilungen, organisiere Pressekonferenzen und halte Kontakt zu Redaktionen.“ Dabei liest sie viele internationale Branchenmedien und verfasst etwa Artikel für die Publikationen der Messe.

Puls der Zeit schlägt auf Messen

Auch wenn die Buchmesse jeden Herbst nur fünf Tage lang dauert: Arbeit hat Kathrin Grün während des gesamten Jahres. „Im Vorfeld der Messe planen wir die Pressearbeit und -kampagnen, und wir haben ein ganzjähriges internationales Konferenzprogramm. Außerdem richtet die Frankfurter Buchmesse deutsche Gemeinschaftsstände auf rund 20 internationalen Buchmessen aus.“ An den Buchmesse-Tagen in Frankfurt sind die 38-Jährige und das Presseteam dann für die große Auftaktpressekonferenz zuständig. Die PR-Managerin Kathrin Grün organisiert Führungen, trifft Journalisten und schreibt für den täglichen Newsletter. „Jedes Jahr gibt es neue Trends, die sich auf der Messe spiegeln. Derzeit sind es zum Beispiel die Digitalisierung von Büchern oder die Entwicklung von multimedialen Inhalten für E-Books.“ Messen betrachtet die PR-Managerin dabei als „sehr spannende Orte, an denen sich die jeweilige Branche wie an einem Kristallisationspunkt an wenigen Tagen zusammenfindet. Vieles, was man auf Messen kennenlernt, kommt erst viel später auf den Markt. Man ist also immer am Puls der Zeit.“

Von der CeBIT bis zur „Grünen Woche“

Mit über 7.500 Ausstellern aus mehr als 110 Ländern ist die Frankfurter Buchmesse die größte Buch- und Medienmesse der Welt. Aber auch in anderen Branchen macht die deutsche Messelandschaft regelmäßig von sich reden – egal ob mit der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt, der IT-Messe CeBIT in Hannover oder der „Internationalen Grünen Woche“ in Berlin, einer Veranstaltung rund um Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Allein 2011 fanden laut dem Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. (AUMA) 308 Messen mit 214.000 Ausstellern und 15,4 Millionen Besuchern in Deutschland statt. 134 Ausstellungen hatten dabei internationalen und überregionalen Charakter. Der Umsatz der deutschen Messeveranstalter lag bei gut 2,8 Milliarden Euro. In den vergangenen beiden Jahren wurden laut AUMA zudem von deutschen Messegesellschaften 65 neue Messen im Ausland veranstaltet – mehr als ein Drittel davon von der Deutschen Messe AG in Hannover.

Die vermietete Gesamtfläche in Deutschland betrug im Jahr 2011 etwa 7,8 Millionen Quadratmeter – das entspricht der Größe von über 1.000 Fußballplätzen. Sowohl Aussteller- und Besucherzahlen als auch die Standflächen stiegen in den vergangenen Jahren an – und auch die Prognosen für die Zukunft sind positiv. Für 2012/2013 planen laut einer repräsentativen Befragung durch TNS Emnid im Auftrag des AUMA 30 Prozent der deutschen Unternehmen, ihren Messe-Etat zu erhöhen. 55 Prozent wollen immerhin genauso viel ausgeben wie im vergangenen Jahr.

„Die Messewirtschaft befindet sich im Wachstum“, meint auch Judith Wüllerich, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit. „Die zunehmende Internationalisierung vieler Absatzmärkte dürfte dazu beitragen, dass das Interesse der Unternehmen steigt, sich auf Messen zu informieren und zu präsentieren. Daher steigt auch die Nachfrage nach weiteren Mitarbeitern: 2011 wurden bei der Bundesagentur für Arbeit knapp 1.700 freie Stellen im Bereich Messe-, Ausstellungs- und Kongressveranstaltung gemeldet – sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor.“ Insgesamt zählte die Bundesagentur 2011 rund 27.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Branche, etwa vier Prozent mehr als 2010. Der Branchenverband AUMA spricht von 230.000 Arbeitsplätzen, die direkt oder indirekt durch die Organisation von Messen geschaffen werden. Dazu zählen auch temporäre Arbeitsverhältnisse, zum Beispiel aus dem Hotel- und Gaststättenbereich, Taxifahrer oder Hostessen beziehungsweise Hosts.

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abi>> 13.08.2012