Wer in der Photonik arbeitet, hat in puncto Licht den vollen Durchblick.
Foto: Sonja Trabandt
abi>>: Wie sehen Sie derzeit die Einstiegsmöglichkeiten für Hochschulabsolventen?
Dr. Tobias Weiler: Ingenieure sind, wie in vielen Branchen, auch bei uns gesucht. Aber der Bereich optische Technologien hat es noch schwerer, Nachwuchs zu finden, weil er bei den Absolventen nicht unbedingt im Fokus steht. Dabei bieten vor allem unsere Mittelständler innovative Produkte und die Chance, schnell Verantwortung zu übernehmen. Eine große Rolle spielt auch die Forschung und Entwicklung. Hinzu kommt bei einer Exportquote von rund 70 Prozent ein internationales Umfeld – also genau das, was viele Absolventen suchen. Als Zulieferer sind wir natürlich von den Entwicklungen der einzelnen Branche abhängig – die Wirtschaftskrise ist daher auch an uns nicht spurlos vorübergegangen.
abi>>: Welche Ingenieurfachrichtungen suchen Sie vor allem?
Dr. Tobias Weiler: Alle technischen Studiengänge sind uns willkommen. Wir haben am liebsten breit ausgebildete Ingenieure mit einem guten Grundwissen, denen wir in den Unternehmen das notwendige optische Fachwissen beibringen. An den meisten Hochschulen in Deutschland sind optische Technologien nach wie vor stark in den Studiengängen Physik, Elektrotechnik, Maschinenbau und Informationstechnik vertreten – doch die Zahl der spezialisierten Studiengänge rund um die Photonik wächst. Wer sich spezialisieren will, findet einige Master-Studiengänge in Optronik oder Photonik.
abi>>: Welche Qualifikationen, Fähigkeiten und Interessen sollten Absolventen mitbringen?
Dr. Tobias Weiler: Technisches Interesse, Experimentierfreude und Teamgeist sind wichtige Zutaten für eine erfolgreiche Karriere in den optischen Technologien. Verschiedene Studiengänge bieten optimale Voraussetzungen mit Vertiefungsrichtungen in optischen Technologien. Je nach Schwerpunkt stehen mikrooptische Systeme, optische Informations- und Kommunikationstechnik, Lasertechnologie oder Life Science im Vordergrund. Grundlegendes Wissen und technisches Know-how sind entscheidend für eine Anstellung. Manche Unternehmen schätzen sogar den Generalisten: Physiker oder Maschinenbauer, die ein breites, interdisziplinäres Wissen mitbringen, sind beliebte Bewerber bei den Photonik-Unternehmen.
abi>>: Wo liegen die Einsatzgebiete der Absolventen?
Dr. Tobias Weiler: Ein klar gezeichnetes Berufsbild gibt es in der Branche nicht. So facettenreich wie die Zuliefermärkte der Branche sind, gestalten sich auch die Arbeitsfelder. Die Physiker, Maschinenbau- oder Entwicklungsingenieure arbeiten hauptsächlich in den Entwicklungsabteilungen der Unternehmen, aber auch im Vertrieb. Im Bereich Forschung und Entwicklung kann eine Promotion von Vorteil für die Karriere sein. Fast alle Unternehmen bieten spezielle Einstiegspositionen und Traineeprogramme an, in denen die Einsteiger zunächst alle Bereiche kennenlernen können. Photonik-Firmen punkten mit einem kreativen Arbeitsumfeld in kleinen Teams mit hohem Karrierepotenzial. In Zukunft werden die Teams sicher auch immer internationaler werden, um Technologien für die Herausforderungen von morgen zu erforschen.
abi>>: Welche Trends gibt es in der Branche?
Dr. Tobias Weiler: Wir widmen uns allen globalen Themen, die die Welt beschäftigen: Energie, Klima, Umwelt, Medizintechnik, Gesundheit und Ernährung. Optische Technologien finden sich in Autos, Flugzeugen, Smartphones und in der Medizin. Überall kann die Branche punkten und Trends setzen. Seien es „sehende“ Nadelspitzen, LED-Straßenbeleuchtungen oder klimaneutrale Häuser – bei uns können Nachwuchskräfte die Welt verbessern. Die Photonik ist eine der großen Zukunftstechnologien, sie hat Forschung, Industrie und unseren Alltag revolutioniert.






