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Man steht nicht alleine da

Junger Mann führt ein Beratungsgespräch mit einer jungen Frau.
Wer mit Problemen in der Ausbildung konfrontiert ist, sollte in jedem Fall das Gespräch suchen und sich bei Fragen rund um einen Ausbildungsabbruch oder -wechsel beraten lassen.
Foto: Nicole Schwab

Probleme in der Ausbildung - Reportage

Man steht nicht alleine da

Wer in der Ausbildung mit Problemen zu kämpfen hat oder sogar seine Ausbildung abbrechen muss, weiß oft nicht, wie es weitergehen soll. Doch mit der richtigen Unterstützung findet sich der neue Weg in eine zweite Ausbildung oder ein Studium. Auch Carina Braun-Badea (23) hat den Neustart geschafft und wird nun zur Einzelhandelskauffrau ausgebildet.

Nach dem Abitur hat sich Carina Braun-Badea für eine Ausbildung zur Industriekauffrau entschieden. Bei einer größeren Verpackungsfirma bekam sie einen Ausbildungsplatz und konnte sogar ihrem Wunsch entsprechend in der Personalabteilung arbeiten. „Das erste halbe Jahr hat mir großen Spaß gemacht“, erzählt die Auszubildende. „Der Beruf hat zu mir gepasst und ich habe mich im Unternehmen wohlgefühlt.“

Zwischenmenschliche Probleme

Ein Porträtfoto von Carina Braun-Badea

Carina Braun-Badea

Foto: privat

Der Ärger begann, als eine neue Mitarbeiterin in der Personalabteilung eingestellt wurde. „Die neue Kollegin hatte ein Problem mit mir und hat mich das deutlich spüren lassen“, berichtet Carina Braun-Badea. „Das ging bis zum Mobbing.“ Die angehende Industriekauffrau wandte sich an ihren Ausbilder. „Ich durfte die Abteilung wechseln und war dann die nächsten Wochen in der Auftragserfassung tätig“, erzählt sie weiter.

Allerdings folgte bald ein Gespräch, in dem ihr die fristlose Kündigung mitgeteilt wurde. „Die Gründe für die Kündigung konnte ich nicht nachvollziehen“, sagt die Auszubildende.
Nach dem Gang zum Anwalt folgte ein Prozess, in dem Carina Braun-Badea um ihre weiteren Karrierechancen kämpfte. Am Ende erhielt sie einen Aufhebungsvertrag, ein gutes Zeugnis und eine Abfindung. Die zwischenmenschlichen Probleme wurden in der Verhandlung als tatsächlicher Kündigungsgrund genannt.

Schwieriger Neustart

„Ich wollte eigentlich in meinem Beruf weiter lernen“, schildert die 23-Jährige. „Deshalb habe ich auch das erste Lehrjahr in der Berufsschule abgeschlossen.“ Parallel suchte sie einen neuen Ausbildungsplatz: „Meine Lehrer an der Berufsschule haben sich für mich eingesetzt und versucht, über ihre Kontakte eine Firma zu finden, die mich einstellt. Es hatte allerdings niemand Kapazitäten frei.“ Um Geld zu verdienen, arbeitete sie erst Teilzeit, dann Vollzeit bei Aral.

„Während der Suche habe ich mich sehr viel beraten lassen. Ich war bei der IHK, die mit Firmen gesprochen hat. Außerdem hat eine Berufsberaterin der Agentur für Arbeit mit mir Alternativen besprochen. Das hat mir geholfen. Ich wusste, dass ich in jedem Fall erst mit einer Ausbildung Geld verdienen und nicht studieren möchte“, berichtet Carina Braun-Badea.

Die Suche nach einem Ausbildungsplatz dauerte zwei Jahre, bis sie von Aral, wo sie währenddessen gearbeitet hatte, das Angebot bekam, dort eine Ausbildung zu absolvieren. Einziger Haken: ein Berufswechsel. Statt Industriekauffrau würde Carina Braun-Badea nun zur Einzelhandelskauffrau ausgebildet. Sie nahm das Angebot an. „Meinem früheren Beruf trauere ich nicht hinterher“, sagt sie. „Ich wollte gerne weiterhin im kaufmännischen Bereich tätig sein. Darüber hinaus war es mir wichtig, dass ich in einem funktionierenden Team arbeite und einen Chef habe, der mich unterstützt.“

Verkürzte Ausbildung mit Aufstiegschancen

Dank ihrer Hochschulreife und ihrer ersten Ausbildung kann die angehende Einzelhandelskauffrau ihre Lehrzeit auf anderthalb Jahre verkürzen. „Ich würde schon gerne mehr im Büro arbeiten“, verrät sie. „Aber mit meiner jetzigen Ausbildung habe ich mehrere Aufstiegsmöglichkeiten. Ich möchte mich zur Betriebswirtin fortbilden und dank anderer Weiterbildungen kann ich später vielleicht auch bei Aral in der Personalabteilung arbeiten.“

abi>> 15.03.2018