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Handwerk ist uncool?

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Das Berufsfeld Handwerk hat oft mit Vorurteilen zu kämpfen. abi>> hat einige von ihnen überprüft.
Foto: Axel Jusseit

Abiturienten im Handwerk – Checkliste

Handwerk ist uncool?

Es gibt viele Vorurteile über die Arbeit als Handwerker. abi>> hat sie gesammelt und nachgefragt, ob sie wirklich stimmen. Dabei zeigt sich, dass viele Vorstellungen über das Handwerk veraltet sind.

Handwerk ist uncool

„Dieses Vorurteil hören wir in der Berufsberatung immer wieder“, erzählt Axel Rosenau von der Agentur für Arbeit Hannover. „Dabei stimmt das nicht: Im Handwerk kann man sehr kreativ arbeiten und seine Talente entfalten. Hier wird vielfach noch individuell gefertigt und keine Massenware hergestellt. Das Handwerk bietet Zugang zu vielen künstlerischen Berufen, wie Maskenbildner (über eine Friseurausbildung), Bühnenmaler oder Fotograf. Außerdem hat man beste Entwicklungschancen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden und zu qualifizieren. Wer hinterher noch studieren möchte, hat mit einer Handwerksausbildung schon praktische Erfahrung gesammelt.“

Handwerk ist perspektivlos

Keine Entwicklungschancen im Handwerk? „Im Gegenteil“, meint Axel Rosenau. „Die Handwerker suchen dringend qualifizierten Nachwuchs, der als Nachfolger den Betrieb übernehmen kann. Wer heute eine Lehre im Handwerk anfängt und sich mit einem Meistertitel, einem Studium oder einer anderen zusätzlichen Qualifikation empfiehlt, hat sehr gute Chancen, einmal selbst einen Betrieb zu übernehmen und zu führen.“

Handwerk ist schmutzig

Matschige Baustellen, Öl an den Händen oder dreckige Arbeitskleidung: Die Vorstellung vom Handwerker, der abends schmutzig von der Arbeit nach Hause kommt, ist immer noch verbreitet. „Viele Berufsbilder haben sich aber stark verändert“, meint der Teamleiter der Arbeitsagentur. „War der Schornsteinfeger früher der Experte fürs Kaminkehren mit schwarzem Anzug und Kugel, kommt er heute meist im Blaumann und mit zahlreichen Messgeräten ins Haus. Auch der Kfz-Mechatroniker ist nicht mehr der Kfz-Mechaniker von früher. Hier spielen Digitalisierung und Computer eine immer größere Rolle.“

Handwerk ist körperliche Schwerstarbeit

„Dass Handwerk nur aus körperlicher Arbeit besteht, ist so nicht richtig“, weiß Axel Rosenau. „Vielmehr sind je nach Berufssparte Kreativität, technisches Verständnis, Fingerspitzengefühl oder ein guter Umgang mit Menschen gefragt. Durch die Digitalisierung haben viele Berufsbilder zudem heute einen anderen Schwerpunkt als früher.“

Handwerk ist schlecht bezahlt

Harte Arbeit für wenig Geld? „Auch dieses Vorurteil ist nicht haltbar“, sagt der Berufsberater. „Den Handwerksbetrieben geht es in der derzeitigen konjunkturellen Lage sehr gut. Sie haben hohe Einnahmen und bezahlen in der Regel auch ihre Mitarbeiter vernünftig.“

abi>> 18.09.2017