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Motivation ist entscheidend

Mann trägt Kleber auf Bootsrumpf auf
Feingefühl und motorisches Geschick sind in der Handwerksbranche von elementarer Bedeutung. abi>> hat nachgefragt, was sich Personalverantwortliche darüber hinaus von ihren Bewerbern wünschen.
Foto: Thomas Schatz

Abiturienten im Handwerk – Personalerstatements

Motivation ist entscheidend

Worauf legen Unternehmen bei der Suche nach Auszubildenden im Handwerk Wert? Welche Vorteile kann ein Abiturient gegenüber anderen Bewerbern haben? abi>> hat drei Personalverantwortliche aus verschiedenen Branchen befragt.

Volker Grigo, Head of Vocational Training bei der thyssenkrupp Steel Europe AG

Ein Porträt-Foto von Volker Grigo

Volker Grigo

Foto: privat

In den Handwerksberufen bilden wir Mechatroniker für Kältetechnik, Tischler und seltener auch Fotografen aus. Bei der Einstellung haben Abiturienten die gleichen Chancen wie Bewerber mit einem mittleren Abschluss, da wir einen Einstellungstest für alle durchführen. Diejenigen, die uns danach am besten geeignet erscheinen, bekommen die Möglichkeit, ein Praktikum zu absolvieren und sich dabei für einen Ausbildungsplatz zu empfehlen. Noten spielen dabei eine eher untergeordnete Rolle. Wichtiger sind uns die handwerklichen Fähigkeiten und Eigenschaften wie Fleiß, Disziplin, die Bereitschaft zum Lernen, Teamfähigkeit und Toleranz. Außerdem sind das Interesse und die Motivation entscheidend. Für Abiturienten gibt es bei uns die Möglichkeit, die Ausbildung auf zwei Jahre zu verkürzen, ein duales Studium zu absolvieren oder sich mit beruflichen Weiterbildungen weiterzuqualifizieren.

Monika Lakosne-Horvath, Abteilungsleiterin Talentmanagement bei Apollo

Ein Porträt-Foto von Monika Lakosne-Horvath

Monika Lakosne-Horvath

Foto: privat

Im Bereich Handwerk bilden wir Augenoptiker aus. Im Einstellungsverfahren ist für uns das Wichtigste, dass sich die Bewerber für die Arbeit mit Kunden interessieren, offen und kommunikativ sind. Außerdem sollte man Feingefühl und handwerkliches Geschick mitbringen sowie Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathe, Physik und Biologie haben. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich Abiturienten in der Berufsschule gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern oft leichter tun, und deshalb sehr gute Leistungen erzielen können.

Wir bieten ein Abiturientenprogramm an, bei dem die Ausbildung von Anfang an auf zwei Jahre verkürzt werden kann. Bei Apollo können Abiturienten sehr schnell auf der Karriereleiter vorankommen. Wer das Abiturientenprogramm erfolgreich abschließt, kann sich direkt für unser Talentprogramm qualifizieren und die Weiterbildung zum Augenoptikmeister machen. Wer anschließend die Funktion der Filialleitung anstrebt, hat die Möglichkeit, ein einjähriges Traineeprogramm zu durchlaufen. So kann man theoretisch nach vier Jahren schon zur Führungskraft werden.

Uta Werner-Dick, Goldschmiede Werner in Augsburg

Ein Porträt-Foto von Uta Werner-Dick

Uta Werner-Dick

Foto: privat

Schönes werthaltig gestalten, das finden viele erstrebenswert. Der Beruf des Goldschmieds ist unter Abiturienten, die eine handwerkliche Ausbildung in Betracht ziehen, beliebt. Daher ist der Anteil der Abiturienten bei meinen Bewerbern auch entsprechend hoch.

Wer im Kunstunterricht mit Begeisterung dabei war, hat eine gute Ausgangsposition. Denn die erste und wichtigste Vorbedingung für den Beruf des Goldschmieds ist Talent. Dazu gehören Sinn für Proportionen, handwerkliches Geschick im Umgang mit Material und Werkzeug, Vorstellungskraft bei Entwurf und Zeichnung, Geduld und Präzision. Material- und Edelsteinkunde sowie Techniken und Verfahren erlernen Goldschmiede in der Ausbildung. In diesem Zusammenhang ist es für Abiturienten nicht von Nachteil, dass sie Kenntnisse in Mathe und Physik mitbringen.

Die beste Voraussetzung für einen erfolgreichen Berufsstart ist meiner Meinung nach immer noch der duale Weg: praktische Ausbildung im Betrieb und Theorie in der Schule. Dazu empfehle ich einige Erfahrungsjahre als Geselle, danach kann der Gold- und Silberschmied eine Weiterbildung ins Auge fassen, etwa die Meisterprüfung.

abi>> 19.09.2017