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Aufbruchstimmung liegt in der Luft

Flughafen Impressionen
Ein Flughafen hält spannende und vielfältige Tätigkeitsfelder für angehende Auszubildene bereit.
Foto: Frank Pieth

Ausbildung am Flughafen – Hintergrund

Aufbruchstimmung liegt in der Luft

Wer kennt das nicht: Kaum betritt man den Flughafen, schon packt einen das Fernweh. Jetzt schnell rein in den Flieger und raus in die weite Welt! Damit das reibungslos klappt, arbeiten Tausende Menschen fast rund um die Uhr – sieben Tage die Woche. Welche Berufe man hier erlernen kann und worauf es dabei ankommt, hat abi >> recherchiert.

„Jedes Mal, wenn ich zur Arbeit komme, fühle ich mich in meine Kindheit zurückversetzt. Ich erinnere mich daran, wie ich damals über die vielen fremdsprachigen Menschen gestaunt habe“, sagt Lukas Reddig. Der 21-Jährige absolviert zurzeit eine dreijährige, duale Ausbildung zum Luftverkehrskaufmann bei den Berliner Flughäfen. „Als Kind habe ich viel Zeit am Flughafen verbracht. Es war mein Traum, Pilot zu werden. Das hätte aber aus medizinischen Gründen nicht geklappt, deshalb habe ich mich nach Alternativen umgeschaut und bin auf den Luftverkehrskaufmann gestoßen“, sagt er.

Ein Porträt-Foto von Lukas Reddig

Lukas Reddig

Foto: privat

In seiner Ausbildung lernt er alles rund um die Abläufe am Flughafen, insbesondere, was den Ein- und Verkauf der Dienstleistungen seines Arbeitgebers, der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, betrifft. Dazu gehört es, die gesamte Infrastruktur und die Kapazitäten zu planen, die Kosten zu berechnen, die rechtlichen Zollbestimmungen im Auge zu behalten und etwa Start- und Landezeiten mit den Airlines zu verhandeln. Am liebsten kümmert sich Lukas Reddig aber um die operative Abfertigung des Flugverkehrs. „Ich mag es, im direkten Kontakt zu den Passagieren zu sein, also am Check-in, an der Info zu stehen, Tickets zu verkaufen, Ansagen zu machen oder im Terminal zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Diese Abwechslung gefällt mir am Beruf. Deshalb habe ich mich auch für die Ausbildung und nicht für das Studium ‚Luftverkehrsmanagement‘ entschieden, bei dem es viel mehr um rein administrative Aufgaben hinter den Kulissen geht“, erklärt er.

Nach zwei Wochen am Flughafen, etwa in der Administration oder am Terminal, drückt er immer für eine Woche die Schulbank an der Berufsschule. Neben Luftverkehrsrecht, Geographie, Rechnungswesen, Wirtschaftslehre sowie Sicherheits- und Einfuhrbestimmungen paukt er hier auch Deutsch, Englisch und Sport. „Man braucht in jedem Fall gute Leistungen in Mathe, Deutsch und Englisch. Das ist die Basis. Außerdem sollte man sich für die Luftfahrt interessieren.“

Heiß begehrte Jobs: Pilot und Fluglotse

Für die Luftfahrt begeistern können sich viele Jugendliche. „Vor allem die Ausbildungen zum Piloten oder zum Fluglotsen sind heiß begehrt“, sagt Stefanie Lua vom Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit in Düsseldorf, und merkt an: „Die Ausbildung zum Fluglotsen erfolgt durch die Deutsche Flugsicherung. Die Ausbildung zum Piloten wird zum größten Teil über private Flugschulen angeboten.“

Der Pilotenverband Vereinigung Cockpit schreibt dazu: „Der Arbeitsmarkt für Piloten in Europa ist gesättigt. Die großen Fluggesellschaften haben lange Wartelisten mit Jobaspiranten.“ Susanne Lindner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit ergänzt: „Für Piloten oder auch für Fluglotsen gibt es insgesamt nur sehr wenige Stellenangebote. 2016 waren es jahresdurchschnittlich jeweils rund zehn gemeldete Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit. Fluglotsen stellen mit knapp 5.000 Beschäftigten eher eine kleine Gruppe dar – ihre Zahl war zuletzt leicht rückläufig.“

Kaufmännische Luftfahrtberufe

Ein Porträt-Foto von Stefanie Lua

Stefanie Lua

Foto: privat

Aber auch andere Ausbildungsplätze, die für Abiturienten interessant sind, seien rar gesät und schnell besetzt. „Dazu gehören die Luftverkehrskaufleute und die Servicekaufleute im Luftverkehr. Die Ausbildungsplätze von Reiseverkehrskaufleuten, die es ja auch am Flughafen gibt, bleiben dagegen oft unbesetzt“, sagt Arbeitsvermittlerin Stefanie Lua. Und das obwohl sich die genannten drei Berufe sehr ähneln: Bei allen drei sind Organisationstalent, Sprachkenntnisse, Serviceorientierung und Kontaktfreude sehr wichtig.

Im Unterschied zu den Luftverkehrskaufleuten, arbeiten Servicekaufleute vor allem im operativen und nur selten im administrativen Bereich. Arbeitgeber sind neben den Flughafenbetreibern auch Airlines und Abfertigungsgesellschaften. Luftverkehrskaufleute werden zudem bei Speditionen und Reisebüros beschäftigt. Für beide käme nach der Ausbildung ein Studium im BWL-Bereich infrage, etwa Luftverkehrsmanagement oder Verkehrsbetriebswirtschaft; aber auch eine Weiterbildung zum Fachwirt – Güterverkehr und Logistik beziehungsweise Personenverkehr und Mobilität wäre möglich.

Möglichkeiten für Technikbegeisterte

Für technisch Interessierte mit einem Faible für die Luftfahrt bietet sich eine Ausbildung zum Fluggerätmechaniker oder Fluggerätelektroniker an. Auch diese Berufe werden unter anderem am Flughafen dual gelehrt. „Viele Abiturienten mit technischer Begabung und handwerklichem Geschick entscheiden sich aber für ein Ingenieursstudium, zum Beispiel Luft- und Raumfahrttechnik oder Verkehrswesen“, sagt Stefanie Lua. Auch für diejenigen, die eigentlich Pilot oder Fluglotse werden wollten, kann so ein Studium eine Alternative sein.

Susanne Lindner spricht grundsätzlich von guten Aussichten für alle, die eine Ausbildung am Flughafen absolviert haben. „Die Nachfrage nach Berufen rund um den Flughafen war in der Vergangenheit immer mal wieder Schwankungen unterworfen, zuletzt war sie für viele Berufe steigend. Insgesamt haben sich die Arbeitsmarktchancen von Berufen rund um den Flughafen in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Die Beschäftigung ist tendenziell steigend. Die Arbeitslosigkeit befindet sich auf einem niedrigen Niveau und war in vielen Berufen zuletzt rückläufig.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

AusbildungPlus

Informationsportal des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) rund ums duale Studium in Deutschland, inklusive Datenbank mit Studienangeboten und Kooperationsbetrieben.
www.ausbildungplus.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV)

Der Flughavenverband ADV ist der älteste zivile Luftfahrtverband in Deutschland. Unter ‚Service‘ findest du auch einen Link zu einer Stellenbörse mit Praktika, Ausbildungsplätzen und weiteren Jobs.
www.adv.aero

Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

Auf der Website gibt’s interessante Einblicke in aktuelle Themen der Branche.
www.bdl.aero

DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

Die DFS ist für die Flugverkehrskontrolle in Deutschland zuständig.
www.dfs.de

abi>> 10.07.2017

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