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Im Auftrag der Wissenschaft

Mikroskop
Bei der Arbeit müssen naturwissenschaftliche Assistenten sensible technische Geräte beherrschen.
Foto: Martin Rehm

Naturwissenschaftliche Assistentenberufe

Im Auftrag der Wissenschaft

Analysieren, mikroskopieren, präparieren – das Arbeiten im Labor ist abwechslungsreich, erfordert Sorgfalt und bietet immer wieder neue Herausforderungen. Fuß fassen kann man mit einer schulischen Ausbildung in einem der vielen naturwissenschaftlichen Assistenzberufe.

„T echnik und Physik haben mich schon immer interessiert“, bringt es Benedikt Weiß auf den Punkt. Das sind bereits gute Voraussetzungen für die zweijährige schulische Ausbildung zum physikalisch-technischen Assistenten, die der 19-Jährige vor Kurzem an der Kerschensteinerschule in Stuttgart abgeschlossen hat. „Für eine Tätigkeit im Labor muss man gerne tüfteln und handwerklich geschickt sein, zum Beispiel wenn es darum geht, physikalisch-technische Messungen durchzuführen. Auch eine gewisse Affinität zum Arbeiten am Computer mit spezieller Labor-Software ist von Vorteil“, erläutert Benedikt Weiß.

Praktischer Unterricht, vor allem der richtige Umgang mit modernen Geräten, nimmt einen großen Stellenwert ein. Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Physik, Elektrotechnik, Elektronik, Mathematik und Informatik. Angehende physikalisch-technische Assistenten erwerben so das nötige Rüstzeug, um zum Beispiel an wissenschaftlichen Instituten oder in einem Unternehmen, das Geräte oder Software für physikalische Messtechnik entwickelt und baut, zu arbeiten. Direkt ins Berufsleben einsteigen will der 19-Jährige allerdings noch nicht: „Sobald ich mein Zeugnis in der Hand halte, möchte ich mich für einen Studienplatz für Ingenieurwissenschaften bewerben.“

Vielseitige Tätigkeitsfelder

Die meisten naturwissenschaftlichen Assistenten arbeiten im Gesundheitswesen, in Pharmaunternehmen und Apotheken, in der chemischen Industrie oder an naturwissenschaftlichen und medizinischen Instituten. Für den Beruf braucht es eine große Portion Forschergeist, da die Hauptaufgabe eines Assistenten in der Regel darin besteht, verschiedene Materialien und Stoffe zu untersuchen. Bei der Arbeit, die auch die Beherrschung sensibler technischer Geräte einschließt, muss unter Einhaltung strenger Sicherheits- und Hygienestandards äußerst präzise vorgegangen werden. Wer sich damit identifizieren kann, muss sich nur noch für einen naturwissenschaftlichen Bereich entscheiden. Zur Wahl stehen unter anderem der lebensmitteltechnische, chemisch-technische, pharmazeutisch-technische, biologisch-technische und umweltschutztechnische Assistent oder der medizinisch-technische Radiologieassistent.

Schulische Ausbildung mit Praxisbezug

Die Ausbildungen dauern im Allgemeinen zwischen einem und drei Jahren und werden an Berufsfachschulen absolviert. An privaten Einrichtungen fällt in der Regel Schulgeld an. Auszubildende haben die Möglichkeit, staatliche Unterstützungsangebote wie BAföG zu beantragen. Ein Betriebspraktikum über mehrere Wochen oder Monate während oder nach der Ausbildung ist meist Pflicht. Der Unterricht gliedert sich in Theoriephasen und praktische Übungen. „Für diejenigen, für die kein Studium infrage kommt oder die keinen Platz für eine betriebliche Ausbildung etwa zum Biologielaboranten finden, ist die Ausbildung zum biologisch-technischen Assistenten durchaus eine gute Alternative“, weiß Berufsberaterin Ursula Ebbing von der Agentur für Arbeit in Lübeck. Auch überbrücken viele Abiturienten die Wartezeit auf einen zulassungsbeschränkten Studiengang – wie etwa Pharmazie – mit einer Ausbildung zum pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA).

Gute (Aufstiegs-)Chancen

„Die Aussichten auf einen Job und der Berufserfolg sind für Assistenten derzeit ebenso gut wie für dual ausgebildete Fachkräfte. Da diese jedoch in direkter Konkurrenz zueinander stehen, spielt die Fachkräftesituation in der jeweiligen Branche und der Aspekt, ob Unternehmen selbst ausbilden, eine große Rolle“, erläutert Magret Reymers vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Auch die Fort- und Weiterbildungsalternativen sind gut. Zahlreiche Angebote ermöglichen es, sich beruflich weiterzuentwickeln und verantwortungsvollere Aufgaben zu übernehmen: So kann zum Beispiel ein chemisch-technischer Assistent den Techniker in Chemietechnik oder ein PTA den Industriemeister in Pharmazie anschließen oder sich auf dem Gebiet der Dermopharmazie oder Ernährung spezialisieren. Wer sich beispielsweise weiterqualifizieren und spezialisieren möchte oder eine Führungsposition im Blick hat, kann sich, wie Benedikt Weiß, nach der Ausbildung doch noch für ein Studium entscheiden.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Das Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Ausbildungen suchen.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Bundesverband Pharmazeutisch-technischer Assistenten (BVpta) e.V.

www.bvpta.de

Informationen zur Ausbildung, Prüfungsvorbereitung und dem Berufsbild des Pharmazeutisch-technischen Assistenten

www.pharmazeutisch-technischer-assistent.de

Verband Deutscher Chemotechniker und Chemisch-technischer Assistenten (VDC) e.V.

www.vdc-cta.de

Verband Biologisch-technischer Assistenten (VBTA) e.V.

www.vbta.de

Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland

www.vbio.de

abi>> 14.09.2015