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Im Bauhandwerk tut sich was

Rohbau eines Wohnhauses
Immer mehr Abiturienten treibt es auf Baustellen. Die Zahl der Azubis mit Hochschulzulassung in bauhandwerklichen Berufen steigt.
Foto: Martin Rehm

Ausbildung in Holz- und Hausbau – Interview

Im Bauhandwerk tut sich was

Mit dem Abi auf die Baustelle? Das passt doch nicht! Doch das passt, sagt Volker Born vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Das Bauhandwerk bietet spannende Perspektiven, zum Beispiel viele Möglichkeiten, sich zu spezialisieren und sich weiter zu qualifizieren, erklärt er abi» im Interview.

abi» Treibt es viele Abiturienten auf die Baustelle?

Volker Born: Die Zahl der Abiturienten in bauhandwerklichen Berufen steigt. Vor wenigen Jahren hatten die Abiturienten im Handwerk einen Anteil von sechs Prozent, 2018 waren es bereits 13 Prozent – das ist eine enorme Zunahme in kürzester Zeit. Und sicher liegt das auch an den attraktiven Programmen wie einer möglichen Ausbildungszeitverkürzung für Abiturienten und weiterführenden Karrierewegen.

abi» Warum sollte man sich als Abiturient überhaupt für ein Bauhandwerk interessieren?

Ein Porträt-Foto von Dr. Volker Born

Dr. Volker Born

Foto: ZDH

Volker Born: In den nächsten Jahren suchen zum Beispiel 200.000 Handwerksbetriebe einen Nachfolger. Das ist eine große Chance für Abiturienten. Generell werden für Aufgaben der betrieblichen Führung Leute mit Köpfchen gebraucht. Abiturienten können Polier oder Meister werden, und natürlich können Handwerksberufe mit einem anschließenden speziellen Studium ergänzt werden. Zudem gibt es auch duale oder sogar triale Studiengänge, die eine Gesellenprüfung, eine Meisterprüfung und einen Bachelor einschließen. All das ist für Abiturienten hochinteressant.

abi» Trotzdem ist es schwere, körperliche Arbeit, die dort auf einen wartet, oder?

Volker Born: Der Baubereich bietet eine spannende Arbeitswelt, die sich im Wandel befindet. Viele Berufe haben sich bereits massiv verändert, besonders wenn es um körperliche Arbeit geht, da werden zunehmend unterstützende Maschinen eingesetzt. Auch werden im Bau zunehmend elektronische Instrumente wie digitale Baupläne eingesetzt. Heutzutage müssen Sie mit Software wie Building Information Modeling (BIM) umgehen können, so dass Mitarbeiter mit einem iPad auf einer Baustelle stehen und sich die Baupläne in 3-D ansehen können. Oder Kunden können unter Einsatz einer 3-D-Brille vor Ort Anpassungswünsche äußern. Da tut sich einiges.

abi» Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Zukunft des Bauhandwerks?

Volker Born: Eine Konjunkturdelle müssen wir bestimmt nicht erwarten: Erstens fehlt es an Wohnraum und zudem haben wir ein niedriges Zinsniveau. Und zweitens hat die Bundesregierung hohe Klimaziele, die unter anderem über energetische Gebäudesanierung erreicht werden können. Wir haben einen hohen Bestand an Altgebäuden, die modernisiert werden müssen. Also alles in allem: gute Aussichten!

abi>> 27.05.2019

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