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Für andere ein Zuhause schaffen

Bild von einem Rohbau von innen
Etwas mit den eigenen Händen erschaffen, Treppen schreinern, einen Dachstuhl zimmern, Licht in ein Haus bringen, sehen wie ein Zuhause entsteht, das ist etwas, das auch viele Abiturienten reizt.
Foto: Julien Fertl

Ausbildungen im Holz- und Hausbau

Für andere ein Zuhause schaffen

In Deutschland wird gebaut wie nie. Vor allem in den Städten hält der Bauboom an. Bauhandwerker sind demnach sehr gefragt. Ein Berufsfeld, das sich auch für Abiturienten anbietet. Genau das Richtige für alle, die etwas von Dauer erschaffen möchten, praktisch und kreativ sein wollen, gerne anpacken und Wert auf präzises Arbeiten legen.

Mir gefällt es sehr, dass ich am Abend sehen kann, was ich am Tage gemacht habe“, erzählt Sebastian Walter. Der 25-Jährige ist im ersten Jahr seiner Ausbildung zum Tischler. Diese absolviert er bei der Möbelwerkstätte Heck im badischen Gaggenau. Der Betrieb schreinert nicht nur Möbel, sondern realisiert auch den kompletten Innenausbau für Privathäuser und Wohnungen, Arztpraxen und Büros. Dazu gehört auch die Anfertigung von maßgefertigten Türen und Fenstern. „In jedem Fall ist die Arbeit sehr abwechslungsreich“, findet der Auszubildende.

Nach dem Abitur hatte der angehende Tischler zunächst ein Freiwilliges Ökologisches Jahr gemacht und angefangen Waldwirtschaft und Umwelt zu studieren. Er entschied sich dann aber doch lieber etwas Praktisches zu machen und bewarb sich für eine Ausbildung zum Tischler. „Weil ich schon immer sehr naturverbunden war, wollte ich Teil der Holzwirtschaftskette bleiben.“ Und das ist er, täglich, schon in der Ausbildung.

Etwas mit eigenen Händen schaffen

Ein Porträt-Foto von Sebastian Walter

Sebastian Walter

Foto: Kerstin Klöpfer

Er geht entweder den Kollegen in der Werkstatt zur Hand oder hilft auf der Baustelle: „Selbständig arbeiten darf ich noch nicht, weil ich noch keinen Maschinenkurs hatte. Aber indem ich helfe, kann ich viel lernen“, erzählt Sebastian Walter. In der berufsschuleigenen Werkstatt macht er Sägeübungen, Oberflächenbehandlungen und stellt Holzverbindungen her. Dabei sind zur Übung bereits unter anderem ein Tablett, ein Hocker, eine Hutablage und ein Buchständer entstanden. „Das Schöne ist, dass wir die Sachen mitnehmen dürfen. Bisher habe ich allerdings alles verschenkt, weil ich meine Fehler zu sehr sehe. Aber vielleicht bin ich da auch etwas zu selbstkritisch.“

Etwas mit den eigenen Händen erschaffen, Treppen schreinern, einen Dachstuhl zimmern, Licht in ein Haus bringen, sehen wie ein Zuhause entsteht, das ist etwas, das auch viele Abiturienten reizt, sagt Lars Rüdiger Busse, Berater für akademische Berufe der Agentur für Arbeit in Berlin. „Der Holz- und Hausbau bietet spannende Berufe, in denen man im Team arbeitet. Es ist eine tolle Erfahrung zu erleben, wie etwas Gestalt annimmt, wenn man abends kaputt aber mit einem guten Gefühl nach Hause geht. Sobald Abiturienten irgendeine Affinität zu einem solchen Beruf haben, versuche ich, sie zu begeistern, tatsächlich in diese Richtung zu gehen.“

Nach der Schule die Zukunft praktisch mitgestalten

Ein Porträt-Foto von Lars Rüdiger Busse

Lars Rüdiger Busse

Foto: privat

Allen, die sich nicht ganz sicher sind, empfiehlt Lars Rüdiger Busse im Vorfeld ein Praktikum. „Es kann richtig Spaß machen, mit Kollegen und Kolleginnen einen Dachstuhl zu bauen, als Tischler Holz zu bearbeiten oder neueste 3-D-Techniken anzuwenden. Da entsteht ein richtiges Glücksgefühl“, schwärmt der Berufsberater, der von Haus aus Architekt ist. „Der ganze Baubereich ist zukunftweisend, in Bezug auf das Klima, Umweltschutz oder wie Menschen überhaupt zusammenleben wollen“, sagt er. „Man beschäftigt sich etwa mit der Frage, mit welchen nachwachsenden Materialien man noch arbeiten kann? Da gibt es ganz moderne und konkrete Ansätze.“

Mehrere Karrierewege für Abiturienten

Neben dem Beruf des Tischlers und anderen Handwerksberufen wie Stuckateur bzw. Ausbaumanager, Zimmerer oder Elektroniker empfiehlt er Abiturienten auch den Beruf des Bauzeichners, des Vermessungstechnikers und des Baustoffprüfers auf dem Schirm zu behalten. Alles Berufe, die auch für junge Frauen mit Abitur attraktiv sind.

Abiturienten können ihre Ausbildungszeit unter bestimmten Bedingungen verkürzen und gleichzeitig eine Zusatzqualifikation zum Management-Assistenten, zum Betriebsassistenten im Handwerk oder Europaassistenten im Handwerk erwerben. Mit einem Gesellenbrief in der Tasche stehen zudem viele Wege offen: zusätzlich eine Techniker- oder die Meisterprüfung ablegen oder studieren: „Wer sich selbstständig machen möchte, der lernt so Unternehmensführung, Arbeitspädagogik, Mitarbeiterführung“, so Lars Rüdiger Busse. „Wenn man beispielsweise als Dachdecker anfängt, kann man später eine große Firma haben.“

Ausbildung mit Zukunft

Wer seine Ausbildung von Anfang an mit einem Studium verbinden möchte, weil er später Führungsaufgaben übernehmen möchte, für den gibt es duale oder sogar triale Studiengänge. Am Ende haben Absolventen einen Bachelor, den Gesellenbrief und im Fall des trialen Studiums sogar den Meister in der Tasche. Aber immer gilt: Wer sich in der Praxis auskennt, hat später einen immensen Vorteil auf der Baustelle. Nicht nur was den Umgang mit dem Material betrifft, sondern auch in der Kommunikation mit den Mitarbeitern und Kunden.

Wünsche abfragen, sich im Team absprechen und Abläufe effizient gestalten – solche Aufgaben sind wichtig, denn im Holz- und Hausbau gibt es derzeit viel zu tun. Das Handwerk ist gefragt wie nie. „Momentan können sich die Handwerker ihre Aufträge aussuchen und das wird sicher kurz- und mittelfristig so bleiben“, sagt der Berufsberater. Und Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit, ergänzt: „Der Arbeitsmarkt für Beschäftigte im Holz-Baugewerbe ist eng mit der Entwicklung der Baubranche verknüpft. Angesichts niedriger Zinssätze und eines anhaltenden Wachstums im Wohnungsbau stellt sich die wirtschaftliche Situation gut dar. So nimmt auch die Erwerbstätigkeit kontinuierlich zu und die große Nachfrage im Baugewerbe führt in einigen Bereichen sogar zu Fachkräfteengpässen. Dabei sind insbesondere Zimmereifachkräfte, Bauingenieure oder auch Meister bzw. Aufsichtskräfte im Bau- und Ausbaugewerbe gesucht.“

Auch die Perspektiven im Ausland seien gut, merkt Lars Rüdiger Busse an. „Alle wissen: wer einen deutschen Facharbeiterbrief hat, der kann was.“ Also alles in allem guten Aussichten für Azubi Sebastian Walter. Nach der Ausbildung will er sich in jedem Fall weiterbilden: „Entweder mache ich meinen Meister oder ich orientiere mich doch noch mit einem Studium in Richtung Forstbetrieb“, sagt er.

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Die Berufsfeld-Information der Bundesagentur für Arbeit. Der Wegweiser mit über 1.500 Reportagen unter anderem zu Aus- und Weiterbildung (Suchwort: Hausbau)
www.berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Beschreibungen in Text und Bild (Suchwort: z.B. Gebäude).
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe

BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit mit mehr als 300 Filmen über Ausbildungs- und Studienberufe.
www.berufe.tv

KURSNET

Das Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.
https://kursnet-finden.arbeitsagentur.de

JÖBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Bundesinsitut für Berufsbildung (BIBB)

www.bibb.de

Zentralverband des Deutschen Handwerks

www.zdh.de

Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade

www.ausbau-manager.de

Studiengang Bachelor Holzbau-Projektmanagement / Bauingenieurwesen der Hochschule Biberach

www.hochschule-biberach.de/web/projektmanagement/biberacher-model-holzbau/projektmanagement

Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

www.holzbau-deutschland.de

abi>> 27.05.2019

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