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„Zukünftig stehen Pflegefachleuten alle Wege offen“

Junger Mann sitzt mit einer älteren Dame, die im Rollstuhl sitzt, an einem Tisch und führt ein Gespräch.
Die Pflegeausbildung wird zeitnah eine Reform erfahren und ab 2020 als Grundausbildung angeboten werden.
Foto: Julien Fertl

Ausbildungsberufe im Krankenhaus – Interview

„Zukünftig stehen Pflegefachleuten alle Wege offen“

Ab 2020 wird es in Deutschland eine gebündelte Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau geben. Im Interview mit abi» erklärt Christine Vogler, Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerates, was dahinter steckt.

abi»: Die Pflegeausbildung soll reformiert werden. Was genau ist da geplant?

Christine Vogler: Wir haben derzeit in Deutschland drei pflegerische Berufe: Altenpfleger/in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in sowie Gesundheits- und Krankenpfleger/in. Das ist einmalig auf der Welt. Überall sonst richten sich die Pflegeberufe nicht nach der Altersgruppe der Pflegebedürftigen. Das ist ja auch sinnvoll, denn im Krankenhaus gibt es auch alte Menschen, und in einem Pflegeheim können zum Beispiel auch behinderte Kinder oder Jugendliche leben. Daher soll es ab 2020 bei uns ebenfalls eine gemeinsame Grundausbildung zur Pflege geben. Anschließend spezialisieren sich die Pflegekräfte. Mit dieser Ausbildungsreform bietet Deutschland eine europafähige Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann. an.

abi»: Wo liegt dann der Unterschied zu den bisherigen Ausbildungen?

Ein Porträt-Foto von Christine Vogler

Christine Vogler

Foto: privat

Christine Vogler: Bisher werden angehende Altenpfleger fast ausschließlich in Altenheimen eingesetzt, angehende Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger nur in Krankenhäusern. In Zukunft werden die Auszubildenden des neuen Berufes Pflegefachmann bzw. Pflegefachfrau alle Arbeitsbereiche, in denen Menschen zu pflegen sind, kennenlernen – sowohl die Krankenhäuser als auch die ambulante Versorgung und die Pflegeheime. Nach drei Jahren oder auch schon im letzten Jahr der Ausbildung kann man seine Kenntnisse in einem der Bereiche vertiefen, wenn man möchte. Nach der Ausbildung kann man sich dann mit Hilfe von Fortbildungen weiter qualifizieren, zum Beispiel für die Arbeit mit Demenzkranken oder die Pflege bei Schmerzbekämpfung oder Krebs. Außerdem wird es demnächst ein Studienfach Pflege geben.

abi»: Und wo findet die Ausbildung künftig statt?

Christine Vogler: Man ist zwar in einem Betrieb, etwa einem Krankenhaus oder einem Pflegeheim, angestellt, aber man wechselt die Einrichtungen. Um die Einsätze kümmert sich der Ausbildungsträger. Auszubildende werden demnächst also während ihrer Ausbildung unterwegs sein, um alle künftigen Einsatzbereiche kennenzulernen.

abi»: Was ist der Vorteil dieser Umstrukturierung?

Christine Vogler: Die Pflegefachleute sind flexibler einsetzbar, ihnen stehen alle Wege innerhalb der Pflege offen. Außerdem werden die Löhne angepasst: Bisher werden Altenpflegekräfte oft schlechter bezahlt als Gesundheits- und Krankenpfleger, obwohl sie fast die gleichen Aufgaben haben. Durch die Vereinheitlichung der Löhne wird das Berufsbild in der Pflege attraktiver werden.

abi>> 31.12.2018

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