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Die Kunst, mit Emotionen zu verkaufen

Auf einem Schaufenster steht in großen Buchstaben "Sale".
Ob Schaufensterreklame oder Spots im TV: Werbemaßnahmen verfolgen den Zweck, potenzielle Kunden anzusprechen.
Foto: Elizaveta Shlosberg

Ausbildungsberufe in der Werbung

Die Kunst, mit Emotionen zu verkaufen

Von viralen Guerilla-Aktionen im Internet bis hin zum erfolgreichen TV-Spot – Werbung begegnet uns immer und überall. Kein Wunder, dass die schillernde Welt zwischen grenzenloser Kreativität und wirtschaftlichem Erfolg auch Abiturienten anspricht.

Art Director, Brand Manager, Berater, Kontakter oder Senior Texter – so nennen sich Werber, die den Anspruch haben, jedes Produkt in ein Objekt der Begierde zu verwandeln. Obwohl es sich bei diesen Jobtiteln nicht um geschützte Berufsbezeichnungen handelt, basieren doch viele auf dualen Ausbildungen.

Ein Porträt-Foto von Laura Kaikowsky

Laura Kaikowsky

Foto: Pascal Rößler

Laura Kaikowsky ist beispielsweise angehende Kauffrau für Marketingkommunikation. „Ich bin die Schnittstelle zwischen Kreativabteilung und Kunde“, sagt die 24-Jährige, die im Juli 2015 ihre Ausbildung in der Werbeagentur DDB am Standort Hamburg begonnen hat. Die Ausbildung bei der großen, international agierenden Werbeagentur umfasst zwei Jahre. „Ich mag es, ins kalte Wasser geschmissen zu werden“, betont sie. So bereitet sie unter anderem Briefings von Kunden auf, damit die Texter und Gestalter wissen, was der Kunde sich vorstellt. „Im Anschluss überprüfe ich, ob die Kollegen das Gewünschte umgesetzt haben, erstelle Projekt- und Zeitpläne und behalte dabei auch immer das Budget im Blick“, ergänzt sie.

Von der kleinen Idee zum großen Projekt

„Zu erleben, wie aus einer kleinen Idee etwas Großartiges werden kann, habe ich mir immer schon sehr spannend und abwechslungsreich vorgestellt“, erzählt Laura Kaikowsky. Und das hat sich bewahrheitet. Jeder Arbeitstag ist anders. „Dass ich so viel am PC sitze, habe ich allerdings nicht gedacht. Oft ist es auch sehr stressig“, räumt sie ein. Deshalb hält sie es für wichtig, strukturiert zu arbeiten und Prioritäten zu setzen. Darüber hinaus braucht es auch Offenheit und Teamfähigkeit, findet sie.

Schnelle Auffassungsgabe und Organisationsgeschick

Ein Porträt-Foto von Lara Dengler

Lara Dengler

Foto: Privat

Aber nicht nur in Agenturen, sondern auch auf Seite der Kunden finden Kaufleute für Marketingkommunikation Beschäftigungsmöglichkeiten. Lara Dengler absolviert ihre Ausbildung in der Marketingabteilung bei Loyalty Partner in München, Anbieter der Kundenkarte PAYBACK. „Manchmal beauftragen wir externe Agenturen für Werbemaßnahmen. Ich lege dar, was wir benötigen, gebe Feedback und verfolge, ob die Werbemaßnahme erfolgreich war“, sagt die 24-Jährige. Außerdem dokumentiert sie unter anderem Klickraten versendeter E-Mail-Newsletter und präsentiert die aufbereiteten Ergebnisse ihren Vorgesetzten.

Wie Laura Kaikowsky findet auch Lara Dengler Struktur entscheidend. „Gerne und offen auf Menschen und neue Aufgaben zugehen, das ist ebenso wichtig wie eine rasche Auffassungsgabe und Organisationsgeschick“, meint sie.

Beliebte Berufe bei Abiturienten

Dass beide angehende Kauffrauen für Marketingkommunikation Abitur haben, ist kein Zufall. „Der Ausbildungsberuf ist ziemlich beliebt bei Abiturienten“, erklärt Angelika Wedel, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Nürnberg. 83 Prozent der Azubis in diesem Beruf haben Hochschulreife. „Die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, sind regional unterschiedlich. Ein Beispiel: Im Jahr 2014 wurden in Nürnberg 12 Ausbildungsplätze angeboten, in München 126. Dennoch gab es in München weitaus mehr Bewerber auf eine Stelle als in Nürnberg“, erläutert die Beraterin. Die Personaler des DDB Hamburg empfehlen eine frühzeitige Bewerbung – im Idealfall sechs Monate vor Ausbildungsbeginn. Außerdem: je kreativer die Bewerbung, desto besser. So zeigt man nicht nur Gespür für die Branche, sondern sticht aus einer Vielzahl von Bewerbungen heraus.

Entspannter sieht die Bewerbersituation bei Kaufleuten für Dialogmarketing aus. „Neben der Planung, Berechnung und Organisation von Direkt- und Telemarketingmaßnahmen bearbeiten sie Anfragen, Aufträge oder Reklamationen und unterstützen bei Vertragsabschlüssen“, schildert die Beraterin. Ebenfalls gern gesehen sind Abiturienten im Bereich „Design und Technik“. „Hier steht die Umsetzung von gestalterischen Konzepten im Mittelpunkt“, erläutert Angelika Wedel. Hierzu zählt die Ausbildung zum Mediengestalter in verschiedenen Fachrichtungen sowie die Ausbildung zum Gestalter für visuelles Marketing. „Räumliches Vorstellungsvermögen sowie Gespür für Ästhetik sind in all diesen Berufen wichtig“, führt die Berufsberaterin aus.

Auf das Berufsziel Werbetexter bereitet hingegen keine duale Ausbildung vor. Viele Quereinsteiger finden in den Beruf, beispielsweise Journalisten oder Germanisten. Dagegen führen mehrere duale Ausbildungsberufe ins Tätigkeitsfeld „Recherche, Beschaffung und Dokumentation“: Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung sowie Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste arbeiten den kreativen Teams in Form von Marktstudien oder Archivrecherchen in der Konzeptionsphase zu oder übernehmen die Auswertung von Kampagnen-Ergebnissen.

Die Konkurrenz ist groß

„Für die meisten genannten Ausbildungen gibt es mehr Bewerber als Stellen“, merkt Angelika Wedel an. „Auch wenn sich der Arbeitsmarkt für Werbung und Mediengestaltung im Wachstum befindet, ist die Konkurrenz groß“, bestätigt auch Ralf Beckmann vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. „Ein hohes Maß an Engagement, Durchhaltevermögen und Eigeninitiative ist daher für einen erfolgreichen Berufseinstieg notwendig.“

Rund 257.000 Personen waren 2015 laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit in Werbung und Marketing sozialversicherungspflichtig beschäftigt (ohne Dialogmarketing in Call-Centern). In der Technischen Mediengestaltung waren 108.000 Personen tätig. „Binnen Jahresfrist ist die Beschäftigung um sechs beziehungsweise acht Prozent gewachsen“, ergänzt der Arbeitsmarktexperte. Demgegenüber waren 25.000 Personen, die eine Tätigkeit in Werbung oder Mediengestaltung anstrebten, 2015 arbeitslos gemeldet. „Das waren drei Prozent weniger als 2014. Die Zahl der gemeldeten Stellen zeigt sich mit gut 3.000 leicht steigend. Sie fällt aber gleichzeitig gering aus im Vergleich zur Arbeitslosenzahl“, analysiert Ralf Beckmann.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: „Werbung“).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

Kursnet

Das Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit (Suchwort: „Werbung“).
www.kursnet.arbeitsagentur.de

Jobbörse

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Informationen über duale Ausbildungsberufe in der Werbung gibt es auch auf den Seiten des Bundesinstituts für Berufsbildung.
www.bibb.de

Gesamtverband der Kommunikationsagenturen e.V. (GWA)

Der GWA bietet spezielle Internetseiten mit Informationen für Berufseinsteiger sowie eine Jobbörse, über die man auch freie Ausbildungsplätze finden kann.
www.kommunikarriere.de
www.werbeagenturjobs.de

Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V. (ZAW)

Hier findest du Branchendaten und Informationen zum Arbeitsmarkt der deutschen Werbewirtschaft.
www.zaw.de

abi>> 04.04.2016

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