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„Neugier auf alles, was Menschen bewegt“

Bildschirmfoto von Facebook
Auch die Werbebranche wird von der Digitalisierung beeinflusst.
Foto: Martin Rehm

Interview

„Neugier auf alles, was Menschen bewegt“

Welche Trends zeichnen sich aktuell in der Werbebranche ab und welche Berufsaussichten haben Abiturienten? abi>> hat Maik Luckow vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW e.V. befragt.

abi>> Herr Luckow, wie sieht der Alltag in der Werbebranche aus?

Ein Porträt-Foto von Maik Luckow

Maik Luckow

Foto: Privat

Maik Luckow: Die Werbewirtschaft ist so vielfältig, dass man nicht von einem Alltag sprechen kann. Die Branche umfasst Kommunikations- und Mediaagenturen, werbende Hersteller und Dienstleister, diverse Mediengattungen, den Einzelhandel, Markt- und Medienforschung und einige Bereiche mehr. Dementsprechend unterscheidet sich auch der Alltag in den Unternehmen, die sich mit kommerzieller Kommunikation befassen und dazu beitragen, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen.

abi>> Wie geht es der Branche wirtschaftlich betrachtet?

Maik Luckow: Werbeinvestitionen in Höhe von mehr als 40 Mrd. Euro pro Jahr in Deutschland sind ein Beleg für den starken wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellenwert der Branche. Die Lage ist seit der Erholung nach der Wirtschafts- und Finanzkrise stabil, variiert aber in den einzelnen Bereichen. Es gibt wirtschaftlich sehr erfolgreiche Unternehmen, aber auch solche, die es im Wettbewerb zurzeit schwer haben.

abi>> Welche Werbeformen haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen?

Maik Luckow: Nach unserem Eindruck hat vor allem der Mediamix an Bedeutung gewonnen – von klassischen bis Online-Werbeträgern. Dieser muss selbstverständlich immer wieder überprüft und justiert werden. Denn die Technologien, die Zielgruppen und der Wettbewerb entwickeln sich stetig und rasant weiter.

abi>> Was könnten künftige Entwicklungen sein? Zeichnen sich neue Aufgabenfelder und damit neue Berufsbilder ab?

Maik Luckow: Die Digitalisierung ist auch hier seit Jahren ein dominierender Megatrend und bestimmt die Aufgaben, Ausrichtungen und Ausbildungen. Die digitale Dynamik ist enorm, aber Technik ist nicht alles. Wer in der Werbewirtschaft nachhaltigen Erfolg haben will, muss zuallererst Menschen mögen und sich für ihre Bedürfnisse interessieren.

abi>> Würden Sie den Berufseinstieg über eine duale Ausbildung empfehlen?

Maik Luckow: Ja, allerdings sollten Aspekte wie Interessen, Leistungen, Neigungen und Branchenperspektiven berücksichtigt werden. Selbst für diejenigen, die studieren möchten, bietet sich an, vorher eine Ausbildung zu absolvieren. Dann wissen sie genau, was später in der Praxis erwartet wird. Das mag etwas Zeit kosten, ist es aber durchaus wert.

abi>> Wie sieht die aktuelle Bewerbersituation für Abiturienten aus?

Maik Luckow: Gute, motivierte Abiturienten werden in allen Bereichen der Werbewirtschaft gesucht: bei Agenturen, Medien, werbenden Herstellern, Dienstleistern, Marktforschungsinstituten und im Handel.

abi>> Welche Fähigkeiten, Interessen und persönliche Stärken sollte man in jedem Fall mitbringen?

Maik Luckow: Neben Empathie und Neugier auf alles, was Menschen bewegt, ist in der Werbewirtschaft ein großes Interesse an Kommunikation, Wirtschaft, (digitalen) Technologien und Fremdsprachen notwendig. Auch Kreativität und die Bereitschaft zu geistiger und örtlicher Flexibilität gehören dazu. Jeder Bereich und jedes Unternehmen der Werbewirtschaft hat seine eigene Kultur, die zu einem passen muss. Am besten ist es, sich in verschiedenen Praktika auszuprobieren.

abi>> Verspricht die Werbebranche langfristig sichere Arbeitsplätze?

Maik Luckow: So lange es die soziale Marktwirtschaft und den zugehörigen Wettbewerb gibt, brauchen wir Werbung mit ihrer ganzen Vielfalt. Das bietet große Chancen und interessante Perspektiven.

abi>> 04.04.2016

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