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Von Therapeuten und Lernhelfern

Ein Logopäde spielt mit einem Kind
Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung zu fördern, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe.
Foto: Felix Somieski

Ausbildungsberufe mit Kindern

Von Therapeuten und Lernhelfern

Kinder in ihrer Entwicklung fördern und begleiten, mit ihnen spielen, basteln und Spaß haben ist eine bereichernde und abwechslungsreiche berufliche Tätigkeit. Als Logopäde unterstützt Philipp Wenzel (26) zum Beispiel die Sprachentwicklung seiner kleinen Patienten. Aber es gibt noch weitere spannende Ausbildungsberufe mit Kindern.

Wörtlich übersetzt sind Logopäden „Sprecherzieher“. Sie behandeln Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Hörbeeinträchtigungen. „Für Kinder muss die logopädische Arbeit immer auf spielerischem Weg verpackt sein, damit sie Spaß an dem haben, was sie lernen“, erklärt Philipp Wenzel. Dass er in seinem Beruf mit Medizin, mit Sprache und vor allem mit Menschen zu tun haben wollte, wusste der 26-Jährige schon während der Schulzeit. Nach seinem Abitur begann er deshalb gleich eine schulische Ausbildung zum Logopäden und hat diese nach drei Jahren mit einer staatlichen Abschlussprüfung abgeschlossen.

Ein abwechslungsreicher Beruf

Ein Porträt-Foto von Philipp Wenzel

Philipp Wenzel

Foto: Maike von Haas

Philipp Wenzel arbeitet jetzt interdisziplinär mit Ärzten, Physio- und Ergotherapeuten in verschiedenen Einrichtungen zusammen. Momentan hat der junge Logopäde zwei halbe Stellen, eine an einer Klinik und eine in einer Praxis. „Der Beruf kann sehr abwechslungsreich sein. Ich mache jeden Tag neue Erfahrungen“, erzählt Philipp Wenzel. „Seitdem ich als Logopäde arbeite, bin ich gereift, vor allem durch den Kontakt mit Menschen.“

Und die schätzt er sehr: Bereits während seiner Ausbildung entschied er sich zusätzlich für das achtsemestrige Studium „Health Care Studies – Fachrichtung Logopädie“ an der Hamburger Fern-Hochschule (HFH). In Studium und Ausbildung lernte Philipp Wenzel auch seinen eigenen Körper besser kennen und trainierte, wie er seine Stimme optimal nutzen kann.

Therapeutisch und pädagogisch

„Die Logopädie gehört wie die Ergotherapie zu den therapeutischen Ausbildungsberufen“, ordnet Berufsberaterin Leila Bading von der Arbeitsagentur Berlin Philipp Wenzels Beruf ein. „Auch wenn beide Berufe nicht direkt auf eine Arbeit mit Kindern abzielen, besteht die Möglichkeit, sich darauf zu spezialisieren.“ Dies trifft auch auf Physiotherapeuten zu. Ganz auf Kinder fokussiert dagegen ist die Erzieher-Ausbildung.

In inklusiven Kindertagesstätten, die auch Kinder mit Beeinträchtigung besuchen, arbeiten diese oft mit Heilerziehungspflegern oder mit Sozialassistenten bzw. Kinderpflegern zusammen – und das schon in der Ausbildung. „Wer Erzieher werden möchte, macht nicht nur eine schulische Ausbildung, sondern muss auch mehrere Praktika meist davor, währenddessen und abschließend absolvieren“, berichtet die Berufsberaterin.

Spezialisierte pflegerische Aufgaben

Neben therapeutischen und pädagogischen gibt es auch pflegerische Einsatzgebiete für „Kinder-Spezialisten“. „Wer sich im pflegerischen Bereich auf Kinder spezialisieren möchte, für den bietet sich eine Ausbildung in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege an“, sagt Leila Bading. Auch der Beruf der Hebamme bzw. des Entbindungspflegers hat mit der Pflege von Kindern zu tun, wenn auch im Säuglingsalter.

„Wer selbst gut organisiert ist und gerne Verantwortung übernimmt, für den ist auch der Beruf der Medizinischen Fachangestellten interessant“, zählt sie weiter auf und verweist auf deren Assistenztätigkeiten in Kinderkrankenhäusern oder -arztpraxen. Aber auch dual ausgebildete Fachangestellte für Bäderbetriebe oder Sportfachleute arbeiten etwa als Trainer mit Kindern, genauso wie Diätassistenten, die zum Beispiel junge Menschen mit Stoffwechselstörungen oder Nahrungsmittelintoleranzen begleiten.

Einfühlungsvermögen und Durchsetzungskraft

„Wer mit Kindern arbeiten will, sollte Einfühlungsvermögen und Durchsetzungskraft mitbringen“, rät Berufsberaterin Leila Bading. „Auch Kreativität, Nahbarkeit und Nervenstärke sind gefragt.“ Da oft mit und in Gruppen gearbeitet wird, sollte man zudem leicht den Überblick behalten können und Multitasking-fähig sein. „Und man darf sich nicht vor der Elternarbeit scheuen, denn hinter jedem Kind stehen oft Erwachsene mit konkreten Vorstellungen“, sagt sie und betont, dass auch körperliche Belastbarkeit wichtig sei: „Man braucht eine gute Beweglichkeit und ein gutes Hör- und Sprechvermögen.“ Nicht zu vernachlässigen seien zudem die Dokumentationspflichten in den meisten Berufen mit Kindern.

Um herauszufinden, ob der anvisierte Beruf den eigenen Vorstellungen und Fähigkeiten tatsächlich entspricht, empfiehlt die Berufsberaterin im Vorfeld der Ausbildung ein Praktikum. Häufig ist dies sogar Pflicht. Dabei könne man für sich herausfinden, ob man speziell Kinder in ihrer Entwicklung begleiten möchte oder eher Menschen in Problemlagen unterstützen. Leila Bading fügt hinzu: „Berufliche Vorerfahrung ist von Vorteil im Bewerbungsprozess. Im pflegerischen Bereich ist ein Freiwilliges Soziales Jahr perfekt.“

Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Grundsätzlich bieten sich für Fachkräfte in der Kindererziehung am Arbeitsmarkt sehr gute Chancen. „Rund 600.000 Personen waren 2017 in Kinderbetreuungseinrichtungen angestellt. Die Tendenz ist zunehmend“, berichtet Claudia Suttner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. „Die Zahl der gemeldeten Stellen im Feld der Kinderbetreuung und -erziehung hat von 2016 auf 2017 überdurchschnittlich zugenommen, und zwar um 5 Prozent auf 11.000. Auch in Gesundheitspflegeberufen oder in Therapieberufen ist die Arbeitsmarktsituation sehr positiv.“

Wichtig zu wissen: Die meisten Ausbildungen in Gesundheits- und Sozialberufen sind schulisch organisiert. Dafür kann Schüler-BAföG beantragt werden. Aufstiegschancen ergeben sich oft über Weiterqualifizierungen oder ein Studium. „Viele soziale Berufe haben in den letzten Jahren den Weg an die Hochschulen gefunden“, erklärt Berufsberaterin Leila Bading. „Neben Sonder- bzw. Heilpädagogik oder Sozialer Arbeit gibt es auch neuere Studiengänge wie ‚Bildung und Erziehung im Kindesalter‘, Logopädie oder Ergo- sowie Physiotherapie. Nicht zu vernachlässigen ist, dass die Verdienstmöglichkeiten mit einem Studium steigen.“ Über diese sollte man sich im Vorfeld sowieso gut informieren, rät sie, denn große Sprünge könne man als Einsteiger im sozialen Bereich in der Regel nicht machen.

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Die Berufsfeld-Information der Bundesagentur für Arbeit. Der Wegweiser mit über 1.500 Reportagen unter anderem zu Aus- und Weiterbildung (siehe Teilberufsfeld „Pflege, Therapie, medizinische Assistenz“ bzw. „Soziales, Pädagogik“)
www.berufsfeld-info.de

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Beschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Kinder).
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe

BERUFE.TV
Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit mit mehr als 300 Filmen über Ausbildungs- und Studienberufe.
www.berufe.tv

KURSNET
Das Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.
http://kursnet-finden.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit
http://jobboerse.arbeitsagentur.de

Diakonie Deutschland

Karriereportal mit vielen Infos zu Ausbildungsberufen mit Kindern inklusive Ausbildungsplatzbörse
http://karriere.diakonie.de/alle-berufe

Deutscher Pflegerat
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
www.deutscher-pflegerat.de

Bundesverbandes für Ergotherapeuten in Deutschland e.V.
www.bed-ev.de

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK)
www.dbfk.de

Berufsverband Heilerziehungspflege
www.berufsverband-hep.de

Deutscher Bundesverband für Logopädie
www.dbl-ev.de

Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V.
www.dbsh.de

abi>> 18.02.2019

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