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Karriere in der Verkehrsbranche

Weiche und Schienen in einem Tunnel
Ob Zug, Bus oder Bahn: Die Arbeitsbereiche im Verkehrswesen sind vielfältig.
Foto: Frank Pieth

Ausbildungsberufe rund ums Verkehrswesen

Karriere in der Verkehrsbranche

Ob auf dem Wasser, in der Luft, auf den Straßen oder auf Schienen – wer im Verkehrswesen Fuß fassen möchte, blickt auf einen riesigen Markt mit vielen unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten. abi>> stellt Ausbildungsberufe rund ums Verkehrswesen vor.

Bis Ende Oktober fuhr Fabio Pass jeden Tag mit dem Ausflugsschiff MS Asbach auf dem Rhein. Jetzt, da die Saison zu Ende ist, besucht er die Berufsschule. Anfang August hat der Abiturient die dreijährige Ausbildung zum Binnenschiffer bei der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt AG begonnen und freut sich seither jeden Tag auf die Arbeit. „Ich wollte schon immer draußen an der frischen Luft arbeiten“, schildert der 18-Jährige. Für die Ausbildung entschied er sich, nachdem er während der Schulzeit ein Praktikum absolviert hat – ebenfalls auf der MS Asbach. „Die Aufgaben waren sehr abwechslungsreich und ich durfte früh Verantwortung übernehmen. Außerdem habe ich mich sehr gut mit den Kollegen verstanden und auch der Kapitän war sehr zufrieden mit mir“, erinnert er sich.

Jetzt nach Saisonende geht er zu einem zweiwöchigen Hafenvorschulkurs, in dem Feuerwehrleute ihn auf den Ernstfall vorbereiten: Auf dem Lehrplan stehen etwa Brandbekämpfungsübungen und Schwimmen mit Kleidung. Januar bis März verbringt er auf einem internatsähnlichen Schulschiff in Duisburg und lernt zum Beispiel, wie er Ladegüter berechnet oder Verkehrszeichen richtig deutet. Wenn es im Frühjahr wieder zurück an Deck geht, lernt er unter anderem, wie er Maschinen kontrolliert und repariert, wie er bei der Inventur vorgeht, und was im Falle eines Unfalls oder Schadens an Bord zu tun ist. Auch die Pflege und Wartung des Fahrgastschiffes gehört zu seinen Aufgaben. „Besonders viel Spaß macht es mir, wenn mich der Kapitän auch mal ans Steuer lässt“, erzählt er.

Vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten

Ein Porträt-Foto von Fabio Pass

Fabio Pass

Foto: privat

Wer die Verkehrsbranche reizvoll findet, aber schnell seekrank wird, kann auch eine Ausbildung im Straßen-, Luft-, oder Eisenbahnverkehr wählen. „Um sich einen Überblick über die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten im Verkehrswesen zu verschaffen, empfehle ich das Netzwerk BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit“, sagt Michael Niel von der Jugendberufsagentur Kamp-Lintfort. Die Website nennt insgesamt 32 Ausbildungsberufe, die etwas mit Verkehr zu tun haben. Einordnen lassen sich die Berufe in „Auto und Straßenverkehr“, „Eisenbahn und Schienenverkehr“, „Flugzeug und Luftfahrt“, sowie „Schiff und Schifffahrt“ und „Transport, Lager und Logistik“. Ausbildungen sind zum Beispiel im Öffentlichen Dienst, bei Verkehrsbetrieben, Speditionen und privaten Unternehmen möglich. „Welche Fachkräfte gesucht werden, ist von Region zu Region unterschiedlich“, sagt Michael Niel. „In großen Städten mit vielen Verkehrsknotenpunkten herrschen entsprechend bessere Chancen für einen Ausbildungsplatz. Das Ruhrgebiet zum Beispiel ist wegen des Duisburger Hafens von der Logistik geprägt, deshalb werden unter anderem Fachlageristen und Binnenschiffer gesucht.“

So unterschiedlich wie die Ausbildungsberufe sind auch die Fähigkeiten und Interessen, die angehende Fachleute in der Verkehrsbranche haben sollten. Dazu gehören etwa Freude an Kundenberatung, technisches Verständnis und analytisches Geschick. Auch die Bereitschaft zum Schichtdienst wird oft gefordert. Wenn man sich den Beruf Binnenschiffer als Beispiel ansieht, lassen sich die Anforderungen in drei Gruppen einordnen, schildert Michael Niel. „Einerseits verrichten sie praktische, handwerkliche Tätigkeiten, wie etwa Wartungsarbeiten am Schiff. Hinzu kommen organisatorische Tätigkeiten, zum Beispiel müssen die Güter so verteilt werden, dass das Schiff nicht in Schieflage gerät.“ Zur dritten Kategorie gehören theoretisch-abstrakte Tätigkeiten, deshalb sollten Binnenschiffer unter anderem Störungen beheben können und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen besitzen.

Positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt

„Vor der Bewerbung empfehle ich unbedingt ein Praktikum in dem gewünschten Ausbildungsbetrieb, damit die Schulabsolventen wissen, was auf sie zukommt“, betont Michael Niel. Die Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung seien ebenfalls vielfältig und umfassen beispielsweise Studiengänge wie „Elektromobilität“ an der Universität Stuttgart, oder „Mobility and Logistics“ an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve. An der Fachhochschule Karlsruhe wird zudem der Studiengang „Verkehrsmanagement“ angeboten, bei dem die Optimierung des Zwischenspiels von Verkehrsangebot und -nachfrage erforscht wird. „In örtlichen Arbeitsagenturen und auf der Seite www.studienwahl.de können Auszubildende sich über Studien- und Weiterbildungsmöglichkeiten informieren.“

Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnet für die Verkehrsbranche eine insgesamt positive Entwicklung. Demnach waren im Jahr 2015 knapp 600.000 Menschen im Landverkehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt – ein überdurchschnittlicher Zuwachs von vier Prozent. In der Schifffahrt war die Zahl hingegen rückläufig: Im vergangen Jahr waren 24.000 Menschen in diesem Bereich beschäftigt, also fünf Prozent weniger als 2014. Außerdem waren 63.000 Verkehrsfachleute 2015 in der Luftfahrt beschäftigt – ungefähr genauso viele wie im Vorjahr.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Verkehr)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen. (Suchwort: Verkehr)
www.kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

www.bmvi.de

Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik

Unternehmensfachverband für Transport und Logistik mit der Aufgabe, gemeinsame Interessen gegenüber Politik und Wirtschaft zu vertreten
www.bwvl.de

Verband Deutscher Verkehrsunternehmen

Im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen sind rund 600 Unternehmen des öffentlichen Personenverkehrs und des Schienengüterverkehrs in Deutschland organisiert.
www.vdv.de

Landesbetrieb Straßen NRW

Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen plant, baut und betreibt alle Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland.
www.strassen.nrw.de

abi>> 28.11.2016

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