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Erste Tage erfolgreich meistern

Zwei Frauen schütteln sich zur Begrüßung die Hand.
Gerade in der Anfangsphase einer Ausbildung möchte sich jeder von seiner besten Seite zeigen.
Foto: Martin Rehm

Ausbildungsstart

Erste Tage erfolgreich meistern

Am ersten Tag zu spät kommen? Die neuen Kollegen einfach duzen? Wer eine Ausbildung beginnt, kann schon einmal leicht in das eine oder andere Fettnäpfchen treten. Margith Schubert, Studien- und Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Dresden und Nils Vogt, Ausbildungsberater der IHK Berlin, geben Tipps, wie man mit heiklen Situationen umgehen kann.

1. Szenario: Zu spät!

Susi ist auf dem Weg zu ihrem Ausbildungsbetrieb. Wegen einer Baustelle muss sie unerwartet einen Umweg in Kauf nehmen. Es ist abzusehen, dass sie ein paar Minuten zu spät kommen wird. In der Schule war es zwar unangenehm, ins Klassenzimmer zu huschen, wenn alle schon auf ihren Plätzen saßen. Ernsthafte Konsequenzen hatte das aber nicht. Und außerdem: Was sind schon ein paar Minuten? Aber, ob das ihr Ausbildungsbetrieb auch so locker sieht?

Das sagt IHK-Experte Nils Vogt:

Sicher nicht. Pünktlichkeit ist immer wieder ein Thema, gerade zu Beginn der Ausbildung. Natürlich kennen wir alle diese Situationen: Es ist viel Verkehr oder der Bus kommt nicht pünktlich. Da kann es schnell passieren, dass man einmal zu spät dran ist. Grundsätzlich ist es aber wichtig, pünktlich zu erscheinen. Daher sollte man sich lieber einen kleinen Zeitpuffer einbauen.

Lässt sich eine Verspätung nicht vermeiden, sollte man beim Ausbildungsbetrieb anrufen und Bescheid sagen – auch wenn es nur um wenige Minuten geht. Das ist nicht nur eine Frage der Höflichkeit, sondern auch ein Signal dafür, dass man Pünktlichkeit ernst nimmt. Auch eine Entschuldigung ist in diesem Fall angebracht. Um auf eine solche Situation vorbereitet zu sein, ist es sinnvoll, die Telefonnummer des Ausbilders ins Handy zu speichern.

2. Szenario: Wer zuerst grüßt, hat gewonnen

Alexander freut sich auf seinen ersten Ausbildungstag. Auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz blickt er in fremde Gesichter. Einige Mitarbeiter sehen ihn fragend an. Alexander geht weiter ohne etwas zu sagen. Schließlich kennt er die Leute ja nicht. Oder?

Das sagt Berufsberaterin Margith Schubert:

Grüßen gehört wie Pünktlichkeit zu den Grundregeln der Höflichkeit. Daher sollte Alexander gleich grüßen und nicht warten, was das Gegenüber macht – egal ob es sich um Mitarbeiter, Vorgesetzte oder Kunden handelt. Wenn man anfangs vorgestellt wird und unsicher ist, wie man sich verhalten soll, kann man andere beobachten und merkt dann schnell, ob auch ein Handschlag üblich ist oder ob man sich nur mit Namen vorstellt.

3. Szenario: Du oder Sie?

Ein paar Mitarbeiter stehen zusammen, unterhalten sich und duzen sich dabei ganz selbstverständlich. Sophie ist die neue Auszubildende. Als ihr jemand eine Frage stellt, fällt sie auch spontan ins Du, fragt sich dann aber, ob das in Ordnung war.

Das sagt IHK-Experte Nils Vogt:

Ein Porträt-Foto von Nils Vogt

Nils Vogt

Foto: privat

Wenn Sophie spontan das Du benutzt hat, sich aber im Nachhinein unsicher ist, ob das angemessen war, kann sie charmant einen Rückzieher machen und nachfragen: „Entschuldigen Sie, ich habe Sie gerade geduzt.“ Dann ist es an der anderen Person, die Situation zu klären. Generell ist man aber als Auszubildender der Neuling im Unternehmen und sollte erst einmal das „Sie“ verwenden. Selbst wenn das „Du“ in einer Abteilung üblich ist, ist es höflicher zu warten, bis es einem auch angeboten wird.

4. Szenario: Nichts zu tun?

Sebastian hat seine Aufgaben, die ihm sein Ausbildungsleiter gegeben hat, bereits alle erledigt. Jetzt hat er gerade nichts zu tun. Eine gute Gelegenheit, um auf seinem Smartphone nachzuschauen, ob es Neuigkeiten gibt. Ist doch in Ordnung – oder?

Das sagt Berufsberaterin Margith Schubert:

Das Smartphone nehmen oder im Internet surfen, weil man gerade nichts zu tun hat, ist kein angemessenes Verhalten. Von den Auszubildenden wird selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten erwartet. Sebastian sollte daher nicht warten, bis ihm eine neue Aufgabe übertragen wird, sondern von sich aus Vorschläge machen, was er als nächstes tun könnte. Wenn ihm nichts einfällt, kann er sich Notizen machen: Was ist bisher passiert, welche Informationen habe ich bekommen? Einen Block und einen Stift sollte jeder Auszubildende parat haben. Oftmals gibt es auch Schulungsangebote im Intranet, die einem offen stehen. Ein Smartphone hingegen gehört in den Spind oder in die Tasche.

5. Szenario: Nachfragen erlaubt!

Emilia ist krank. Vor ein paar Tagen erklärte ihre Ausbilderin, wo sie die Krankmeldung bis zu welchem Zeitpunkt hinschicken muss. Aber wie war das noch mal? Ruft sie jetzt an und fragt nach oder nimmt sie die Krankmeldung einfach mit, wenn sie wieder zur Arbeit geht?

Das sagt IHK-Experte Nils Vogt:

Jeder vergisst mal etwas. Emilia sollte auf jeden Fall im Betrieb anrufen und nachfragen, wo sie die Krankmeldung bis wann abgeben muss. Fehler oder Unwissenheit zu vertuschen oder einfach auszusitzen, schadet dem Vertrauensverhältnis und kann am Ende schwerwiegender sein als der eigentliche Fehler. Auszubildende sollten daher immer von sich aus das Thema ansprechen und bei Unsicherheiten lieber nachfragen.

6. Szenario: Kleider machen Leute

Thomas hat seinen Wunschausbildungsplatz als Industriekaufmann bei einem Sportartikelhersteller bekommen. Er überlegt, was er an seinem ersten Arbeitstag anziehen soll. Am liebsten würde er in T-Shirt und Jeans ins Büro gehen. Wäre er damit angemessen gekleidet?

Das sagt Berufsberaterin Margith Schubert:

In der Regel hat Thomas beim Vorstellungsgespräch einen Eindruck bekommen, wie die Mitarbeiter im Büro gekleidet sind. Wer unsicher ist oder auf Nummer sicher gehen möchte, sollte ein Hemd anziehen. Damit macht man nichts verkehrt.
Welche Kleidung angemessen ist, hängt natürlich vom Berufsbild ab: Im Handel, bei Banken und Versicherungen sollte die Kleidung in erster Linie seriös sein, nicht flippig. Anders kann es in Agenturen sein, in denen Kreativität eine große Rolle spielt: Wer ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass das Outfit sportlich oder individuell sein soll, hat natürlich mehr Spielraum.

7. Szenario: Verbindlich bleiben

Lena sollte am Freitag um 13 Uhr ihr Berichtsheft bei ihrer Ausbilderin abgeben. Am Morgen hat sie vergessen, es einzustecken. Das hat ja sicher noch bis nächste Woche Zeit, oder?

Das sagt IHK-Experte Nils Vogt:
Es gibt immer wieder Auszubildende, denen es schwer fällt, verbindlich zu sein und Absprachen einzuhalten. Gerade zu Beginn einer Ausbildung ist die Umstellung von Schule auf das Arbeitsleben sicherlich nicht einfach. Man sollte sich aber bemühen, die Aufgaben so sorgfältig wie möglich zu erledigen und Termine ernst nehmen.

Weitere Informationen

Bundesagentur für Arbeit

www.arbeitsagentur.de

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Das BIBB informiert über verschiedene Berufe, bietet daneben Forschungsergebnisse und Statistiken zum Thema Ausbildung.
www.bibb.de
Den aktuellen Datenreport zum Berufsbildungsbericht gibt es hier: http://datenreport.bibb.de.

Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

Interessenvertretung der gewerblichen deutschen Wirtschaft.
www.dihk.de

AusbildungPlus

Die Plattform des Bundesinstituts für Berufsbildung bietet einen Überblick über duale Studiengänge und Ausbildungsangebote mit Zusatzqualifikationen.
www.ausbildungplus.de

Knigge

Portal für Stil- und Etikettefragen – auch im Geschäftsleben.
www.knigge.de

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Informationen der Bundesagentur für Arbeit über die Ausbildungsbeihilfe
www.babrechner.arbeitsagentur.de/

abi>> 13.02.2017

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