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Rechte und Pflichten in der Ausbildung

Ein Mann im Anzug führt ein Beratungsgespräch mit einer jungen Dame.
Wer eine Ausbildung beginnt, sollte sich vorher über die eigenen Rechte und Pflichten im Klaren sein und sich auch mit der Betriebsordnung auseinandersetzen.
Foto: André Braun

Ausbildungsstart – Überblick

Rechte und Pflichten in der Ausbildung

Wer eine Ausbildung startet, sollte seine Rechte und Pflichten kennen. Jürgen Thomas, Ausbildungsberater bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier, gibt einen exemplarischen Überblick.

Rechte

Angemessene Aufgaben
Die Aufgaben müssen so gestaltet sein, dass der Azubi sie mit seinen Kenntnissen und Fähigkeiten erfüllen kann und sie ihm die Möglichkeit geben, sich weiterzuentwickeln. Welches Wissen und welche Fähigkeiten wann vermittelt werden sollten, steht in der Ausbildungsverordnung.

Angemessene Vergütung
Die zuständigen Stellen (z. B. IHK, Handwerks-, Landwirtschafts- oder Ärztekammer) informieren darüber, wie viel man in welcher Ausbildung verdient. Ist der Betrieb tarifgebunden, muss er sich an die Tarifsätze halten. Ansonsten darf er maximal 20 Prozent weniger zahlen als im Tarifvertrag vereinbart. Eine Sicherheit für die Auszubildenden: Die Ausbildungsverträge werden von der zuständigen Stelle geprüft.

Arbeitszeugnis
Am Ende der Ausbildung muss der Arbeitgeber ohne Aufforderung ein Arbeitszeugnis ausstellen. Darauf haben Azubis nach § 16 Berufsbildungsgesetz einen Anspruch.

Berufsausbildungshilfe (BAB) und BAföG
Wer in einer eigenen Wohnung lebt, kann Berufsausbildungshilfe bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen. In der Beihilfe ist eine Pauschale für die Miete enthalten. Zudem besteht die Möglichkeit, einen zusätzlichen Mietzuschuss zu erhalten. Azubis, die eine schulische Ausbildung machen, können darüber hinaus BAföG beantragen.

Jugend- und Auszubildendenvertretung
In Betrieben mit einem Betriebsrat und mehr als fünf Jugendlichen unter 18 oder Auszubildenden unter 25 Jahren dürfen Azubis laut Betriebsverfassungsgesetz eine Jugend- und Auszubildendenvertretung wählen. Diese vertritt die Interessen der jungen Arbeitnehmer.

Kostenlose Ausbildungsmittel
Berichtsheft, Schreibmaterial, Sicherheitsausrüstung, Werkzeug ...: Die Betriebe müssen dem Azubi Ausbildungsmittel kostenlos zur Verfügung stellen. Die Materialen für die Berufsschule gehören jedoch nicht dazu. Vom Betrieb vorgeschriebene Berufskleidung sollte ebenfalls zur Verfügung gestellt werden.

Kündigungsrecht
Während der Probezeit (mindestens ein, höchstens vier Monate) können Azubis das Arbeitsverhältnis ohne Angabe von Gründen fristlos beenden. Danach kann nur mit einer Frist von vier Wochen gekündigt werden. Ein Aufhebungsvertrag, also eine einvernehmliche Beendigung der Ausbildung, kann jederzeit geschlossen werden.

Pflichten

Einhalten der Betriebsordnung
In der Betriebsordnung stehen Regeln für das Arbeiten und Zusammenleben im Betrieb, darunter Sicherheits- und Hygienevorschriften sowie die Hausordnung. Meist gibt es sie in schriftlicher Form, in Kleinstbetrieben wird sie oft mündlich kommuniziert. Ein Azubi muss die Ge- und Verbote einhalten sowie den Weisungen folgen, die ihm erteilt werden.

Führen des Berichtshefts
Azubis müssen ein Berichtsheft führen, in dem sie sorgfältig und regelmäßig dokumentieren, was sie machen und lernen. Dies muss dem Ausbilder regelmäßig vorgelegt werden – eine Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Krankmeldung
Eine Krankmeldung muss unverzüglich, am ersten Tag erfolgen, manche Betriebe verlangen sofort eine ärztliche Bescheinigung. Per Gesetz ist ein Attest ab dem dritten Tag vorgesehen.

Lern- und Teilnahmepflicht
Lernpflicht bedeutet, dass die Azubis im Betrieb und in der Schule zeigen, dass sie lernen wollen, indem übertragene Aufgaben sorgfältig ausgeführt werden und indem man am Berufsschulunterricht, an Prüfungen und sonstigen Ausbildungsmaßnahmen teilnimmt. Der Betrieb wiederum ist verpflichtet, den Azubi für diese Zeiten freizustellen.

Verschwiegenheitspflicht
Azubis dürfen über sensible und vertrauliche Betriebsdaten nicht mit Menschen außerhalb des Betriebs sprechen. Auch Infos über Kunden und Patienten (zum Beispiel über Vermögensverhältnisse und Gesundheitszustände) müssen sie für sich behalten.

abi>> 01.04.2019

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