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Mit allen erstmal warm werden

Die Auszubildende Jana Burch sitzt mit einem Kind am Tisch.
Vom ersten Tag ihrer Ausbildung an fühlte sich Jana Burch im Team der Kinderkrippe aufgenommen.
Foto: Ariane Arndt-Jakobs

Erste Tage im Anerkennungsjahr zur Erzieherin

Mit allen erstmal warm werden

Jana Burch wusste schon früh, dass sie beruflich etwas mit Kinder machen wollte – und entschied sich dafür, Erzieherin zu werden. Jetzt ist die 20-Jährige in ihrem praktischen Anerkennungsjahr. Für abi» fasst sie zusammen, was ihr in den ersten Tagen in der inklusiven Kinderkrippe Nestwärme in Trier geholfen hat.

In einer Kindertagesstätte muss man sich auf drei Teams einstellen und mit ihnen warm werden: Mit den Kolleginnen, den Kindern und den Eltern! In den ersten Tagen habe ich viel zugeschaut und beobachtet. So habe ich sehen können, wie die Kolleginnen mit den Kindern umgehen, und habe den Tagesablauf kennenlernt. Den hatte ich schnell verinnerlicht – er ist wichtig, weil feste Routinen wie der Singkreis den Kindern Sicherheit geben.

Meine Ausbildung zur Erzieherin, die ich beginnen konnte, weil ich vorab eine Ausbildung zur Sozialassistenten absolviert habe und somit die nötige Praxis vorweisen konnte, endet nach zwei Berufsfachschuljahren und Blockpraktika mit dem Anerkennungsjahr. Ich bewarb mich dafür bei der inklusiven Kinderkrippe Nestwärme in Trier.

Einiges vorab zu erledigen

Ein Porträt-Foto von Jana Burch

Jana Burch

Foto: Ariane Arndt-Jakobs

Bevor es nach den Sommerferien 2018 dort losging musste ich einige Dinge erledigen: Da ich mit Kindern arbeite, brauchte ich ein Gesundheitszeugnis. Beim Gesundheitsamt wurden ein paar Untersuchungen gemacht und ich wurde über das Infektionsschutzgesetz aufgeklärt. Außerdem musste ich ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Es bescheinigt, dass ich nicht vorbestraft bin. Ein Erste-Hilfe-Kurs war ebenfalls Voraussetzung. Ein halbes Jahr vorher hatte ich zudem in der Nestwärme hospitiert, um die Einrichtung kennenzulernen.

Ich wusste schon früh, dass ich mit den ganz Kleinen arbeiten möchte und hatte in der Schule und während der schulischen Ausbildung meine Praktika in Krippen gemacht. Diese Einblicke haben mir geholfen – ich wusste, was mich erwartet. Allerdings habe ich auch schnell gelernt, dass jede Einrichtung eigene Regeln hat und unterschiedliche Methoden anwendet. Einmal war ich etwas vorschnell: Aus einem Praktikum kannte ich es so, dass man den Kindern das Essen vermengt. Als ich es in der Nestwärme auch machen wollte, stoppte mich eine Kollegin und erklärte mir: Die Kinder sollen sehen, was sie auf dem Teller haben, und selbst entscheiden, was sie essen möchten und was nicht.

Nachfragen gibt Sicherheit

Vom ersten Tag an habe ich mich im Team aufgenommen gefühlt und direkt mitgemacht. Anfangs übernahm ich kleine Aufgaben wie Tisch decken, Windeln wechseln oder ein Kind schlafen legen – aber nur, wenn die Kleinen es zuließen. Zunächst sollte ich schauen, wie die Kinder auf mich reagieren und entsprechend auf sie eingehen. Manche kamen sofort auf mich zu, andere brauchten mehr Zeit.

Eine besondere Herausforderung war der Umgang mit einem schwer beeinträchtigten Kind: Der Junge kann sich kaum bewegen, nicht sprechen und wird über eine Magensonde ernährt. Anfangs war ich unsicher, weil er oft weint. Aber wie in allen Situationen, die neu und ungewohnt waren, hat Beobachten und Nachfragen geholfen und mir Sicherheit gegeben. Heute kann ich unterscheiden, ob der Junge weint, weil er Schmerzen hat, oder ob er trotzig ist – was er ja nur so ausdrücken kann.

Regelmäßiges Feedback

Während des Anerkennungsjahrs habe ich eine feste Ansprechpartnerin im Team. Die Erzieherin hat mich angeleitet und wir führen regelmäßig Feedbackgespräche – anfangs alle zwei Wochen, heute in größeren Abständen. Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich nach einem Monat ganz angekommen und integriert war – im Team, bei den Kindern und den Eltern. Mit der Zeit habe ich immer mehr Aufgaben übernommen – manchmal bat ich selbst darum, manchmal wurde ich gefragt.

Mir ist es wichtig, alles einmal erlebt und gemacht zu haben – also auch Elterngespräche, ein Entwicklungsportfolio eines Kindes zu erstellen und Hausbesuche. Schließlich bin ich nach dem Praxisjahr „fertige“ Erzieherin und bei meiner ersten Anstellung wird erwartet, dass ich mit allen Aufgaben zurechtkomme.

abi>> 26.03.2019

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