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Verwalten, organisieren, kommunizieren

Zwei Männer sitzen sich während eines Beratungsgesprächs gegenüber.
Die Ausbildung zum Bankkaufmann ist vor allem bei Abiturienten nach wie vor beliebt.
Foto: Katharina Kemme

Kaufmännische Ausbildungsberufe

Verwalten, organisieren, kommunizieren

Kaufmännische Ausbildungsberufe sind sehr gefragt: Von den zehn beliebtesten Ausbildungen für Abiturienten liegen sieben im kaufmännischen Bereich. abi>> zeigt auf, welche kaufmännischen Ausbildungsberufe es gibt, warum sie so begehrt sind und welche Voraussetzungen sie erfordern.

Einer der beliebtesten kaufmännischen Ausbildungsberufe bei Abiturienten ist der Beruf des Bankkaufmanns: Rund 71 Prozent aller angehenden Bankkaufleute haben laut BERUFENET Abitur. Fabian Jouliet ist einer davon. Im September 2015 hat er seine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Köln-Bonn begonnen. „Für mich waren vor allem der gute Ruf und die Vielseitigkeit des Berufs ausschlaggebend, um mich bei der Sparkasse zu bewerben“, erzählt der 21-Jährige. „Ganz besonders interessant finde ich den Mix aus beraten, organisieren und strukturieren. Da ist kein Tag wie der andere.“

Zweieinhalb Jahre dauert seine Ausbildung. Jeweils sechs Monate am Stück arbeitet er in einer Sparkassen-Geschäftsstelle, anschließend besucht er für sechs Wochen die Berufsschule. Zusätzlich bietet die Sparkasse eigene Unterrichtseinheiten für spezielle Themen wie Steuern, Versicherungen und Wertpapiere sowie Besuche in den internen Abteilungen. „Insgesamt ist die Ausbildung für Bankkaufleute recht umfangreich. Deshalb sollte man schon gewisse Voraussetzungen mitbringen“, meint Fabien Jouliet. „Ein Grundverständnis für Zahlen ist wichtig, ebenso Ruhe und Belastbarkeit, Fleiß und natürlich auch Fingerspitzengefühl in den Beratungsgesprächen.“

Viele Möglichkeiten nach der Ausbildung

Ein Porträt-Foto von Fabian Jouliet

Fabian Jouliet

Foto: Kathrin Schönsee

Wie es nach seiner Ausbildung weitergeht, weiß der 21-Jährige noch nicht. „Es gibt viele Möglichkeiten. Zuerst erfolgt grundsätzlich ein Einsatz im Vertrieb, also direkt in der Geschäftsstelle“, berichtet der angehende Bankkaufmann. „Wenn man dort genug Berufserfahrung gesammelt hat, kann ein Wechsel in die Hauptstelle erfolgen.“ Außerdem gäbe es die Möglichkeit, eine Weiterbildung zum Sparkassenbetriebswirt zu machen oder ein Studium zu beginnen. „Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, nach der Ausbildung bei der Sparkasse zu bleiben. Für meine Entscheidung lasse ich mir aber noch ein bisschen Zeit.“

Insgesamt gibt es etwa 50 kaufmännische Ausbildungsberufe, die sich grob in drei Bereiche unterteilen lassen: Die erste Gruppe sind die kundenorientierten Berufe, wie etwa Kaufleute im Einzelhandel, Bankkaufleute, Tourismuskaufleute oder Automobilkaufleute. Zur zweiten Gruppe zählen dienstleistungsorientierte Berufe, wie zum Beispiel die der Veranstaltungskaufleute, Sozialversicherungsangestellten, Immobilienkaufleute oder Kaufleute für Marketingkommunikation. Und zu guter Letzt gibt es den klassischen kaufmännischen Bereich mit Tätigkeiten im Einkauf und Verkauf, in der Logistik, in der Buchhaltung und im Rechnungswesen. „Gemeinsamer Kern bei allen kaufmännischen Berufen ist die Teamorientierung, das Planen, Kalkulieren sowie das Beachten von finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen“, fasst Simon Grupe, Referatsleiter für kaufmännische Ausbildungsberufe beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag, zusammen.

Sehr gute Zukunftsperspektiven

Ein Porträt-Foto von Karolin Babbe-Voßbeck

Karolin Babbe-Voßbeck

Foto: Herr Henkel

Seit Jahren schon sind kaufmännisch Ausbildungsberufe bei Abiturienten sehr begehrt. „Kaufmännische Ausbildungsberufe sind deshalb so beliebt, weil sie inhaltlich hochwertig und gut bezahlt sind und außerdem sehr gute Zukunftsperspektiven bieten“, erklärt Karolin Babbe-Voßbeck. Die Diplom-Pädagogin arbeitet als Ausbildungsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Hamburg und berät dort schwerpunktmäßig Abiturienten. „Ein Pluspunkt ist außerdem, dass es im kaufmännischen Bereich sehr viele Stellen gibt, oft sogar mit Übernahmegarantie nach der Ausbildung.“ Gleichzeitig sind kaufmännische Ausbildungen sehr vielfältig. „Für viele Abiturienten ist es interessant, dass hier häufig die gesamte Bandbreite eines Betriebes Bestandteil der Ausbildung ist“, ergänzt Simon Grupe. „Auszubildende werden dabei in den verschiedensten Unternehmensabteilungen eingesetzt, vom Einkauf über Marketing, Personal, Logistik und Vertrieb bis hin zum Controlling. Im Anschluss kann man entscheiden, was für die eigene berufliche Zukunft am besten passt.“

Mathekenntnisse sind gefragt

Ein Porträt-Foto von Simon Grupe

Simon Grupe

Foto: Privat

Dennoch ist nicht jeder für eine kaufmännische Ausbildung geeignet. „Buchhaltung und Rechnungswesen werden in jeder kaufmännischen Ausbildung gebraucht. Mathematische Kenntnisse sind daher wichtig“, gibt Karolin Babbe-Voßbeck zu bedenken. „Das liegt nicht jedem. Außerdem sollte man kommunikative und soziale Kompetenzen mitbringen.“ Speziell geforderte Fähigkeiten, wie sie beispielsweise in der Kundenberatung gebraucht werden, werden dann gezielt in der Ausbildung vermittelt. „Die meisten Unternehmen führen eigene Schulungen durch, wie etwa in den Bereichen Kundenkommunikation, Produktkenntnisse oder IT-Anwendungen. Dabei kann es nicht schaden, Zusatzqualifikationen wie gute Fremdsprachenkenntnisse mitzubringen oder schon mal mit Word, Excel oder PowerPoint gearbeitet zu haben“, fügt Simon Grupe hinzu.

Eine Besonderheit der kaufmännischen Ausbildungsberufe ist, dass es kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt: „Bundesweit starten jedes Jahr 200.000 angehende Kaufleute in ihre Ausbildung“, weiß Karolin Babbe-Voßbeck. „Mit kleinen Abweichungen hält sich dabei in den verschiedenen Berufen die Anzahl der Jungen und Mädchen die Waage.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Das Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Die Berufsbildung der Facharbeiter, Fachangestellten, Gesellen und Meister steht im Mittelpunkt der Forschungs- und Dienstleistungsarbeit des BIBB.
www.bibb.de

AusbildungPlus

Die Plattform des Bundesinstituts für Berufsbildung bietet einen Überblick über duale Studiengänge und Ausbildungsangebote mit Zusatzqualifikationen.
www.ausbildungplus.de

Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

Die Dachorganisation der 80 IHKs in Deutschland vertritt die Interessen der deutschen Wirtschaft. Auf ihrer Webseite finden sich auch Infos zu Aus- und Weiterbildung.
www.dihk.de

abi>> 09.01.2017

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