Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

„Es stehen viele Türen offen“

Recherche
Nach der kaufmännischen Ausbildung gibt es zahlreiche interessante Weiterbildungsmöglichkeiten.
Foto: Sonja Trabandt

Kaufmännische Ausbildungsberufe

„Es stehen viele Türen offen“

Wer einen kaufmännischen Ausbildungsberuf erlernt, hat anschließend verschiedene Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Simon Grupe, Referatsleiter für kaufmännische und Dienstleistungsberufe beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag, erklärt, welche Arten von Weiterbildungen es für Kaufleute gibt und welche Ziele damit erreicht werden.

„Nach Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung stehen viele Türen offen. Es gibt deutlich über vierzig verschiedene anerkannte Fortbildungsabschlüsse für alle Branchen und Funktionen“, erklärt Simon Grupe. „Welche tatsächlich in Betracht kommt, entscheidet sich aber letztlich anhand des ausgeübten Tätigkeitsfeldes nach der Ausbildung.“ Es kommt also darauf an, ob jemand im Marketing, im Personalwesen oder im Controlling tätig ist und sich hier spezialisieren möchte. Oder aber ob sich jemand inhaltlich breiter für spezielle Branchen qualifizieren will, zum Beispiel für Stellen in der Industrie, dem Gesundheitswesen oder der Außenwirtschaft.

Beliebte Weiterbildungsmöglichkeiten sind der Wirtschaftsfachwirt, der Handelsfachwirt und nachfolgend, als nächsthöherer Abschluss, der Betriebswirt. „Die Weiterbildung zum Fachwirt hat einen großen Praxisbezug. Sie qualifiziert unmittelbar für eine bestimmte Tätigkeit und Branche“, erzählt Simon Grupe. Insgesamt dauert diese Weiterbildung je nach Lehrgangsform zwischen sechs Monaten und zwei Jahren und kann an öffentlichen sowie privaten Bildungsinstituten durchgeführt werden.

„Wer den Fachwirt absolviert hat, kann im Anschluss die Ausbildung zum Geprüften Betriebswirt daraufsetzen“, berichtet Simon Grupe weiter. „Hier werden deutlich mehr strategieorientierte Inhalte vermittelt, die daher branchenübergreifend ausgerichtet sind. Mit dem Betriebswirt erwirbt man sich also die Kompetenz, um als Führungskraft wichtige, zukunftsorientierte Entscheidungen für das Unternehmen vorbereiten und auch treffen zu können.“ Die Dauer des Lehrganges liegt hier ebenfalls bei bis zu zwei Jahren. Der Lehrgang wird von vielen Bildungsträgern angeboten – auch Bildungszentren der IHKs haben ihn im Angebot.

Ausbildungsprogramme für motivierte Abiturienten

Ein Porträt-Foto von Simon Grupe

Simon Grupe

Foto: Privat

Seit den 70er-Jahren existieren in manchen Großunternehmen außerdem die so genannten Abiturientenprogramme, die zumeist zum Handelsfachwirt oder zum neuen Abschluss „Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel“ qualifizieren. „Diese Programme sind eine Kombination aus verkürzter Ausbildung und darauf aufbauender Fortbildung für besonders motivierte junge Menschen“, erzählt der Ausbildungsexperte. „Abiturienten, die an diesen Programmen teilnehmen, übernehmen später meist anspruchsvolle Positionen im Unternehmen.“

Egal ob Fachwirt, Betriebswirt oder Abiturientenprogramm, die berufliche Weiterbildung findet zumeist berufsbegleitend statt. Das bedeutet, dass neben der normalen Wochenarbeitszeit noch zwei- bis dreimal Termine am Abend und am Wochenende hinzukommen, in denen die Vorbereitungen auf die Prüfungen stattfinden, und das über zwei Jahre hinweg. „Dies ist eine Herausforderung, die sich auch auf das Privatleben wie Familie und Freundeskreis auswirkt“, gibt Simon Grupe zu bedenken. „Inhaltlich wird sehr viel gefordert. Man muss wirklich diszipliniert und zielstrebig sein, um ans Ziel zu gelangen.“

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dem Beruf für eine Weile den Rücken zu kehren und ein Studium zu beginnen. „Häufig wird hier Betriebswirtschaftslehre mit unterschiedlichen Schwerpunkten gewählt“, berichtet Simon Grupe.

abi>> 09.01.2017