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„Bescheid wissen ist der Schlüssel“

Berufsschullehrerin vor einer Tafel
Für die berufliche Entwicklung ist es entscheidend, am Ball zu bleiben – auch nach Ende der Ausbildung, etwa mit internen oder externen berufsbegleitenden Weiterbildungen.
Foto: Nicole Schwab

Neugeordnete Ausbildungsberufe - Interview

„Bescheid wissen ist der Schlüssel“

Wie und wo finde ich heraus, dass es eine Neuordnung in meinem Beruf gab, und was heißt das für mich und meine zukünftigen Bewerbungen? Monika Hackel, Abteilungsleiterin „Struktur und Ordnung der Berufsbildung“ im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), gibt Antworten.

abi» Frau Hackel, die Ausbildung ist abgeschlossen – und die Ausbildungsordnung des erlernten Berufs wird umgestellt. Müssen sich Absolventen Sorgen machen, dass der Karrierezug abgefahren ist?

Porträtbild von Monika Hackel

Monika Hackel (BIBB)

Foto: BIBB

Monika Hackel: Nein, dazu besteht kein Anlass. Unser System dualer Ausbildung sichert den Praxisbezug im Lernort Betrieb. Die Unternehmen sorgen dafür, dass die vermittelten Fähigkeiten die Anforderungen abdecken, die der Beruf stellt. Für die berufliche Entwicklung ist es aber entscheidend, am Ball zu bleiben und zu wissen, welche Anforderungen im eigenen Betrieb oder bei möglichen neuen Arbeitgebern gestellt werden. Die Zeugniserläuterungen zu den Ausbildungsordnungen geben auch Informationen zu Aufstiegsmöglichkeiten – das sollte man sich ansehen und entsprechende Fortbildungsangebote nutzen.

abi» Was sollten Betroffene bei Bewerbungen beachten?

Monika Hackel: Entscheidend ist, dass Bewerber auf das Profil der ausgeschriebenen Stelle eingehen und erläutern, wo sie einschlägige berufliche Erfahrungen gesammelt haben. Das Ausbildungszeugnis ist hier die Visitenkarte – unabhängig von der Ausbildungsordnung. Die Arbeitgeber wissen schließlich Bescheid, dass und wann eine Neuordnung der Ausbildungsordnung erfolgt ist.

abi» Trifft das auf alle Berufe zu?

Monika Hackel: In Berufen, die stark von der Digitalisierung beeinflusst sind, ist es sinnvoll, konkret auf die Anforderungen in den neuen Ausbildungsordnungen einzugehen. Man sollte zeigen, dass man Bescheid weiß und in der Berufspraxis vorbereitet wurde. In allen Berufen ist ein Blick auf die Zusatzqualifikationen hilfreich, die in den Ausbildungsordnungen enthalten sind. Das sollte man sich ansehen und darstellen, welche entsprechenden Erfahrungen man im Betrieb schon gemacht hat.

abi» Wo erfährt man, dass sich die Ausbildungsordnung des eigenen Berufs geändert hat?

Monika Hackel:  Sicher gehen Auszubildende und Berufstätige, wenn sie sich auf den Seiten des BIBB informieren. Jedes Jahr um den 1. August werden die neuen Ausbildungsordnungen vorgestellt und es lohnt sich, vorbeizuschauen.

abi» Inhalte neuer Ausbildungsordnungen sind in der betrieblichen Ausbildungspraxis meist schon abgedeckt. Gibt es dennoch Weiterbildungsformate, um den Anschluss an die neue Ausbildungsordnung herzustellen?

Monika Hackel: Digitalisierung ist auch hier der entscheidende Trend. In diesem Zusammenhang gibt es eine Reihe von Initiativen für neue Weiterbildungsformate wie zum Beispiel in der Initiative „Qualifizierung digital“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Passgenenaue Weiterbildungsangebote in den einzelnen Berufsfeldern werden auch zukünftig weiter ausgebaut.

abi>> 20.02.2019

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