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Rechte und Pflichten in der Ausbildung

Ein junger Mann und eine junge Frau unterhalten sich, während sich im Hintergrund ebenfalls junge Erwachsene miteinander reden.
Damit zwischen Ausbildungsbetrieb und Azubi keine Probleme entstehen, sind die Rechte und Pflichten in der Ausbildung klar geregelt.
Foto: Martin Rehm

Checkliste

Rechte und Pflichten in der Ausbildung

Welche Rechte und Pflichten habe ich in der Ausbildung? abi» hat die wichtigsten Punkte zusammengestellt:

Das sind deine Pflichten:

Sorgfalts- und Bewahrungspflicht

Alle Aufgaben, die dir im Rahmen der Ausbildung aufgetragen werden, musst du sorgfältig ausführen. Auch mit Werkzeugen, Kleidung und Unterlagen, die dir für die Ausübung der Aufgaben anvertraut werden, musst du verantwortungsbewusst umgehen. Und natürlich bist du dazu verpflichtet, dich an Sicherheitsvorschriften und die Betriebsordnung zu halten.

Lernpflicht

Als Azubi verpflichtest du dich, dafür zu sorgen, dass du alle Lernziele erreichst. Das heißt, dass du dir die Ausbildungsinhalte möglichst gut aneignest, und dich körperlich und geistig anstrengst, um den von dir gewählten Beruf zu erlernen.

Einhalten der Betriebsordnung

Ähnlich wie alle Arbeitnehmer bist du als Azubi weisungsgebunden. Das heißt, dass du den Anweisungen Folge leisten musst, die dir von Ausbildenden oder Vorgesetzten erteilt werden. Alle Anweisungen musst du sofort und sorgfältig ausführen. Das gilt aber nur, wenn diese Aufgaben auch tatsächlich zur Ausbildung gehören.

Anwesenheits- und Teilnahmepflicht

In der Regel sind Auszubildende dazu verpflichtet, am Berufsschulunterricht teilzunehmen und sich aktiv um den Erwerb der dargebotenen Lernstoffe zu bemühen. Dauer und Umfang der Berufsschulpflicht sowie von ausbildungsvorbereitenden Bildungsgängen werden durch die Länder geregelt.

Berichtsheftführung

Als Azubi musst du ein Berichtsheft führen und dieses regelmäßig deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin vorzeigen. Nur mit sorgfältig geführtem Berichtsheft wirst du zur Abschlussprüfung zugelassen.

Geheimhaltungspflicht

Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse musst du für dich behalten. Falls du diese weitererzählst und dem Unternehmen dadurch ein Schaden entsteht, musst du womöglich dafür aufkommen. Hier drohen Schadenersatzforderungen und die fristlose Kündigung.

Und das sind deine Rechte:

Angemessene Vergütung

Selbstverständlich wirst du für deine Ausbildung bezahlt. Das gilt auch, wenn du Urlaub hast, und für die Zeit, die du in der Berufsschule verbringst. Welche Vergütung dir zusteht, ist in den jeweiligen Tarif- und Ausbildungsverträgen geregelt.

Kostenlose Ausbildungsmittel

Alle Mittel, die du benötigst, um die Aufgaben während deiner Ausbildung ausführen zu können, also zum Beispiel Werkzeuge, Werkstoffe oder Sicherheitsausrüstung, müssen dir kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Freistellung für Ausbildungsmaßnahmen

Der Betrieb, der dich ausbildet, muss dich für den Berufsschulunterricht und für alle anderen Ausbildungsmaßnahmen, die außerhalb deines Betriebs stattfinden, freistellen.

Arbeiten nur im Rahmen der Ausbildung

Im Rahmen deiner Ausbildung musst du nur solche Aufgaben ausführen, die auch tatsächlich zur Ausbildung gehören. Das bedeutet, dass zum Beispiel nicht verpflichtet bist, Arbeitskräfte zu vertreten, die im Betrieb fehlen. Sehr wohl aber gehört zur Ausbildung beispielsweise das Aufräumen der Werkstatt.

Anspruch auf ein Zeugnis

Wenn du deine Ausbildung beendest, hast du das Recht, ein Zeugnis zu bekommen.

Besondere Kündigungsmöglichkeit

Falls du nach der Probezeit beschließt, deine Ausbildung aufzugeben oder zu wechseln, kannst du dein Ausbildungsverhältnis jederzeit mit einer Frist von vier Wochen kündigen.

Auslandseinsatz

Seit 2005 können Azubis einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland absolvieren, zum Beispiel in einem ausländischen Tochterunternehmen. Einen Rechtsanspruch hast du darauf allerdings nicht. Wenn dich eine solche Möglichkeit interessiert, solltest du mit deinen Ausbildern reden und diese Regelung schriftlich im Ausbildungsvertrag festhalten lassen.

Bildung einer Jugend- und Auszubildendenvertretung

Wenn ein Betrieb mindestens fünf Arbeitnehmer beschäftigt, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder ihre Berufsausbildung absolvieren und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, kann eine Jugend- und Auszubildendenvertretung gewählt werden. Diese nimmt die Interessen beider Gruppen wahr und arbeitet eng mit dem Betriebsrat zusammen.

Weitere Informationen

Bundesagentur für Arbeit

Die Berufsberater deiner Agentur für Arbeit stehen dir als Ansprechpartner für Fragen rund um deine Ausbildung zu Verfügung. Einen Termin kannst du über die bundesweit geltende, kostenfreie Telefonnummer 0800 4 5555 00 oder über das Kontaktformular auf der Website vereinbaren.
www.arbeitsagentur.de

Industrie- und Handelskammern

Bei rechtlichen Fragen und Problemen rund um deine Ausbildung stehen dir die Ausbildungsberater der Industrie- und Handelskammern zur Verfügung. Auf der Dachseite der IHKs kannst du dir einen Ansprechpartner in deiner Nähe suchen und findest zudem noch viele weitere Informationen zum Thema.
www.ihk.de

Handwerkskammern

Auszubildenden im Handwerk steht die Handwerkskammer mit Rat und Tat zur Seite. Auch hier kannst du dir auf der Dachseite den passenden Ansprechpartner für ein vertrauliches Gespräch in deiner Region suchen.
www.handwerkskammer.de

VerA. Stark durch die Ausbildung

Eine Anlaufstelle ist außerdem der Senior Experten Service der Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit. Dessen Ausbildungsbegleiter helfen Jugendlichen bei fachlichen, schulischen und persönlichen Problemen während der Ausbildung.
www.vera.ses-bonn.de

abi>> 19.10.2016