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Rubrik Lehrer und Eltern


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Juniorfirma der ESWE

Lehre mal ganz anders

Kaufmännische Ausbildung, das heißt bei der ESWE Versorgungs AG in Wiesbaden, früh Verantwortung zu übernehmen. Seit 1992 gibt es hier eine Juniorfirma, die von Auszubildenden eigenständig geführt wird: die Schreibwelt AG. Das Konzept wurde beim Wettbewerb "Ausbildungs-Ass" in der Kategorie Industrie, Handel, Dienstleistungen mit dem dritten Preis ausgezeichnet.

Faruk Tokullu berät an seinem Schreibtisch einen Kunden.

Seit 1992 führen die Azubis der ESWE Versorgungs AG ihre eigene Juniorfirma. Auch der angehende Kaufmann für Bürokommunikation Faruk Tokullu packt mit an. 

Foto: ESWE Versorgungs AG

Kristina Golz (20) und Faruk Tokullu (20) haben anderen Azubis etwas voraus. Die Industriekauffrau im zweiten Lehrjahr und der Kaufmann für Bürokommunikation, der kurz vor der Prüfung steht, haben schon in der Ausbildung eigenverantwortlich kaufmännische Entscheidungen getroffen, wie „gestandene" Sachbearbeiter. Ungewöhnlich? Nicht in der Schreibwelt AG. Hier haben die Azubis „das Sagen" und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität. Denn sie verkaufen in dieser Firma an Kollegen Büromaterial, Kalender, Schulmaterial, Werbe- und Geschenkartikel und sind auch für den Einkauf zuständig. Außerdem erledigen die Azubis Aufträge wie die Auswertung von Meinungsumfragen oder als Highlight den Kartenverkauf für ein jährlich stattfindendes Rock-Konzert.

Vorbereitung auf Berufseinstieg

Allerdings sind die beiden Auszubildenden ihrem Arbeitgeber, der Wiesbadener ESWE Versorgungs AG, die Wiesbaden und Umgebung mit Strom, Wasser, Fernwärme und Erdgas beliefert, dadurch nicht untreu geworden. Denn die Schreibwelt gehört zum Ausbildungskonzept des Unternehmens. Mit „echten" Produkten und „echten" Kunden zu tun zu haben, soll die Auszubildenden früh auf ihre spätere Tätigkeit vorbereiten und ihnen helfen, den Ablauf wichtiger Geschäftsprozesse möglichst praxisnah zu begreifen.

„Ich war schon kurz nach Beginn meiner Ausbildung für drei Monate in der Abteilung Einkauf eingesetzt", erzählt Kristina Golz. Nicht ungewöhnlich, denn alle acht Auszubildenden eines Jahrgangs haben in der Ausbildung die Chance, hier in der Schreibwelt zweimal drei Monate kaufmännische Praxis zu erlernen. Nicht nur der kaufmännische ESWE-Nachwuchs kommt hierher, um Einkauf, Verkauf, Buchhaltung und Lager kennen zu lernen - auch Auszubildende anderer Unternehmen. So ist die Schreibwelt, anders als andere Juniorfirmen, auch ständig besetzt: Hier wird von meist sechs Azubis kontinuierlich gewirtschaftet.

Faruk Tokullu zum Beispiel hat bei seiner Zeit in der Buchhaltung ebenso selbstständig Rechnungen gebucht und Quittungen ausgestellt, wie Überweisungen vorgenommen und Termine überwacht, außerdem den monatlichen Bank-, Kassen- und Steuerabschluss gemacht. Angst vor der Verantwortung? „Nein gar nicht", sagt Faruk Tokullu. „Der Umgang mit Zahlen liegt mir, und dass ich gleich so viel Verantwortung übernehmen durfte, hat mich sehr motiviert."

Auch die Lagerhaltung der Schreibwelt AG hat der zukünftige Kaufmann schon kennengelernt - mit allem was dazu gehört, etwa der Wareneingangskontrolle oder der Kontaktaufnahme mit den Lieferanten. Vor seiner Ausbildung bei ESWE hat er einige kaufmännische Praktika in anderen Unternehmen absolviert und weiß daher: „In einer solchen Juniorfirma zu arbeiten, ist hier in der Region ungewöhnlich und bringt mir viele Erfahrungen, die andere Auszubildende nicht haben." So fällt durch die eigenständig erarbeitete Berufspraxis auch das Lernen der Theorie in der Berufsschule leichter.

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Mehr zu diesem Thema:

Interview mit Monika Limbart, Leiterin der Schreibwelt AG

Hintergrund Juniorfirmen

Mehr Infos:


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