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Das Einmaleins der Unternehmensführung

Eine junge Frau sieht sich Messehalle an und macht sich Gedanken zur Planung.
In einer Juniorfirma können Auszubildende frühzeitig Verantwortung übernehmen und eigenständig Projekte durchführen.
Foto: Nicole Schab

Juniorfirma

Das Einmaleins der Unternehmensführung

Während der Ausbildung frühzeitig Verantwortung übernehmen? Eigenständig größere Projekte durchführen? Ja, das geht – wie das Beispiel von Julia Gruber (19) zeigt. Während ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau beim Babynahrungshersteller HiPP in Pfaffenhofen führt sie zusammen mit anderen Auszubildenden eine Juniorfirma.

Keine Frage: Julia Grubers Ausbildung ist besonders. Zum einen, weil sie in den zweieinhalb Jahren nicht nur zur Industriekauffrau, sondern parallel auch zur Fremdsprachenkorrespondentin ausgebildet wird, zum anderen, weil sie in dieser Zeit die Chance hat, einen ganz speziellen Tätigkeitsbereich kennenzulernen: die Leitung eines Unternehmens.

Zusammen mit fast 30 Auszubildenden aller Ausbildungsrichtungen des Unternehmens steuert die 19-Jährige seit einem Jahr die Juniorfirma HiPP Junior. „Darunter kann man sich eine kleine Firma in der großen Firma vorstellen, die ausschließlich von uns Azubis geleitet wird“, erklärt Julia Gruber. „Natürlich haben wir auch Mannschaftsbetreuer, die uns Tipps bei Entscheidungen geben und uns unterstützen.“

Unternehmensführung in einer Juniorfirma

Ein Porträt-Foto von Julia Gruber

Julia Gruber

Foto: Privat

Wie bei jedem Unternehmen sind auch bei einer Juniorfirma Organisation und Struktur enorm wichtig. Die Juniorfirma (kurz JUFI) bei HiPP ist in acht Teams unterteilt. Das JUFI-Team „Koordination“, in dem auch Julia Gruber arbeitet, hält die Gruppen zusammen und kümmert sich um alles Organisatorische. Das Jufi-Team „Produkte“ ist für die Entwicklung neuer JUFI-Produkte zuständig, wie ganz aktuell des „HiPP-Greiflings“. Das Team „Azubis für Schüler“ plant und organisiert Infoveranstaltungen und spezielle Berufsinformationsmessen. Beim JUFI-Team „Betriebsverkauf“ wird der Mitarbeiter-Verkauf organisiert und anschließend das Kundenverhalten analysiert. Das Team „Projekte“ wickelt Projekte ab, wie zum Beispiel den Dreh eines Arbeitssicherheit-Videos zur Erstunterweisung neuer Mitarbeiter oder den Erfahrungsaustausch mit anderen Juniorfirmen. Das „Sensorik“-Team führt Produktverkostungen durch und wertet diese später aus. Außerdem gibt es noch das JUFI-Team „Medien“, das für die Azubi-Seite im firmeninternen Intranet recherchiert und den Azubi-Blog der HiPP-Homepage pflegt, sowie das Team „Aktionen“, das soziale Projekte, etwa zu Weihnachten, durchführt.

Wertvolle Erfahrungen

Die einzelnen Gruppen bestehen jeweils aus zwei Verantwortlichen und einem Kernteam von drei bis vier Auszubildenden. Jeden Freitag treffen sich alle JUFI-Gruppen zu einem einstündigen Meeting und berichten von ihren wöchentlichen Fortschritten. Zur Juniorfirma gehören nicht nur Auszubildende aus den kaufmännischen Abteilungen, sondern auch angehende Fachkräfte für Lebensmitteltechnik, Fachkräfte für Lagerlogistik und Chemielaboranten. „Mir macht die Arbeit in der Juniorfirma sehr viel Spaß“, erzählt Julia Gruber. „Zu einer meiner bisher größten und bereichsübergreifenden Aufgaben gehörte die weitestgehend selbständige Planung und Durchführung der Messe der Juniorfirmen Oktober 2016 in Hannover. Dort konnten wir unsere Juniorfirma präsentieren und unsere eigenen JUFI-Produkte verkaufen.“ Auch der Besuch der HiPP-Werke in Österreich und Ungarn sowie der Austausch mit den dortigen Azubi-Kollegen war für die 19-Jährige eine wertvolle Erfahrung.

Zukunftspläne

„Mich hat das Modell der Doppelausbildung mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Sprachen sehr gereizt, da ich auch schon in der Schule mit großer Begeisterung Sprachen lernte“, erzählt Julia Gruber. „HiPP habe ich mir als Ausbildungsbetrieb gewünscht, da mir die familiäre Struktur, das tolle Arbeitsklima und die hohe Übernahmequote gefallen.“ Nach ihrer Ausbildung möchte Julia Gruber gerne im Unternehmen bleiben – und sich auch weiter qualifizieren. „Ich könnte mir daher zum Beispiel ein berufsbegleitendes Studium sehr gut vorstellen. Auch hier bietet HiPP Möglichkeiten: zum Beispiel ein Trainee-Programm oder berufsbegleitende Studiengänge.“

abi>> 12.01.2017

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