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Die Mitarbeiter von morgen fördern

Junge Frau schaut sich in einem Ordner Unterlagen an.
Zusätzliche Angebote innerhalb der Ausbildung fördern eigenverantwortliches und selbstständiges Arbeiten.
Foto: Hans-Martin Issler

Innovative Ausbildungskonzepte: Interview

Die Mitarbeiter von morgen fördern

Unternehmen bieten immer häufiger spezielle Projekte innerhalb regulärer Ausbildungen an. abi>> sprach mit Florian Kelch, Bildungsberater bei der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, über die Vorteile von innovativen Ausbildungskonzepten.

abi>> Herr Kelch, warum bieten immer mehr Unternehmen innovative Ausbildungskonzepte an?

Florian Kelch: Ganz gleich, welche konkreten Maßnahmen Unternehmen durchführen, um ihre Ausbildung innovativ zu gestalten, ein Kernziel ist sicherlich die Gewährleistung einer hohen Ausbildungsqualität. Veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen, effiziente Prozesse, Digitalisierung, das sind nur ein paar Beispiele, wie sich unser Arbeitsumfeld stetig ändert. Darauf müssen die Unternehmen ihre Mitarbeiter von morgen vorbereiten. Zudem steigern innovative Ausbildungskonzepte die Attraktivität der Ausbildung.

abi>> Welche Vorteile haben diese besonderen Ausbildungskonzepte für die Auszubildenden?

Florian Kelch: Je nach Gestaltung des Ausbildungsangebotes können die Azubis von einer formal höheren Qualifikation, beispielsweise durch den Erwerb fachlicher Zusatzqualifikationen, profitieren. Zusätzliche Angebote innerhalb der Ausbildung wie eine Juniorfirma oder Projektarbeit fördern bei den Azubis eigenverantwortliches und selbstständiges Arbeiten.

abi>> Welche Ausbildungskonzepte werden in Unternehmen angeboten?

Ein Porträt-Foto von Florian Kelch

Florian Kelch

Foto: Privat

Florian Kelch: Ein bereits seit Jahren praktiziertes Modell ist die Juniorfirma. Auszubildende führen ein eigenes Unternehmen und lernen somit frühzeitig, mit Verantwortung umzugehen. Die Akzeptanz des Modells zeigt sich darin, dass es mit der arge, der Arbeitsgemeinschaft der Juniorenfirmen Deutschland e.V., ein bundesweites Netzwerk gibt.
Weiterhin hat es sich bewährt, Azubis in Projekte einzubinden oder sogar eigene Azubiprojekte anzubieten. Dies bietet den Auszubildenden die Möglichkeit, sich mit komplexen betrieblichen Fragestellungen auseinanderzusetzen.

Eine weitere Möglichkeit ist es, während der Ausbildung Zusatzqualifikationen zu erwerben. Dies kann im kaufmännischen Bereich der Fall sein, wenn eine Ausbildung zum Industriekaufmann mit einer Fremdsprachenqualifikation kombiniert wird. Auch im technischen Bereich gibt es hier einige Möglichkeiten, beispielsweise die Kombination der Ausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration mit einer zusätzlichen Elektroqualifizierung.

abi>> Können Sie einen Ausblick auf zukünftige Trends geben?

Florian Kelch: Ein wichtiges Thema der Zukunft wird sein, wie Unternehmen die fortschreitende Digitalisierung in ihrer Ausbildung abbilden. Der Einsatz neuer Medien, neue Kommunikationsformen und die Möglichkeit zu selbstgesteuertem Lernen spielen hier eine Rolle. Zudem verändert sich die Rolle des Ausbilders vom klassischen Wissensvermittler hin zum Lernprozessbegleiter.

abi>> Wo können sich Interessierte über innovative Ausbildungskonzepte informieren und auch nach Unternehmen suchen, die diese anbieten?

Florian Kelch: Die besten Ansprechpartner sind hier die Betriebe selbst. Über Online-Plattformen, wie der IHK-Lehrstellenbörse, oder dem direkten Weg bei lokalen Azubimessen können Azubis mit Betrieben in Kontakt treten und sich informieren.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.

www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Industrie- und Handelskammern

www.dihk.de

AusbildungPlus

Die Plattform des Bundesinstituts für Berufsbildung bietet einen Überblick über duale Studiengänge und Ausbildungsangebote mit Zusatzqualifikationen.
www.ausbildungplus.de

Zentralverband des Deutschen Handwerks

www.zdh.de

Bundesinstitut für Berufsbildung

www.bibb.de

Arbeitsgemeinschaft der Juniorenfirmen Deutschland e.V. – arge

www.juniorenfirmen.de

abi>> 12.01.2017