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Ältere Menschen betreuen und unterstützen

junger Mann lernt an einer Mitschülerin das Umbetten von Patienten im Pflegebett
Viele alte und pflegebedürfte Menschen sind auf fremde Hilfe angewiesen, um den Alltag meistern zu können.
Foto: Thorsten Mischke

Altenpflegerin

Ältere Menschen betreuen und unterstützen

Marie-Charlott Sandvoß (21) durchläuft eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Auf diese verantwortungsvolle Aufgabe wird sie blockweise im Schulunterricht sowie in intensiven Praxisphasen vorbereitet.

Ein pflegerisches Praktikum in der elften Klasse der Fachoberschule war wegweisend für den Berufswunsch von Marie-Charlott Sandvoß. „Mir hat es sehr viel Freude bereitet, älteren und pflegebedürftigen Menschen zu helfen und sie zu unterstützen“, erzählt sie. „Ganz besonders spannend fand ich ihre Geschichten aus der Vergangenheit. Als Pflegekraft nimmt man einen kleinen Teil im Leben der Senioren ein und begleitet sie in ihrem letzten Lebensabschnitt – das finde ich sehr schön.“

Nach zwölf Jahren Schule wollte die heutige 21-Jährige etwas mit mehr Praxisbezug machen. „Ich konnte mir nicht vorstellen, nochmal vier bis fünf Jahre lang nur Theoretisches zu erlernen. Hinzu kam, dass ich Verantwortung übernehmen, Geld verdienen und auf eigenen Beinen stehen wollte.“ Die schulische Ausbildung zur Altenpflegerin passte zu ihren Zielen.

Praxiseinsätze im Altenheim

Ein Porträt-Foto von Marie-Charlott Sandvoß (r.) und Christa Blum

Marie-Charlott Sandvoß (r.) und Christa Blum

Foto: Judith Seiffert

Einen Platz fand Marie-Charlott Sandvoß beim Ausbildungszentrum für Pflegeberufe und Geburtshilfe am St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim. Inzwischen hat sie das dritte und damit letzte Ausbildungsjahr erreicht. Die Ausbildung umfasst einen theoretischen Teil im Ausbildungszentrum sowie Praxiseinsätze in einem Altenheim. „Zunächst hatten wir einen acht Wochen langen Schulblock als Einführungsphase“, erinnert sie sich. „Danach setzte sich die Ausbildung mit wechselnden theoretischen und praktischen Abschnitten fort.“ Auf zwei Wochen Schulunterricht folgten zum Beispiel vier Wochen Praxis und danach wieder sechs Wochen Schule.

Auf dem Lehrplan stehen sowohl allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Englisch und Politik als auch fachspezifische wie Arzneimittellehre, Rechtskunde, Anatomie und Medizin. In den Praxisphasen werden die Auszubildenden an die betreuenden Aufgaben in der Pflegeeinrichtung herangeführt: Mahlzeiten und Medikamente für die Bewohner vorbereiten und verteilen, sie je nach Bedarf beim Essen unterstützen, beim Hinlegen für den Mittagsschlaf und Toilettengang helfen, sich nach dem Wohlbefinden erkundigen und Gespräche führen.

Erfahrung sammeln

Die Schüler erhalten eine tarifgebundene Vergütung von der Einrichtung der Altenpflege, mit der der Ausbildungsvertrag besteht. Das Schulgeld in Höhe von 125 Euro monatlich übernimmt das Land Niedersachsen. „In der Probezeit, also in den ersten sechs Monaten der Ausbildung, mussten wir es noch selbst bezahlen, nach der bestandenen Probezeit wurde uns aber der komplette Betrag wieder zurückerstattet“, erklärt die Auszubildende. Auch eine Förderung durch Schüler-BAföG ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Pläne für die Zeit nach dem Abschluss ihrer Altenpflegeausbildung hat Marie-Charlott Sandvoß auch schon. „Ich möchte noch mehr Erfahrungen sammeln und noch eine weitere pflegerische Ausbildung machen. Diese kann ich aufgrund der ersten Ausbildung verkürzen.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 09.05.2017