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Medizin und Menschlichkeit

Anästhesietechnischer Assistent legt dem Patienten die Beatmungsmaske an
Ein Ausbildungsberuf mit viel Verantwortung: Anästhesietechnische Assistenten kümmern sich vor, während und nach einer Operation um den Patienten.
Foto: Axel Jusseit

Anästhesietechnische Assistentin

Medizin und Menschlichkeit

In ihrer Ausbildung muss sich Anna Jasmina Aouam immer wieder auf neue Menschen einstellen und dabei viel Feingefühl und Einfühlungsvermögen beweisen. Als angehende Anästhesietechnische Assistentin begleitet die 22-Jährige Patienten vor, während und nach einer Operation.

Dass sie einen medizinischen Beruf ergreifen möchte, stand für Anna Jasmina Aouam bereits vor dem Abitur fest. Nach einem Praktikum wusste sie dann auch, dass sie nicht als Gesundheits- und Krankenpflegerin auf einer Station, sondern lieber im OP arbeiten will. Mit ihrer dreijährigen Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin wird sie sich genau dafür qualifizieren.

Die angehende Anästhesietechnische Assistentin befindet sich mittlerweile im zweiten Ausbildungsjahr. Am Asklepios Bildungszentrum in Wiesbaden wird sie nach den Richtlinien der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ausgebildet. Den praktischen Teil ihrer Ausbildung absolviert sie in einem Krankenhaus in Darmstadt. Um die Anästhesie in allen Fachbereichen kennenlernen zu können und einen intensiven Einblick in den Krankenhausalltag zu erhalten, durchläuft sie verschiedene Stationen. So hat sie beispielsweise schon in der Gynäkologie oder in verschiedenen chirurgischen Abteilungen gearbeitet.

Vor jeder Operation muss die 22-jährige Auszubildende die Geräte überprüfen, kontrollieren, ob die notwendigen Medikamente bereit liegen, und die Patienten richtig lagern. „Die optimale Positionierung auf dem OP-Tisch spielt eine entscheidende Rolle. Wird beispielsweise ein Patient auf der linken Seite operiert, muss ich darauf achten, den rechten Arm zur Einleitung der Narkose vorzubereiten“, erklärt die junge Frau. Anschließend assistiert sie dem Anästhesisten beim Narkotisieren des Patienten und reicht ihm während der Operation Medikamente und Utensilien.

Reibungsloser Ablauf im OP-Saal

Ein Porträt-Foto von Anna Jasmina Aouam

Anna Jasmina Aouam

Foto: Privat

Anna Jasmina Aouam gefällt auch der theoretische Teil ihrer Ausbildung. Am Asklepios Bildungszentrum erhält sie blockweise jeweils etwa zwei bis drei Wochen lang Unterricht. Nur am Anfang und noch einmal am Ende der Ausbildung findet die Berufsschule sechs Wochen am Stück statt. Auf dem Stundenplan stehen Biologie und Chemie, außerdem lernt sie viel über Anästhesie und Krankenpflege. Hilfreich findet sie auch den Austausch mit den anderen Auszubildenden aus umliegenden Kliniken.

Damit eine Operation reibungslos verläuft, muss sich das Team, das in der Regel aus Chirurgen, Operationstechnischen Assistenten, Fachkrankenschwestern- und pflegern besteht, einig sein und den Anweisungen des verantwortlichen Arztes strikt folgen. Kommunikationsfähigkeit spielt daher eine entscheidende Rolle – ebenso wie Einfühlungsvermögen: „Auf den Patienten vor der OP einzugehen ist deshalb so wichtig, weil Studien beweisen, dass eine OP bei einem beruhigten Patienten besser verläuft und er somit weniger Medikamente benötigt“, erklärt Anna Jasmina Aouam. Während ihrer Ausbildung musste die junge Frau auch schon mit schwierigen Situationen zurechtkommen. Ihre Praxisanleiterin hat ihr dabei geholfen, den ersten Sterbefall zu verarbeiten. Sie begleitet die 22-Jährige durch die dreijährige Ausbildung am Krankenhaus.

Kaiserschnittgeburten miterleben

„Total schön“ findet Anna Jasmina Aouam es, wenn sie bei Kaiserschnitten Geburten miterleben darf. In der Gynäkologie hat es ihr daher besonders gut gefallen. Schon zu Beginn der Ausbildung hat sie einen festen Plan mit ihren Stationen und den jeweiligen Stundenzahlen bekommen. Unter anderem wird sie noch in Gefäßchirurgie und in der Traumatologie Erfahrungen sammeln.

Anna Jasmina Aouam findet ihre Ausbildung durchaus anspruchsvoll, deshalb möchte sie diese erst einmal gut abschließen. Am Ende ihrer Ausbildung wird sie nach den Richtlinien der deutschen Krankenhausgesellschaft eine Prüfung ablegen, die aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil besteht. Ob sie sich danach in Richtung Medizin oder lieber Medizinpädagogik fortbilden wird, weiß sie noch nicht genau. Aber dass sie sich weiterbilden möchte, steht für sie fest. Denn für sie gibt es nichts Schöneres, als Menschen helfen zu können.

Hier geht's zum typischen Tagesablauf

abi>> 08.06.2016