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Helfen mit Herz und Hand

Junge Frau in dunkler Kleidung überprüft Sarg in einer Leichenhalle.
Angehende Bestattungsfachkräfte üben, wie sie Särge präparieren und mit Bagger und Schaufel Gräber ausheben.
Foto: Martin Rehm

Bestattungsfachkraft: Hintergrund

Helfen mit Herz und Hand

Professionelle Bestatter können weit mehr, als ein Grab ausheben. Sie betreuen Hinterbliebene, sie organisieren Trauerfeiern, klären rechtliche Fragen und sie kennen sich mit den Bestattungsritualen unterschiedlicher Religionen aus.

Die Fähigkeiten, die jemand mitbringen muss, um erfolgreich als Bestatter zu arbeiten, sind umfangreich. „Menschliche Reife, handwerkliches Geschick, kaufmännische Fähigkeiten und psychologische Kenntnisse sind grundlegende Qualifikationen eines Bestatters“, erklärt der Pressesprecher des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e.V., Oliver Wirthmann. Zu den Aufgaben eines Bestatters gehört es auch, Verstorbene zu waschen und Unfallopfer kosmetisch zu behandeln.

Ein Porträt-Foto von Oliver Wirthmann

Oliver Wirthmann

Foto: Privat

Einen großen Teil der Arbeit macht auch die Betreuung von Trauernden aus. Die Angehörigen, mit denen Bestatter in Berührung kommen, befinden sich in einer Ausnahmesituation. Bestatter brauchen daher die Fähigkeit, einfühlsam und professionell zugleich mit ihnen umgehen zu können. Zudem müssen sie sich im Umgang mit Behörden auskennen – etwa dann, wenn sie Verstorbene abmelden oder rechtliche Angelegenheiten mit dem Sozialamt klären müssen. Für Bestatter ist es im Übrigen auch selbstverständlich, dass sie manchmal nachts, an den Wochenenden und an Feiertagen im Einsatz sind.

Praxis auf dem Übungsfriedhof

In Deutschland bereiten derzeit drei Berufsschulen angehende Bestattungsfachkräfte auf diese Aufgaben vor: die Staatliche Berufsschule Bad Kissingen in Bayern, das Berufskolleg Bergisch Land in Nordrhein-Westfalen und die Berufsschule Springe in Niedersachsen. Am überbetrieblichen Ausbildungszentrum im unterfränkischen Münnerstadt absolvieren angehende Bestattungsfachkräfte im Rahmen der dreijährigen, dualen Ausbildung außerdem Seminare zu den Themen Grabmachertechnik, Trauerpsychologie und Thanatopraxie. Sie üben also in der Praxis, wie sie mit Bagger und Schaufel Gräber ausheben, wie sie Särge präparieren, wie sie Gespräche mit trauernden Angehörigen führen und wie sie Verstorbene kosmetisch behandeln.

Ausgebildete Bestattungsfachkräfte können sich zum Bestattermeister, zum Bestattungsfachwirt oder zum Thanatopraktiker weiterbilden. „In der Weiterbildung geht es darum, die Inhalte der Ausbildung in einer viel tieferen Weise zu reflektieren, sie inhaltlich zu vertiefen“, sagt Oliver Wirthmann. So befassen sich angehende Bestattermeister beispielsweise auch mit den philosophischen und theologischen Hintergründen von Bestattungsritualen.

Balanceakt zwischen Distanz und Nähe

So vielseitig der Beruf des Bestatters ist, so belastend kann er manchmal sein. Die psychische Belastung ist nicht zu unterschätzen. Etwa dann, wenn Unfallopfer oder junge Menschen zu Grabe getragen werden. „Der Bestatter muss berührbar bleiben und dennoch eine gesunde Balance zwischen Distanz und Nähe haben – das ist ein Drahtseilakt“, sagt Oliver Wirthmann. Dennoch ein wunderbarer Beruf, sagt er, denn: „Man tut etwas Konkretes und ist auch für Menschen da. Es geht darum, Menschen mit Herz und Hand zu helfen.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.500 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: „Bestatter/-in“).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Das Portal für die berufliche Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit (Suchwort: „Bestatter/-in“).
www.kursnet.arbeitsagentur.de

Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.

Mit einer Übersicht über den Beruf und Infos zur Ausbildung.
www.bestatter.de

Bestatterverband Bayern

Informationen zum Beruf des Bestatters, Infos zur Ausbildung und zu Weiterbildungsmöglichkeiten.
www.bestatterverband-bayern.de/de/ausbildung/ausbildungszentrum

abi>> 19.11.2015