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„Der Beruf wird oft unterschätzt“

Blick auf verschiedenes Gemüse, das gemeinsam mit einem Küchenmusser auf einem Holzbrett liegt.
Wer Diätassistent werden will, sollte sich für Ernährung und Lebensmittel interessieren.
Foto: Julien Fertl

Diätassistent

„Der Beruf wird oft unterschätzt“

Sein Interesse für das Thema Ernährung führte Maximilian Hanf zu seinem heutigen Berufsziel: An der Schule für Diätassistenz am Uniklinikum Marburg wird der 24-Jährige zum Diätassistenten ausgebildet – als einziger Mann in seinem Ausbildungsjahrgang.

Seit Oktober 2015 ist Maximilian Hanf Auszubildender an der staatlich anerkannten Schule für Diätassistenz, die zum Uniklinikum Marburg gehört. Jedoch führte ihn sein Weg nicht direkt dorthin: Nach dem Abitur bewarb er sich zunächst für verschiedene Studiengänge – auch im Bereich Ernährung und Biologie –, schrieb sich aber letztlich für Wirtschaftsmathematik ein. „Nach einer Weile merkte ich, dass ich mit dem Studium inhaltlich nicht viel anfangen konnte, und brach nach dem vierten Semester ab“, berichtet er rückblickend.

Ihm wurde klar, dass er sich am meisten für das Thema Ernährung interessiert. Daher suchte er nach verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten und stieß schließlich auf eine Stellenanzeige des Uniklinikums Marburg und wurde auf die schulische Ausbildung zum Diätassistenten aufmerksam.

Praxisphasen in der Großküche des Klinikums

Ein Porträt-Foto von Maximilian Hanf

Maximilian Hanf

Foto: Privat

Maximilian Hanfs Ausbildung dauert drei Jahre. Dabei wechseln sich jeweils drei Wochen Schule mit drei Wochen Praxis ab. Fächer wie Lebensmittelkunde oder Ernährungslehre ziehen sich durch die gesamte Ausbildung, Berufskunde und Gesetzeskunde hingegen begleiten die Auszubildenden insbesondere im ersten Jahr. „In Ernährungslehre lernen wir zum Beispiel, was Patienten, die an einer bestimmten Krankheit leiden, essen dürfen“, erläutert Maximilian Hanf. In den Praxisphasen arbeiten er und seine Mitschülerinnen je zwei Wochen lang in der Großküche des Uniklinikums und eine Woche in der Lehrküche der Schule und lernen, Diätgerichte zuzubereiten.

Der 24-Jährige, der aus der Nähe von Biedenkopf stammt, ist der einzige Mann in seinem Ausbildungsjahrgang. „Außer mir habe ich hier bislang noch keinen männlichen Diätassistenten getroffen. Auch unter den Ausbildern sind sehr wenige Männer“, sagt er. Er fühlt sich keineswegs unwohl unter lauter Frauen; manchmal genießt er es, „Hahn im Korb“ zu sein. Mitunter irritiert ihn jedoch das Mitteilungsbedürfnis seiner Kolleginnen. „Manche quatschen echt die ganze Zeit. Das kenne ich von mir nicht.“ Er selbst sei eher der ruhige Typ.

Weiterbildung zum Ernährungsberater geplant

„Unser Beruf wird oft unterschätzt“, ist Maximilian Hanfs Eindruck, wenn er davon berichtet, was er macht. „Viele denken, Diätassistenten beschäftigen sich nur mit Themen wie Kalorienreduktion oder der Ernährung kranker Menschen. Dabei können wir kranke und gesunde Menschen beraten, welcher Ernährungsstil am besten zu ihnen passt“, erklärt er. Auch seine Eltern und Freunde konnten sich zunächst unter „Diätassistent“ nichts Konkretes vorstellen. Doch nun freuen sie sich, dass er einen Beruf gefunden hat, der seinen Interessen entspricht.

„Wer Diätassistent werden will, sollte sich natürlich für Ernährung und Lebensmittel interessieren und darüber hinaus etwas kochen können. Auch eine gewisse Kreativität gehört dazu, damit man für Patienten, die ernährungsmäßig eingeschränkt sind, nicht immer dasselbe kocht. Und Biologie und Chemie sollten in der Schule keine Probleme bereitet haben“, fasst er zusammen. Im Anschluss an seine Ausbildung möchte Maximilian Hanf eine zertifizierte Weiterbildung zum Ernährungsberater absolvieren und danach Schulklassen, Klinikpatienten und Privatpersonen in Ernährungsfragen beraten.

abi>> 25.02.2016

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