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Auf jedes Kind individuell eingehen

Eine junge Frau bastelt mit Kindern zusammen an einem Tisch.
Erzieher arbeiten in Kindergärten, Kitas, Kinderheimen, Horten oder auch an Ganztagsschulen.
Foto: Frank Pieth

Erzieher

Auf jedes Kind individuell eingehen

Kinder im Schulunterricht begleiten, sie bei den Hausaufgaben betreuen und in der freien Zeit sinnvoll beschäftigen – während seiner dreijährigen Ausbildung zum Erzieher sammelt Marten Albert (24) viel Praxiserfahrung mit Kindern. In einer offenen Ganztagsschule betreut er Schüler der dritten und vierten Klasse.

Weil Marten Albert etwas mit Pädagogik machen wollte, begann er nach dem Abitur zunächst ein Lehramtsstudium. „Mir war das aber nach einiger Zeit zu theoretisch. Ich wollte lieber direkt mit Kindern arbeiten und an ihrer Entwicklung teilhaben.“ Nach drei Semestern entschied er sich daher für eine Veränderung und die Ausbildung zum Erzieher. Einen Platz fand er am Berufskolleg der AWO in Herford. Um ihn zu bekommen, hatte er zuvor ein einjähriges Praktikum an einer Grundschule durchlaufen. In Nordrhein-Westfalen zählt es zu den Zugangsvoraussetzungen für die Erzieher-Ausbildung, mindestens 900 Praxisstunden vorweisen zu können.

Praxiserfahrung an der Ganztagsschule

Ein Porträt-Foto von Marten Albert

Marten Albert

Foto: privat

An dem Berufskolleg werden zwei Ausbildungsmodelle angeboten: Alternativ zur zweijährigen schulischen Vollzeit-Ausbildung mit Blockpraktika plus ein Jahr Berufspraktikum kann auch eine dreijährige praxisintegrierte Ausbildung durchlaufen werden. Dabei erfolgt der Unterricht wöchentlich an zwei Tagen sowie an einigen Samstagen. In der verbleibenden Zeit sammeln die Auszubildenden Praxiserfahrungen in sozialpädagogischen Einrichtungen ihrer Wahl für jeweils mindestens 17 bis 24 Wochenstunden.

Marten Albert entschied sich für das praxisintegrierte Modell. „Der große Vorteil dabei ist, dass man das Gelernte gleich im Berufsalltag erproben kann, erklärt der angehende Erzieher, der sich mittlerweile im zweiten Ausbildungsjahr befindet. Seine Praxisphasen verbringt er an der Weser und Wiehen Grundschule in Dehme im sogenannten „offenen Ganztag“ (OGS). An der Ganztagsschule begleitet er die Kinder vormittags beim Unterricht, in der Mittagspause und auch an den Nachmittagen bei Hausaufgaben, Freispiel und Arbeitsgemeinschaften (AGs). „Je nachdem, wobei die Kinder Spaß haben, konzipieren wir verschiedene Angebote. Ich habe zum Beispiel eine Fußball-AG eingebracht, die ich nun auch betreue.“ Zusammen mit seiner Chefin ist der Auszubildende für 40 Kinder aus der dritten und vierten Klasse, also im Alter von neun bis elf Jahren zuständig.

Konflikte lösen

An den beiden Wochentagen, an denen er jeweils selbst „die Schulbank drückt“, lernt Marten Albert im Theorieunterricht alles zum Umgang mit Kindern, pädagogischem Handeln und Kommunikation. Vertieft wird das Wissen in Seminaren anhand von Fallbeispielen. Zurück in der Grundschule, nutzt er das erworbene Wissen, wenn es etwa Konflikte zwischen Kindern zu lösen gilt oder eines seine Hausaufgaben nicht machen möchte. „Es ist schon eine große Herausforderung, auf jedes Kind mit seinen besonderen Erwartungen und Bedürfnissen einzugehen. Doch mir macht die Arbeit unheimlich viel Freude und ich möchte später einfach ein richtig guter Erzieher sein.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 17.10.2016