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Einsatz im Kreißsaal

Eine junge Frau führt eine Untersuchung mit einem Hebammenstethoskop durch.
Durch theoretische Übungen an der Puppe werden Auszubildende zur Hebamme auf ihre Arbeit mit den Schwangeren vorbereitet.
Foto: Hans-Martin Issler

Hebamme

Einsatz im Kreißsaal

Leonie Gapp (21) hat sich für einen verantwortungsvollen Beruf entschieden: Als angehende Hebamme steht sie werdenden Eltern rund um die Geburt ihres Kindes zur Seite. Mitzuerleben, wie ein Kind auf die Welt kommt, ist für sie jedes Mal ein ganz besonderes Erlebnis.

Für Leonie Gapp stand nach ihrem Abitur fest, dass sie etwas Praktisches machen möchte. Aus mehreren Gründen entschied sie sich für die Ausbildung zur Hebamme: „Ich finde es schön, dabei zu sein, wenn ein neues Leben beginnt. Mir gefiel auch die Vorstellung, Frauen im Ausnahmezustand der Geburt unterstützen und ihnen Sicherheit vermitteln zu können.“ Die Struktur der Ausbildung bekräftigte ihre Wahl. „Das Modell mit Schulunterricht und begleitender Praxis, bei der man das Wissen auch schnell umsetzen und festigen kann, sagte mir sehr zu.“ Einen Ausbildungsplatz fand sie an der Medizinischen Berufsfachschule des Universitätsklinikums Leipzig. Gerade hat ihr drittes Ausbildungsjahr begonnen.

Praktische Übungen an einer Puppe

Ein Porträt-Foto von Leonie Gapp

Leonie Gapp

Foto: privat

Wie taste ich den Bauch einer Schwangeren ab? Wie kann ich Herztöne mit dem Hörrohr wahrnehmen? Was ist bei der Wochenbettbetreuung zu beachten? Ein Hauptschwerpunkt im Theorieunterricht sind die Themenbereiche Schwangerschaft, Geburtshilfe und Nachsorge, begleitet von praktischen Übungen an einer Puppe. Auf dem Lehrplan stehen außerdem Fächer wie Anatomie und Pathologie.

„In den ersten beiden Jahren wechselten sich Theorie und Praxis in jeweils vierwöchigen Blöcken ab“, beschreibt Leonie Gapp den Ausbildungsablauf. „Im dritten Jahr überwiegt dann der Praxisanteil.“ Ihre Praxisphasen verbringt die 21-Jährige vor allem im Kreißsaal der Klinik und teils auch bei Außeneinsätzen. „Wir sind dann auch mal für vier Wochen auf der Wochenbettstation, im OP oder auf der Gynäkologischen Station eingeteilt, um auch die verschiedenen möglichen Krankheitsbilder in dem Zusammenhang kennenzulernen.“ Von Anfang an war sie bei Geburten dabei – zunächst im Hintergrund, dann zunehmend miteingebunden. „Man fängt mit einfacheren Aufgaben wie Abnabeln an, darf dann zum Beispiel auch mal die Nachgeburt holen und bekommt schließlich immer mehr Geburtsaufgaben übertragen – bis man schließlich ein Kind eigenständig auf die Welt holen darf. Das alles erfolgt natürlich unter Aufsicht einer diensthabenden Hebamme.“

Ein bewegender Moment

Erste Erfahrungen konnte Leonie Gapp schon vor Beginn ihrer Ausbildung sammeln – bei einem Praktikum im Kreißsaal einer anderen Klinik. „Ich wusste zwar schon, dass ich den Ausbildungsplatz habe, doch ich wollte ganz sicher sein und zumindest schon einmal eine Geburt erlebt haben. Es war ein bewegender Moment, als das Kind schließlich da war und ich so eine Verbundenheit zu den Eltern spürte.“ Inzwischen hat sie im Rahmen der Ausbildung schon eine Geburtshilfe selbstständig durchgeführt. „Davor hatte ich enormen Respekt, doch als es losging, war ich einfach präsent. Das war auch eine sehr schöne Erfahrung.“

Den Horizont erweitern

Ein wesentlicher Aspekt, der die Auszubildende beschäftigt, ist auch die Haftpflichtversicherung, die Hebammen und Entbindungshelfer benötigen und die mit hohen Kosten verbunden sein kann. „Wir sind natürlich über die Ausbildung abgesichert, doch nun, da der Abschluss näher rückt, wird es allmählich auch ein Thema, besonders wenn man später freiberuflich Geburtshilfe anbieten möchte.“

Nach der Ausbildung möchte Leonie Gapp aber zunächst ihren Horizont erweitern. „Ich möchte mir noch verschiedene Bereiche ansehen, auch Geburtshilfe außerhalb der Klinik und im Ausland. Also noch möglichst viel sehen und dann meinen Weg finden.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 11.10.2016