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Rubrik Lehrer und Eltern


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Logopädin

Mit Fachwissen und Einfühlungsvermögen

Menschen helfen - das tun nicht nur Ärztinnen oder Entwicklungshelfer. Medizinische Ausbildungsberufe sind eine spannende und anspruchsvolle Alternative, die aber ebenso viel persönlichen Einsatz verlangen. Zum Beispiel in einer logopädischen Praxis.

Logopädin arbeitet mit einem Jungen. Beide halten sich den Zeigefinger an den Mund.

Eine Logopädin bei der Arbeit.

Deutscher Bundesverband für Logopädie/Jan Tepass

„Tanne" oder „Kanne"? Der kleine Max verwechselt oft Laute. Wenn er in die Schule kommt, wird er so nicht richtig schreiben lernen. Die Logopädin Renate Wiebel zeigt ihm zwei Bilder: Der Holzhacker steht für das „k", der Tropfen für das „t". Sie spricht die Laute deutlich vor, Max soll auf das passende Bild zeigen. Wenn er das kann, übt sie Silben wie „ka" und „ta", dann „ak" und „at", später „ako" und „ato". Zweimal die Woche kommt Max zu der Logopädin, seine Mutter ist dabei und übt zu Hause mit ihm weiter. Es kann sechs Wochen, aber auch ein halbes Jahr dauern, bis er selbst ganze Wörter fehlerfrei spricht.

Renate Wiebel kennt den Aufbau der Sprech- und Stimmorgane und viele Gründe für Sprachstörungen. Neben phonologischen Störungen wie bei Max behandelt sie auch Kinder, die stottern, Sätze falsch bilden oder Wörter vergessen. Jedes braucht eine andere Therapie.

„Die Ausbildung ist sehr anspruchsvoll, man lernt drei Jahre lang von morgens bis abends", betont sie. „Sehr gut war dann mein Jahr als Angestellte an der Uniklinik. Dort wird man mit dem gesamten Therapie-Ablauf konfrontiert, zum Beispiel von Schlaganfall-Patienten, tauscht sich mit Ärzten, Krankengymnasten und anderen Fachleuten aus und macht Fortbildungssitzungen." Später bildete sie sich jahrelang ein Wochenende im Monat weiter, auf eigene Kosten. Noch heute tauscht sie sich in Arbeitskreisen mit Kollegen aus, denn Bereiche wie die Gehirnforschung entwickeln sich rasant weiter.

Sitzungen vor- und nachbereiten

Ihre eigene Praxis in Kaltenberg gab ihr die Möglichkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren. Dort behandelt sie etwa sechs Patienten am Tag. Für jede Therapie braucht sie ungefähr eine Dreiviertelstunde. Dennoch hat sie bis zu neun Stunden Arbeit, denn sie muss Sitzungen vor- und nachbereiten, für die Krankenkassen dokumentieren, Briefe an Ärzte schreiben oder Lehrern das weitere Vorgehen erklären; zum Beispiel einen Grundschullehrer bitten, dass er das Kind eine Zeitlang vom Vorlesen in der Klasse befreit.

„Die Arbeit ist anstrengend, vor allem wenn man als Selbstständige genug Geld verdienen muss", sagt Renate Wiebel. „Man darf nicht frustriert sein, wenn man eine schöne Stunde vorbereitet hat und das Kind das Spielzeug dann einfach in die Ecke wirft. Ich versuche einen Mittelweg zu finden, um meine eigene Gesundheit und Kraft lange zu erhalten. Wenn einem das gelingt, ist Logopädin ein schöner Beruf mit viel Gestaltungsfreiheit."

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