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Beim Probe-Tag den Traumjob gefunden

Ein medizinisch-technischer Radiologieassistent schaut sich ein Röntgenbild an.
Medizinisch-technische Radiologie-Assistenten röntgen Patienten - zum Beispiel nach einem Unfall.
Foto: Hans-Martin Issler

Medizinisch-technischer Radiologie-Assistent

Beim Probe-Tag den Traumjob gefunden

Linus Stein (23) macht eine Ausbildung zum medizinisch-technischen Radiologie-Assistenten in einem Klinikum in Witten, kurz MTRA. Damit ist er bald fertig – eine feste Stelle hat er schon jetzt in Aussicht.

Für seine Ausbildung entschied sich Linus Stein ziemlich kurzfristig. Das Maschinenbaustudium nach dem Abitur hatte er nach einem Semester abgebrochen, weil er merkte, dass das Fach nicht zu ihm passte. Als er dann ein FSJ im Krankenhaus machte, erzählte ihm seine Mutter von der Ausbildung zum medizinisch-technischen Radiologie-Assistenten. Linus Stein arbeitete einen Tag zur Probe und das gefiel ihm so gut, dass er den Beruf erlernen wollte. „Eine gute Entscheidung“, findet er heute.

Ein Porträt-Foto von Linus Stein

Linus Stein

Foto: Privat

Medizinisch-technische Radiologie-Assistenten (MTRA) röntgen Patienten – beispielsweise nach einem Unfall. Bei Erkrankungen wie Krebs führen sie auch Strahlentherapien durch. Im Bereich der Nuklearmedizin arbeiten MTRAs außerdem mit radioaktiven Stoffen, die in Organen wie der Schilddrüse Stoffwechselveränderungen oder Dysfunktionen sichtbar machen können. „Ich finde das Zusammenspiel zwischen Patientenkontakten und hochmoderner Technik sehr spannend“, sagt der 23-jährige. „Ich kann Menschen helfen, die sehr schwer krank sind. Gleichzeitig ist es eine Herausforderung, die Geräte zu verstehen und zu bedienen.“

Krankheitsbilder und Untersuchungsmethoden

Seine Ausbildung begann an einer Berufsschule in Dortmund mit drei Semestern Theorie-Unterricht. Dabei standen vor allem vier Fachbereiche auf dem Stundenplan: In „radiologischer Diagnostik“ lernte Linus Stein, wie eine Röntgenanlage oder Computertomographen funktionieren und wie einzelne Untersuchungen damit ablaufen. In „Nuklearmedizin“ ging es um Untersuchungen und Therapien mit radioaktiven Stoffen. „Im Unterricht haben wir über die Halbwertszeiten von radioaktiven Stoffen gesprochen, was mit ihnen im Körper passiert und wie sich die entsandte Strahlung messen lässt.“

Im Fachbereich „Strahlentherapie“ wiederum beschäftigten sich Linus Stein und seine Mitschüler mit Krebserkrankungen und wie sie in der Strahlentherapie behandelt werden können. In „Dosimetrie“ hingegen befassten sie sich mit Themen rund um Strahlenschutz – also wie man sich selbst und die Patienten mit möglichst geringen Dosierungen bei Untersuchungen schützen kann.

Von der Ausbildung in den Job

Nach der Theorie folgten zwei Semester in der Praxis. Linus Stein arbeitete in einer Klinik im nahe gelegenen Witten. Je drei Monate in der Strahlen- und dann in der Nuklearmedizin, anschließend ein halbes Jahr in der radiologischen Diagnostik. „Ich habe selbstständig Röntgenuntersuchungen durchgeführt und mit Computertomographen und Kernspintomographen unter Aufsicht meiner erfahrenen Kollegen gearbeitet“, erzählt er. Arm- oder Beinbrüche können so ebenfalls erkannt werden wie Tumore oder Entzündungen in Organen.

In seinem letzten Semester dreht sich derzeit alles um die Abschlussprüfungen: Linus Stein muss mehrere Klausuren, mündliche und praktische Prüfungen bestehen, bevor er sich examinierter MTRA nennen darf. Schon jetzt hat er eine mündliche Zusage für eine feste Stelle – der 23-Jährige wird wohl im Herbst nach Berlin ans Unfallkrankenhaus gehen, in die radiologische Abteilung. Ob er dann später noch eine weitere Ausbildung dranhängt, weiß er noch nicht. „Jetzt freue ich mich erst einmal darauf, im Beruf arbeiten zu können.“ Denn das war der einzige Haken während der Ausbildung: Einen Lohn gab es nicht. Schüler-BAföG hat er zwar beantragt, allerdings wurde es nicht bewilligt. Stattdessen unterstützten ihn seine Eltern finanziell. „Nun kann ich endlich bald mein eigenes Geld verdienen.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf

abi>> 20.07.2015