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Ein helfender Beruf mit Zukunft

Die Probeprothese wird aufgebaut und vermessen.
Rund vier Millionen Menschen benötigen orthopädietechnische Hilfsmittel - der Bedarf an Fachkräften ist dementsprechend groß.
Foto: Dirk Goetz

Orthopädietechnik-Mechaniker: Hintergrund

Ein helfender Beruf mit Zukunft

Handwerkliches Geschick, Einfühlungsvermögen und medizinisches Interesse – wer Orthopädietechnik-Mechaniker werden möchte, muss viele Fähigkeiten mitbringen. Dafür winkt eine spannende Tätigkeit mit guten Zukunftsaussichten.

Die neuesten Zahlen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks sprechen eine deutliche Sprache: Die Ausbildung zum Orthopädietechnik-Mechaniker wird unter deutschen Schulabgängern immer beliebter. 578 neue Ausbildungsverträge konnten im Jahr 2014 abgeschlossen werden und damit fast 150 mehr als im Jahr zuvor. „Die Freude darüber ist groß in der Branche, gerade in Anbetracht der Tatsache, dass in vielen anderen Handwerksberufen händeringend neue Auszubildende gesucht werden“, sagt Chantal Bechthold, Referentin für Berufsbildung und internationale Zusammenarbeit des Bundesinnungsverbands für Orthopädie-Technik. „Das Thema wird der Öffentlichkeit immer bekannter; nicht zuletzt dank der Paralympics rückt es in den Fokus.“

Ein sicheres Betätigungsfeld

Schätzungsweise mehr als vier Millionen Menschen benötigen in Deutschland orthopädietechnische Hilfsmittel – dementsprechend groß ist auch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften. „Und angesichts des demografischen Wandels werden es in Zukunft noch mehr sein“, prognostiziert Chantal Bechthold. Angehende Orthopädietechnik-Mechaniker haben sich also für ein vergleichsweise sicheres Betätigungsfeld entschieden. Nach der erfolgreich absolvierten Ausbildung arbeiten sie in Orthopädietechnik- oder Rehawerkstätten, in Verkaufsräumen von Fachgeschäften, in Sanitätshäusern mit angegliederter Werkstatt oder auch im Außendienst, um bei den Patienten die Anpassung der Hilfsmittel persönlich vorzunehmen.

Bis vor zwei Jahren hieß die Ausbildung noch „Orthopädiemechaniker/in und Bandagist/in“; 2013 wurde sie dann nicht nur umbenannt und um ein halbes Jahr auf drei Jahre verkürzt, sondern auch neu geregelt. Fortan berücksichtigt sie die wachsende Bedeutung von Elektronik und Sensorik in der Orthopädietechnik, während die Ausbildungsinhalte aus dem Bereich der Mechanik verringert wurden. Auch die bisherige Zwischen- und Gesellenprüfung wurde durch eine gestreckte Abschlussprüfung mit zwei Teilen ersetzt. Neu hinzu kam außerdem die Spezialisierung auf die Schwerpunkte Prothetik, individuelle Orthetik oder Rehabilitationstechnik, die in den letzten sechs Monaten der Ausbildung erfolgen kann.

Interessante berufliche Möglichkeiten

Für wen ist die umfangreiche Ausbildung geeignet? „Für junge Leute, die handwerklich begabt sind, sorgfältig arbeiten können, ein gewisses Einfühlungsvermögen mitbringen und keine Berührungsängste im Umgang mit Menschen mit Handicap haben“, erläutert Chantal Bechthold. Auch ein gewisses Interesse an Technik und Medizin ist wichtig, ebenso räumliches Vorstellungsvermögen.

Nach der Ausbildung bieten sich interessante berufliche Möglichkeiten. „Wer Interesse an einer beruflichen Weiterentwicklung hat, kann nach der Gesellenprüfung zwei Wege beschreiten“, erklärt die Referentin. Der erste ist der Besuch eines Meisterlehrgangs an einer Meisterschule, also die klassische Handwerksprüfung. Diese beinhaltet neben dem Vermitteln des Fachwissens auch die Themen Betriebswirtschaft und Recht sowie Pädagogik. „Diese Zusatzqualifikation eignet sich besonders für diejenigen, die planen, sich im Laufe ihres Berufslebens selbstständig zu machen oder die in einer leitenden Funktion in der Werkstatt arbeiten möchten. Denn wer seinen Meister in der Tasche hat, darf auch andere ausbilden“, weiß Chantal Bechthold.

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abi>> 03.06.2015