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Aus Liebe zum Handwerk

Eine Frau zeigt mit dem Finger auf eine Plastik-Wirbelsäule.
Die Schön Klinik in Neustadt/Holstein hat sich auf Wirbelsäulenerkrankungen spezialisiert.
Foto: Axel Jusseit

Orthopädietechnik-Mechanikerin

Aus Liebe zum Handwerk

Menschen, Technik, Medizin: Kaya Breede (22) hat sich nach einem Praktikum für die Ausbildung zur Orthopädietechnik-Mechanikerin entschieden. Hier kann sie ihrer Leidenschaft fürs Handwerk nachkommen und dabei Menschen helfen, die körperlich eingeschränkt sind.

Kaya Breede entwickelte schon früh eine ausgeprägte Leidenschaft für das Handwerk: „Bereits als Kind habe ich mich oft gemeinsam mit meinem Vater handwerklich betätigt. Da war ich in meinem Element“, erinnert sich die 22-Jährige. Nach ihrem Abitur in Schleswig-Holstein hat sie ein Berufsberater auf die Ausbildung zur Orthopädietechnik-Mechanikerin aufmerksam gemacht. „Handwerk, Kreativität, Gesundheit – hier kamen alle Bereiche zusammen, die mich interessierten“, fasst Kaya Breede die Gründe für ihre Entscheidung zusammen.

Technisches Gespür und Einfühlungsvermögen

Ein Porträt-Foto von Kaya Breede

Kaya Breede

Foto: Privat

Während eines Kurzpraktikums bei der Orthopädie Technik Bauche GmbH, die in der Schön Klinik in Neustadt/Holstein angesiedelt ist, erhielt Kaya Breede die Möglichkeit, den Berufsalltag einer Orthopädietechnik-Mechanikerin kennenzulernen. Gleichzeitig konnte sie beweisen, dass sie für den Job geeignet ist. In verschiedenen Übungen überprüften die zukünftigen Ausbilder das handwerkliche Geschick und technische Gespür der Bewerber: „Meine Aufgabe war es, ein aus Drei- und Vierecken bestehendes Puzzle aus Metall zu fertigen sowie eine Metallstange an ein Gipsbein anzupassen. Das war am Anfang nicht so einfach. Aber mittlerweile habe ich den Dreh raus und weiß, wie sich die unterschiedlichen Materialien verhalten, wenn man sie bearbeitet”, schildert Kaya Breede ihre Erfahrungen.

Ebenso wichtig wie die Technik ist der Umgang mit den Patienten. „Viele benötigen ein Korsett, da das Krankenhaus, in dem sich unsere Orthopädie-Werkstatt befindet, auf Wirbelsäulenerkrankungen spezialisiert ist. Aber wir fertigen auch Orthesen und Prothesen oder Einlagen“, berichtet Kaya Breede. Bei allen Begegnungen mit Patienten ist ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen von Nöten. „Vor allem im Umgang mit Kindern nehmen wir uns Zeit; die Kleinen dürfen in die Werkstatt und sich anschauen, wie wir schleifen und sägen, damit sie die Angst verlieren und besser verstehen, was wir machen.“

Theorieunterricht in der Berufsschule

Vier Mal im Jahr tauscht Kaya Breede ihren Platz in der Werkstatt gegen das Klassenzimmer in der Berufsschule. Etwa vier Wochen lernt sie dann zusammen mit rund 30 Klassenkameraden an der Hamburger Berufsschule die notwendige Theorie: „Wir sprechen zum Beispiel über die Eigenschaften der Werkstoffe, die wir verwenden, und mit welchen Werkzeugen wir sie am besten bearbeiten.” Auf dem Stundenplan stehen auch Grundlagenfächer wie Englisch, Deutsch und Wirtschaft und natürlich die Anatomie und Pathologie des Körpers. „Wir lernen, wie ein Fuß aufgebaut ist, welche Fehlstellungen es geben kann und wie wir diese als angehende Orthopädietechnik-Mechaniker beheben können.”

Noch heute, zwei Jahre nach Beginn ihrer Ausbildung, ist Kaya Breede glücklich, dass ihr Weg sie zu diesem Beruf führte. „Die Arbeit ist enorm abwechslungsreich. Wir arbeiten mit den unterschiedlichsten Materialien, wie Holz, Kunststoff oder Metall. Ich treffe jeden Tag viele Menschen – vom Kleinkind bis zum Rentner – und habe nette Kollegen, mit denen es Spaß macht zu arbeiten“, schwärmt die junge Frau. In einem Jahr wird sie die dreijährige Ausbildung beenden. Für die Zeit danach hat sie zwar bereits einige Ideen, aber noch keine konkreten Pläne: „Ich kann mir gut vorstellen, eines Tages ein weiterführendes Studium anzuschließen oder meinen Meister zu machen. Zunächst möchte ich aber als Gesellin weitere Berufserfahrung sammeln und später vielleicht mal in der Entwicklungshilfe arbeiten.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf

abi>> 03.06.2015