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Teamwork zwischen Mensch und Pferd

Nils zur Lage sattelt sein Pferd.
Der angehende Pferdewirt Nils zur Lage sattelt ein Pferd und bereitet es für das anstehende Training vor.
Foto: Mias König

Pferdewirt

Teamwork zwischen Mensch und Pferd

Als angehender Pferdewirt pflegt und trainiert Nils zur Lage (19) Reitpferde. Beim Umgang mit diesen Tieren ist besondere Umsicht und Einfühlungsvermögen gefragt – denn jedes Tier ist anders.

Nils zur Lage hat schon seit seiner Kindheit mit Pferden zu tun. „Meine Eltern haben einen Pferdezuchtbetrieb im niedersächsischen Bersenbrück. Der Umgang mit Pferden ist daher ganz normal für mich“, sagt der 19-Jährige. Nach dem Abitur zog es Nils zur Lage zunächst für ein halbes Jahr ins Ausland, bevor er sich um eine Ausbildungsstelle als Pferdewirt bewarb. „Ich hatte zwischen einer landwirtschaftlichen und der Ausbildung zum Pferdewirt geschwankt. Jetzt bin ich mit meiner Entscheidung sehr zufrieden“, sagt der angehende Pferdewirt. Derzeit befindet er sich in seinem zweiten Ausbildungsjahr im Reitstall der Böckmann Pferde GmbH im Oldenburger Münsterland. 

In der betrieblichen Ausbildung zum Pferdewirt dreht sich alles rund um die Vierbeiner. Die Auszubildenden wählen zwischen den Schwerpunkten Klassische Reitausbildung, Pferdehaltung und Service, Pferderennen, Pferdezucht oder Spezialreitweisen. „Ich mache die Klassische Reitausbildung und trainiere Pferde im Springreiten“, erzählt Nils zur Lage, den die Teamarbeit mit den Tieren begeistert. „Man macht gemeinsam mit den Pferden Fortschritte. Und da jedes Tier anders ist, lernt man immer dazu.“

Individuelle Trainingspläne

Ein Porträt-Foto von Nils zur Lage.

Nils zur Lage

Foto: Mias König

„Ein Teil der Ausbildung beinhaltet die Vorstellung der Pferde auf Turnieren. Die jungen Pferde werden zunächst in Springpferdeprüfungen präsentiert. Hier werden die Springmanier, das Vermögen und die Eignung als Sportpferd bewertet. In den Prüfungen werden Noten von Null bis Zehn vergeben. Die Note Acht entspricht einem „gut“. Diese Wertung muss erreicht werden, um sich bei Sichtungsturnieren für das Bundeschampionat zu qualifizieren“, erklärt der junge Reiter. Durch eine intensive Ausbildung, gute Platzierungen und Siege kann der Wert eines Springpferdes gesteigert werden.

Nils zur Lage arbeitet schon mit den Pferden, wenn sie noch Fohlen sind. „Ich unterstütze bei Impfungen und Wurmkuren, bringe die Tiere regelmäßig zum Hufschmied und zum Setzen der Brandzeichen.“ Ab einem Alter von etwa drei Jahren kann der angehende Pferdewirt die Tiere dann anreiten. Dabei wird mit jedem Tier nach einem individuellen Trainingsplan gearbeitet. Unter anderem wird auf Kondition, Ausdauer und Muskelaufbau, die sogenannte Gymnastizierung, geachtet. „Erst wenn die Pferde dressurmäßig gut ausgebildet sind, wird mit dem Springtraining begonnen“, berichtet Nils zur Lage, der seinen Schützlingen großen Respekt entgegenbringt. „Man arbeitet nicht mit Maschinen, sondern mit Lebewesen. Jedes Tier hat seinen eigenen Kopf und Charakter und darauf muss man sich einstellen.“

Alles rund ums Pferd

Neben dem betrieblichen Teil auf dem Reithof gehört zur Ausbildung zum Pferdewirt auch der wöchentliche Besuch der Berufsschule. „Hier lernen wir alles rund ums Pferd –die Anatomie, die verschiedenen Reitweisen der Tiere, die Qualität der Grundgangarten sowie die Pferdezucht. Aber auch Politik, Recht und kaufmännisches Wissen werden vermittelt“, erklärt der Auszubildende.
Nach seiner Ausbildung möchte Nils zur Lage weitere Berufserfahrung als Pferdewirt sammeln, um eines Tages den elterlichen Betrieb zu übernehmen. „Unter Umständen will ich noch Agrarwissenschaften studieren – das ist aber noch offen“, sagt der angehende Pferdewirt.

Hier geht´s zu „So kann ein Arbeitstag aussehen" >>

abi>> 26.03.2018