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Die rechte Hand der Apotheker

Flaschen mit Flüssigkeiten.
Auch jenseits des Verkaufsraums müssen sich pharmazeutisch-technische Assistenten mit Stoffen und Drogen gut auskennen.
Foto: Heidrun Hönninger

Pharmazeutisch-technische Assistentin

Die rechte Hand der Apotheker

Vielseitig, verantwortungsvoll und nah am Menschen – das ist der Beruf der pharmazeutisch-technischen Assistentin. Joyce Kyeremeh (21) absolviert gerade die schulische Ausbildung in Koblenz.

Wer sich gerne mit naturwissenschaftlichen Fragen auseinandersetzt und Freude an der Arbeit im Labor hat, für den könnte der Beruf des pharmazeutisch-technischen Assistenten, kurz PTA, eine interessante Option sein. Das dachte sich auch Joyce Kyeremeh, nachdem sie 2013 das Abitur in der Tasche hatte: „Der Bereich Medizin hat mich fasziniert. Allerdings musste ich während eines Schulpraktikums in einem Krankenhaus feststellen, dass das Arbeiten am Patienten nicht mein Ding ist. Über die Recherche im Internet kam ich schließlich auf die Idee, eine Ausbildung zur PTA in Koblenz zu machen.“

Nicht nur in der Apotheke gefragt

Ein Porträt-Foto von Joyce Kyeremeh

Joyce Kyeremeh

Foto: Daniela Berger

PTAs arbeiten meist in öffentlichen Apotheken, da hier das Tätigkeitsfeld besonders vielseitig ist: Es reicht von der Kontrolle und Verbuchung der Waren, Prüfung der Verfalldaten von Medikamenten, Beratung der Kunden bis hin zur Herstellung von Arzneimitteln wie Salben, Cremes, Kapseln und Teemischungen. PTAs sind aber auch bei Krankenkassen, in der Forschung und Entwicklung, im Vertrieb der pharmazeutischen Industrie oder in Krankenhausapotheken gefragte Fachkräfte. Joyce Kyeremeh weiß bereits, wo sie nach der Ausbildung am liebsten beschäftigt sein möchte: „Während des Praktikums über 160 Stunden in einer Apotheke, das übrigens jeder Auszubildende im Rahmen der schulischen Ausbildung in den Ferien leisten muss, habe ich viel gelernt. Besonders interessant fand ich es, die Abläufe kennenzulernen, die abseits des Verkaufsraums stattfinden. Dabei ist mir klar geworden, dass ich lieber hinter den Kulissen, also im Labor, arbeiten möchte. Daher hoffe ich, nach meiner Ausbildung eine Stelle in einer Krankenhausapotheke ergattern zu können.“

Praktische Übungen sorgen für Abwechslung

Nach ihrer zweijährigen Ausbildungszeit in der Schule folgt eine sechsmonatige praktische Ausbildung in der Apotheke. Doch bevor Joyce Kyeremeh und die anderen PTA-Azubis vom Koblenzer Standort von „DIE SCHULE für Berufe mit Zukunft“ aus in die Berufswelt entlassen werden, müssen sie einiges lernen. Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Arzneimittel- und Drogenkunde, pharmazeutische Chemie und physikalische Gerätekunde, aber auch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Mathematik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Auch ein Kurs in Erster Hilfe ist Pflicht. „Besonders gefällt mir, dass die Ausbildung von Anfang an sehr praxisorientiert und somit abwechslungsreich ist. Durch praktische Übungen habe ich zum Beispiel gelernt, wie Arzneimittel hergestellt werden oder wie man die Wasserlöslichkeit verschiedener Stoffe testet“, berichtet die 21-Jährige, die bald ins zweite Lehrjahr startet.

Finanzielle Unterstützung ist möglich

Die PTA-Ausbildung in Koblenz kostet 325 Euro im Monat. Hinzu kommen 102 Euro Bearbeitungs- und 307 Euro Prüfungsgebühr. Joyce Kyeremeh bezieht BAföG, um für das Schulgeld aufkommen zu können. Mit ihrer Entscheidung, den Beruf der PTA zu erlernen, ist die Auszubildende rundum zufrieden und sie weiß inzwischen, dass es in der Praxis mehr braucht als lediglich Interesse für naturwissenschaftliche Fächer: „Man muss auf jeden Fall die Fähigkeit besitzen, sehr genau zu arbeiten, da zum Beispiel die Dosen für die Herstellung bestimmter Arzneimittel penibel eingehalten werden müssen – sonst kann das fatale Folgen haben.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf

abi>> 14.09.2015