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Am Kundenschalter und im Labor

Junge Frau stellt eine Salbe her
Um Salben, Tabletten und andere Medikamente herstellen zu können, sind fundierte Kenntnisse in der Arzneimittelkunde notwendig.
Foto: Ria Kipfmüller

Pharmazeutisch-technischer Assistent

Am Kundenschalter und im Labor

Michael Scheidler befindet sich am Ende seines zweiten Ausbildungsjahres zum pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) und steckt gerade mitten in den Zwischenprüfungen. Hat der 20-Jährige diese Hürde geschafft, liegen noch sechs Monate Praxiszeit in der Apotheke vor ihm.

Ein Schülerpraktikum während der neunten Klasse gab den Ausschlag: Die Erfahrungen, die er in einer Apotheke sammelte, gefielen Michael Scheidler so gut, dass er dort bis zu seinem Abitur regelmäßig jobbte. „Ich finde es spannend, dass jeden Tag neue Kunden mit neuen Problemen kommen, auf die man nicht vorbereitet ist“, erklärt Michael Scheidler. Von da an war es sein Ziel, nach dem Schulabschluss ein Pharmaziestudium zu beginnen. Da seine Abiturnote dafür aber nicht ganz ausreichte, entschied er sich für die Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten, die er nun an der PTA-Schule in München absolviert.

Arzneimittelkunde bis Botanik

Zum Berufsbild des PTA gehört unter anderem auch die Herstellung von Arzneimitteln wie Salben, Tabletten oder Gelen. Damit die Arbeit mit Schale, Spatel und Kapselmaschine im Apothekenlabor gelingt, standen für Michael Scheidler neben theoretischen Inhalten auch viele praktische Übungen auf dem Plan. Fundiertes Wissen aus Botanik, Ernährungs- und Arzneimittelkunde, Galenik (Arzneimittelherstellung) und Chemie bereitet die Auszubildenden auf das Berufsleben vor. „In den Prüfungsfächern beginnt man mit den Basics, wobei die Inhalte immer anspruchsvoller werden“, erzählt der Auszubildende. Dazu kommen allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Englisch und Sozialkunde.

Viel Praxiserfahrung

Ein Porträt-Foto von Michael Scheidler

Michael Scheidler

Foto: privat

Um Einblick in den Praxisalltag zu bekommen, absolvieren die Auszubildenden außerdem insgesamt vier Wochen Famulatur, also die praktische Tätigkeit in einer Apotheke. Michael Scheidler hat sein Praktikum in der Forellen-Apotheke in München-Solln geleistet, darüber hinaus arbeitete er dort auch noch täglich nach dem Unterricht. Neben der Ausbildung noch zu jobben, sei aber keine Selbstverständlichkeit: „Es fällt mir relativ leicht, außerdem verdiene ich dadurch noch etwas Geld dazu“, begründet er sein Engagement. Zu seinen täglichen Aufgaben gehörte es zum Beispiel, unter Aufsicht im sogenannten Handverkauf die Kunden zu bedienen, organisatorische Listen am Computer zu erstellen oder Telefonate zu führen. Besonders gut gefällt ihm, dass er viel mit Menschen zu tun hat: „Wenn man die Kunden längere Zeit kennt, baut man eine Beziehung zu ihnen auf. Ich liefere auch viele Medikamente an ältere Leute aus. Die freuen sich, dass jemand da ist.“

Studium nach der Ausbildung

Den theoretischen Teil seiner Ausbildung hat Michael Scheidler inzwischen abgeschlossen. Sein Wissen musste er innerhalb von drei Wochen in mehreren schriftlichen und praktischen Prüfungen beweisen. Jetzt folgen noch drei mündliche. „Dann gehe ich für ein halbes Jahr ganztags in die Forellen-Apotheke und muss anschließend noch eine Prüfung in Apothekenpraxis bei der Landesregierung bestehen“, erklärt er die nächsten Schritte. Nach seiner Ausbildung will der 20-Jährige unbedingt Pharmazie studieren: „Am liebsten in Regensburg oder Heidelberg.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 17.08.2017