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Rubrik Lehrer und Eltern


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Physiotherapeut

Schmerzen lindern als Berufung

Physiotherapie ist viel Handarbeit. Gerade deshalb ist der Beruf für Max Kromas (22) genau das Richtige: "Ich wollte etwas lernen, bei dem ich körperlich aktiv bin und mit Menschen zu tun habe." Er lernt an der staatlichen Berufsfachschule für Physiotherapie in Erlangen im dritten Schuljahr.

Auf dem Bild ist Max Kromas mit seiner Lehrerin zu sehen, wie er einen Patienten behandelt.

Nicht jeder Handgriff sitzt beim ersten Mal: Lehrerin Anja Niemeyer unterweist Max Kromas bei der manuellen Therapie der Wirbelsäule

Foto: Leberzammer

„Jetzt die andere Seite, damit du am Wochenende auch richtig tanzen kannst." Max Kromas massiert gerade den Rücken einer Mitschülerin. Es ist Freitagnachmittag und das Unterrichtsfach an der Berufsfachschule für Physiotherapie in Erlangen heißt „Manuelle Therapie der Wirbelsäule". Der 22-Jährige, der aus der Nähe von Erlangen stammt, hat sich bei Berufsfachschulen in ganz Süddeutschland beworben und hat sich sehr über die Zusage aus der Universitätsstadt gefreut. „Wir dürfen hier ab dem zweiten Jahr unser erlerntes Wissen an Patienten in den benachbarten Kliniken anwenden und komplettieren", erklärt er.  

An der Berufsfachschule

Geld verdienen muss er dagegen erst einmal hinten anstellen - jedenfalls während der dreijährigen Ausbildungszeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Berufen kann man Physiotherapeut nicht in einem Betrieb, in diesem Fall einer Praxis oder einer Klinik, lernen, sondern nur an Berufsfachschulen. Und die bezahlen keine Ausbildungsvergütung. Im Gegenteil. Wer keine staatliche, sondern eine private Berufsschule besucht, muss mit durchschnittlich 300 Euro Gebühren im Monat rechnen. Weitere Infos erteilt dir die Schule deiner Wahl. Für die Ausbildung kann allerdings BAföG beantragt werden. Was bewegt dann einen Abiturienten dazu, eine Ausbildung als Physiotherapeut zu absolvieren? „Ich tue den Menschen etwas Gutes und freue mich außerdem, wenn ich Freunden helfen kann, die ein Zipperlein haben", erklärt Max Kromas. Ob ein Beruf im Gesundheitswesen wirklich etwas für ihn ist, hat er gleich nach dem Abi in einem einjährigen Pflegepraktikum an einer Rehaklinik ausgetestet.

Praktika verbessern Chancen

„Das war nicht nur für meine eigene Orientierung wichtig, sondern hat meine Chancen, an der Schule aufgenommen zu werden, erheblich verbessert", weiß er. In der Tat bewerben sich an der Erlanger Schule jedes Jahr bis zu 400 junge Frauen und Männer um gerade einmal 30 freie Ausbildungsplätze. „Wir legen Wert auf gute Schulnoten in naturwissenschaftlichen Fächern und empfehlen vorab ein Praktikum in einem Pflegeberuf zu absolvieren", sagt Claudia Dreßler, leitende Lehrkraft für Physiotherapie. So könnten die Bewerber sich darüber klar werden, ob sie tatsächlich jeden Tag mit kranken Menschen arbeiten möchten und können.

25.087 Schülerinnen und Schüler (Gesamtzahl aller drei Jahrgänge, ohne Hessen und Bremen, die keine Statistik führen) gab es im Schuljahr 2007/2008 an den insgesamt 266 Schulen für Physiotherapie in Deutschland. Rund 30 Prozent davon sind Männer. Genaue Zahlen über den Anteil der Abiturienten gibt es nicht. „Die Mehrzahl der Schüler hat aber die Fachhochschul- oder die Hochschulreife", weiß Angelika Heck-Darabi vom Deutschen Verband für Physiotherapie (ZVK) aus langjähriger Erfahrung.

Berufserfahrung sammeln

Wie es bei Max Kromas nach den Prüfungen im Herbst beruflich weiter geht, kann er noch nicht sagen. Er kann sich aber auch vorstellen, noch einen Bachelor in Physiotherapie aufzusatteln. „Aber jetzt will ich erst einmal Berufserfahrung sammeln und Patienten in die Finger kriegen." Seine Mitschüler für den Discobesuch am Wochenende auflockern kann er ja bereits.

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