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Menschen in ihrer Eigenständigkeit stärken

Nahaufnahme eines Knettballs in den Händen.
Eine fürsorgliche und verantwortungsvolle Tätigkeit ist die des Heilerziehungspflegers. Die Ausbildung findet an einer Berufsfachschule statt.
Foto: Elizaveta Shlosberg

Schulische Ausbildung: Heilerziehungspfleger

Menschen in ihrer Eigenständigkeit stärken

Moritz Weiß (21) engagierte sich schon in der Schulzeit für Menschen mit Behinderung und organisierte Freizeitbetreuungen für die Evangelische Kirche in Essen. Die Ausbildung zum staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger (HEP) war deshalb genau die richtige Wahl für ihn.

Der angehende Heilerziehungspfleger ist im ersten Ausbildungsjahr am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg (GBBK) in Duisburg. Die Ausbildung ist kostenfrei, da es sich um eine staatliche Schule handelt. „Meine Arbeit ist vielfältig und macht Spaß“, sagt er. „Die Mischung aus Schule und Praktika liegt mir.“ Nach dem Abitur 2015 begann Moritz Weiß, Englisch und katholische Religion auf Lehramt zu studieren. „Dabei fehlte mir aber die Praxis.“ Als er von der Ausbildung zum Heilerziehungspfleger hörte, entschied er sich 2016 um.

Voraussetzung für seine Aufnahme waren 900 Stunden Praxiserfahrung in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass sich die Bewerber eingehend mit ihrem Berufswunsch befasst haben. In der dreijährigen Ausbildung wechseln sich Berufsschule und praktische Phasen ab. In den ersten zwei Jahren findet die theoretische Ausbildung im Berufskolleg statt. Im Unterricht stehen Fächer wie Gesundheit und Pflege, Psychiatrie oder Gesellschaftslehre auf dem Stundenplan.

Praxis kommt nicht zu kurz

Ein Porträt-Foto von Moritz Weiß

Moritz Weiß

Foto: Gisela Tücking

„Im praktischen Ausbildungsteil leisten wir im ersten Jahr jeweils zwei Praktika von je vier Wochen und im zweiten Jahr ein achtwöchiges Praktikum“, erklärt Moritz Weiß. Die Auszubildenden absolvieren zusätzlich ein Projekt, etwa die Organisation eines Ausflugs für Menschen mit Behinderungen. Das dritte Ausbildungsjahr besteht aus einem einjährigen Berufspraktikum, mit dem der Auszubildende die staatliche Anerkennung erwirbt. Für das Berufspraktikum erhalten die Schüler in der Regel eine an den Bundesangestelltentarif (BAT) angelehnte Vergütung.

„Ich habe bereits ein Praktikum in einem Wohnheim für psychisch Kranke absolviert, die ich in ihrem alltäglichen Leben begleitet habe“, erzählt er. „Die Herausforderung dabei ist, Vertrauen aufzubauen und trotzdem in diesem privaten Umfeld Distanz zu bewahren.“ Das liegt dem 21-Jährigen: „Später möchte ich in einem Wohnheim oder in einer WG mit Menschen mit Behinderung arbeiten und Heilpädagogik oder Sonderpädagogik studieren.“

abi>> 14.04.2017