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Füttern, ausmisten und informieren

Junge Frau streichelt Nashorn.
Angehende Tierpflegerinnen und Tierpfleger der Fachrichtung Zoo haben immer wieder mit Wildtieren zu tun. Da ist Vorsicht geboten.
Foto: Ria Kipfmüller

Tierpflegerin

Füttern, ausmisten und informieren

Nadine Lang (24) absolviert im Nürnberger Tiergarten eine Ausbildung zur Tierpflegerin. Neben der Fütterung und Versorgung von Giraffe, Luchs und Co. muss sie als angehende Tierpflegerin auch mit Rechen und Mistgabel zupacken können.

„Ich finde, in der Schule geht man viel zu wenig auf die Möglichkeit ein, später mit Tieren zu arbeiten“, sagt Nadine Lang, die eigentlich schon immer einen derartigen Beruf ergreifen wollte. Nach ihrem Abitur hatte sie vor, Tiermedizin zu studieren. Um Wartesemester und praktische Erfahrung zu sammeln, absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten in einer Kleintierpraxis. Diese Erfahrung brachte sie vom Tiermedizinstudium schließlich ab: „Ich habe gemerkt, dass das nicht mein Traumberuf ist. Man kümmert sich oft mehr um Frauchen und Herrchen als um das Tier – das wollte ich nicht“, erinnert sich die 24-Jährige.

Hart umkämpfte Ausbildungsstellen

Ein Porträt-Foto von Nadine Lang.

Nadine Lang

Foto: privat

Gleich im Anschluss an ihre erste Ausbildung bewarb sich Nadine Lang daher beim Tiergarten Nürnberg um eine Ausbildungsstelle als Tierpflegerin der Fachrichtung Zoo. Neben dieser Fachrichtung können angehende Tierpfleger sich auch für die Fachrichtungen Tierheim und Tierpension oder Forschung und Klinik bewerben. „Mich hat die Arbeit im Zoo am meisten gereizt. Allerdings sind die Ausbildungsstellen hart umkämpft, da es mehr Bewerber als Ausbildungsplätze gibt“, erläutert die Auszubildende.

Während ihrer Ausbildung durchläuft die angehende Tierpflegerin verschiedene Stationen im Zoo. „Wir haben insgesamt acht Reviere mit unterschiedlichen Tiergruppen. Alle 30 Tage wechsle ich von einem Revier ins nächste und lerne so den Umgang mit den jeweiligen Tieren“, erklärt sie.

120 Tierarten in- und auswendig kennen

Den schulischen Teil ihrer Ausbildung absolviert Nadine Lang in Form von Unterrichtsblöcken von je einer bis drei Wochen Dauer. Innerhalb von drei Jahren lernen die angehenden Tierpfleger alles rund um Anatomie, tierartgemäße Körperpflege, Fortpflanzung und Zucht, den Transport sowie die Versorgung kranker Tiere. „Insgesamt geht es um rund 120 Tierarten, deren Herkunft, Haltung, Fütterung und Gesundheit“, sagt Nadine Lang. „Außerdem stehen Fächer wie Sozialkunde, Religion, Deutsch, Sport, Betriebsprozesse und Öffentlichkeitsarbeit auf dem Lehrplan.“ Zusätzlich zur Berufsschule haben die Auszubildenden einmal wöchentlich Theorieunterricht im Zoo.

Als Tierpflegerin steht man in direktem Kontakt mit den Tieren und stellt sicher, dass ihnen auch abseits der Wildnis ein artgerechtes und angenehmes Leben ermöglicht wird. Hierfür schaut sich die Auszubildende morgens bei der Fütterung jedes Tier genau an. „Allerdings besteht ein sehr großer Teil meiner Arbeit darin, Ställe und Gehege sauber zu machen und auszumisten – das ist körperlich anstrengend“, berichtet Nadine Lang.

Arbeiten unter freiem Himmel

Zu ihren Aufgaben gehört auch die wöchentliche Bereitstellung der Futtertiere für die Fleischfresser unter den Zoobewohnern. „Einige Tiere müssen regelmäßig mit frischen Futtertieren versorgt werden, damit sie gesund bleiben. Wir verfüttern beispielsweise Mäuse und Ratten, die wir zuvor mit CO2 begasen“, erklärt Nadine Lang, die sich trotz ihrer Tierliebe der Notwendigkeit dieser Arbeit bewusst ist.

Um dem Bildungsauftrag des Zoos gerecht zu werden, sind die Tierpfleger auch in die Öffentlichkeitsarbeit involviert, klären Besucher auf und kommentieren Fütterungen. „Zoogäste erfahren so beispielsweise, warum der Humboldtpinguin als gefährdet eingestuft ist“, erzählt Nadine Lang.

Wer sich für eine Tierpfleger-Ausbildung interessiert, sollte neben einer grundsätzlichen Begeisterung für Tiere die Bereitschaft mitbringen, auch bei Wind, Regen und Schnee draußen zu arbeiten. „Man ist eigentlich immer unter freiem Himmel. Außerdem sollte einem klar sein, dass man mit Wildtieren arbeitet, die teilweise gefährlich sind – dabei ist die Einhaltung von Sicherheitsregeln sehr wichtig“, gibt Nadine Lang zu bedenken. Nach ihrem Abschluss möchte die 24-Jährige gern weiterhin als Tierpflegerin in einem Zoo arbeiten.

Hier geht´s zu „So kann ein Arbeitstag aussehen" >>

abi>> 20.03.2018