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Detektivischer Spürsinn im Labor

Jemand zeigt auf eine Mikroskopaufnahme, die auf einem Labor-Computer zu sehen ist.
Veterinärmedizinisch-technische Assistenten beschäftigen sich unter anderem mit der Anatomie, Physiologie oder Mikrobiologie von Lebewesen.
Foto: Christof Stache

Veterinärmedizinisch-technischer Assistent

Detektivischer Spürsinn im Labor

Durch die Ausbildung zum Veterinärmedizinisch-tech­nischen Assistenten bieten sich Simon von Butler (21) viele berufliche Perspektiven – von der Analysearbeit im Labor bis zur Arbeit am lebenden Tier.

Ein Schülerpraktikum bei einem Tierarzt brachte Simon von Butler auf die Idee, später einen Beruf im tiermedizinischen Bereich zu ergreifen: „Ich war 14 Jahre alt und habe die Arbeit mit Klein- und Großtieren beobachten können – das hat mich sehr beeindruckt.“

Nach dem Abitur bewarb er sich für ein Studium der Tiermedizin, hat jedoch leider aufgrund der anspruchsvollen Zulassungsvoraussetzungen keinen Studienplatz bekommen. Dann wurde er auf die Ausbildung zum Veterinärmedizinisch-technischen Assistenten (VMTA) aufmerksam: „Für mich ist diese Ausbildung die perfekte Alternative – gerade wegen des Schwerpunkts auf der Laborarbeit.“

Schulische Ausbildung ergänzt um Praktika

Ein Porträt-Foto von Simon von Butler.

Simon von Butler

Foto: privat

Beworben hatte sich der Abiturient an der Lehranstalt für Veterinärmedizinisch-technische Assistenten an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. „Neben meinem Abiturzeugnis und meinem Lebenslauf musste ich ein Motivationsschreiben einreichen“, berichtet der Auszubildende, der sich mittlerweile im zweiten Ausbildungsjahr befindet. Mit insgesamt neun Mitschülern ist sein Jahrgang relativ klein. Die meisten seiner Mitschüler haben Abitur, das für die Aufnahme der Ausbildung aber nicht zwingend ist.

Die schulische Ausbildung orientiert sich stark am Lehrplan der Hochschule: „Wie das Tiermedizinstudium ist auch unsere Ausbildung in Semester unterteilt. In der vorlesungsfreien Zeit absolvieren wir Praktika“, erklärt Simon von Butler.

Von Anatomie bis Zytologie

Die ersten beiden Semester bestehen aus Einführungsveranstaltungen in Fächern wie Chemie, Physik, Biologie und Mathematik. „Außerdem stehen unter anderem Anatomie, Physiologie, Hygiene, Mikrobiologie und Hämatologie auf dem Lehrplan“, führt Simon von Butler aus. Im dritten Semester kommen Fächer wie Lebensmittel- und Milchkunde, Biochemie, Parasitologie, Mikrobiologie, Virologie, Spermatologie, Zytologie und weitere hinzu.

Während der Laborpraktika arbeiten sich die Auszubildenden innerhalb und außerhalb der Hochschule vertieft in verschiedene Teilbereiche ein. Im fünften Semester absolvieren die Azubis ein siebenmonatiges Betriebspraktikum. Simon von Butler möchte dies entweder in der Klinik für kleine Klauentiere in Hannover oder im Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit absolvieren. Vor der Abschlussprüfung am Ende des sechsten Semesters stehen Wiederholungen an. „Die Prüfung erfolgt schriftlich und je nach Fach auch praktisch und mündlich“, weiß Simon von Butler.

Zusammenhänge suchen und erkennen

Die Ausbildung zum Veterinärmedizinisch-technischen Assistenten beinhaltet sehr viel Arbeit im Labor. „Wir bereiten Gewebeschnitte vor und führen Analysen durch. Da geht man fachlich sehr in die Tiefe und hinterfragt genau – das macht mir großen Spaß“, sagt der 21-Jährige. Hierbei kommen die Auszubildenden nicht ohne detektivisches Gespür aus: „Man muss Zusammenhänge suchen und erkennen, um beispielsweise Ursachen für Erkrankungen auf den Grund zu gehen.“

Wie seine berufliche Zukunft aussieht, weiß Simon von Butler noch nicht genau: „Ich könnte mir gut vorstellen, nach meinem Abschluss in einem Forschungslabor oder in einer Klinik zu arbeiten, um näher am Tier zu sein, zum Beispiel in einer Pferdeklinik. Sollte ich doch noch ein Studium der Tiermedizin ins Auge fassen, habe ich durch die Ausbildung zum VMTA in jedem Fall wertvolle Pluspunkte für die Studienzulassung gesammelt.“

Hier geht´s zu „So kann ein Arbeitstag aussehen" >>

abi>> 26.03.2018