Die Arbeit mit Behinderten macht Matthias Sixt besonders viel Spaß.
Foto: WillmyCC Studios
Seine Klasse besteht zu einem Drittel aus männlichen Azubis. Unterrichtet wird neben Fächern wie Deutsch, Psychologie oder Soziologie beispielsweise auch Psychiatrie. Hier erfahren die Azubis etwa, wie Drogen Jugendliche beeinflussen, während es im Fach Sport zum Beispiel darum geht, wie man Rollstuhlfahrer beim Thema Trampolin mit einbeziehen kann. Neben dem Unterricht in der Berufsfachschule muss Matthias Sixt 640 Praktikumsstunden pro Ausbildungsjahr leisten. Unterricht und Praxis finden im wöchentlichen Wechsel statt.
Verantwortungsvolle Betreuung
In seiner ersten Praxisphase war er in einer Wohngruppe mit Jungen im Alter von vier bis 17 Jahren im Cabrini-Haus tätig. Von Anfang an ging er auf die behinderten Kinder zu. „Es gibt jedoch kein Schlüsselschema, das man auf jedes Kind anwenden kann. Manche sind introvertiert, andere kontaktfreudig.“ Seine eigenen Vorschläge konnte Matthias Sixt jederzeit einbringen, beispielsweise nahm er sie zum Bauernhof seiner Großeltern mit, damit sie einmal mit einem Traktor fahren können. „Ein Kind war total auf Landwirtschaft fixiert. Mit ihm bin ich auch nach der Arbeit noch Bulldog gefahren.“ Die Überstunden nahm er gern in Kauf: „Du bekommst von den Kindern immer etwas zurück, auch wenn es nur ein Lachen ist. Man fühlt sich in seiner Arbeit bestätigt und vergisst den Stress“, erzählt er.
Besonders begeistert waren die Kinder von den Fahrradtouren zum Einkaufszentrum. Für den angehenden Heilerziehungspfleger hingegen bedeuteten diese Ausflüge vor allem eins: Verantwortung. Schließlich könne es immer passieren, dass ein Kind auf die Straße laufe. Dennoch resümiert er: „Die Erfahrung im Cabrini-Haus möchte ich auf keinen Fall missen“.
Im zweiten Ausbildungsjahr verbringt Matthias Sixt die Praktikumszeiten nun in der Prälat-Michael-Thaller-Schule in Abensberg. Dieses sonderpädagogische Förderzentrum umfasst sowohl eine Schule als auch eine Tagesstätte – und Matthias hilft in beiden Teilen der Einrichtung bei der Betreuung der Kinder. Nach der Ausbildung möchte er ein soziales Studium anschließen. Und er empfiehlt jedem, der sich für dieses Berufsfeld interessiert, ein freiwilliges soziales Jahr zu machen, um zu sehen, ob er dafür geeignet ist: „In meinem Fall sind zum Beispiel Interesse für die Kinder und Spaß am Umgang mit ihnen sehr wichtig, damit man sie – in schulischen ebenso wie in lebenspraktischen Bereichen –sinnvoll unterstützen kann.“






