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Pflanzen unter der Lupe

Jemand teilt mit Skapell Keimlinge, um diese in ein Nährmedium einzusetzen.
Agrartechnische Assistenten suchen im Labor Antworten auf agrarwissenschaftliche Fragen.
Foto: Karsten Socher

Agrartechnischer Assistent

Pflanzen unter der Lupe

Wer glaubt, Pflanzen seien langweilig, den belehrt Matthias Kruck schnell eines Besseren. Der 21-Jährige ist Auszubildender zum agrartechnischen Assistenten und beschäftigt sich im Labor zum Beispiel mit der Nutzung von DNA für neue Züchtungen.

Aus welchen Bestandteilen setzen sich bestimmte pflanzliche Lebens- und Futtermittel zusammen? Befinden sich im Boden oder Wasser unerwünschte Substanzen wie Schwermetalle? Wie können Pflanzen gegen bestimmte Krankheiten resistent gemacht werden? Das sind typische Fragen, mit denen sich ein agrartechnischer Assistent (ATA) mit Schwerpunkt Pflanzenbau und Pflanzenanalytik auseinandersetzt. „Wer von diesem Beruf noch nichts gehört hat, denkt meist, dass man auf einem Bauernhof, also in der Landwirtschaft, unterwegs ist. Der Arbeitsplatz eines ATA ist jedoch das Labor“, erklärt Matthias Kruck, der seine Ausbildung am Agrarbildungszentrum in Landsberg am Lech absolviert. Dieses bietet seinen Schülern neben der Pflanzenanalytik zwei weitere Fachrichtungen an: Milchwirtschaft und Lebensmittelanalytik sowie Biotechnologie. Kosten fallen für die Ausbildung hier nicht an, da es sich um eine staatliche Ausbildungsstätte handelt. Private Schulen hingegen erheben meist Lehrgangsgebühren. Die Ausbildung ist landesrechtlich geregelt, daher können sich je nach Bundesland die Berufsbezeichnungen unterscheiden – so ist der Beruf auch unter dem Titel landwirtschaftlich-technischer Assistent bekannt.

Ein Jahr in der Forschungseinrichtung

Ein Porträt-Foto von Matthias Kruck

Matthias Kruck

Foto: Privat

Die Ausbildung zum ATA dauert insgesamt zwei Jahre. Zwölf Monate verbringen die Schüler in der Ausbildungsstätte, zwölf Monate in einem Betrieb. Matthias Kruck hat sein Praktikum im vergangenen Jahr am Forschungsinstitut für Obstbau an der TU München Weihenstephan absolviert und ist begeistert: „Diese Zeit war sehr lehrreich und ich konnte einen umfangreichen Einblick in die Strukturen und Abläufe in einem Labor nehmen.“ Dort hat er zum Beispiel die Inhaltsstoffe von Zwetschgen mithilfe eines technischen Verfahrens, das sich Hochleistungsflüssigkeitschromatographie nennt, untersucht. Ein weiteres künstliches Verfahren, mit dem sich der 21-Jährige beschäftigt hat, ist die sogenannte Polymerase-Kettenreaktion, mit der DNA-Abschnitte der Zwetschgen vervielfältigt werden können. Ziel ist die Entwicklung von Neuzüchtungen, die gegen bestimmte Viren resistent sind.

Im Klassenraum und im Labor

In Landsberg durchlaufen die Schüler ein straffes Programm aus theoretischem Unterricht und Arbeiten im Labor. Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Chemie, Mathematik, Mikrobiologie, Physik und EDV. Hinzu kommen zehn Wochenstunden Unterricht in der gewählten Fachrichtung. „Das Tolle an der Ausbildung ist der hohe Praxisanteil. In kleinen Gruppen experimentieren wir in den schuleigenen Labors schon wie die Profis. Jeder hat dort seinen Platz und es stehen uns viele Hightech-Geräte zur Verfügung, zum Beispiel, um Pflanzen-DNA zu isolieren und zu analysieren“, freut sich Matthias Kruck. Die Ausbildung macht ihm großen Spaß und in Landsberg fühlt er sich gut aufgehoben. Die Betreuung durch die Lehrer sei sehr intensiv, aber stets auf Augenhöhe, und dadurch, dass er im angegliederten Wohnheim (Kostenpunkt: 310 Euro im Monat) lebt, hat er schnell Kontakt zu anderen Auszubildenden schließen können.

Bestens gerüstet für den Job

„Man sollte Interesse an den Fächern Chemie und Biologie mitbringen und handwerklich geschickt sein“, meint der angehende ATA. Auch sollte man offen auf andere zugehen, denn Laborarbeit heißt auch Teamarbeit. Für die Ausbildung selbst braucht es Durchhaltevermögen. „Da wir nur vier Monate vor und sieben Monate nach dem Praktikum an der Schule sind, müssen wir uns in dieser Zeit viel Wissen und praktische Fähigkeiten aneignen. Auf die faule Haut legen kann man sich definitiv nicht, aber die Anstrengungen lohnen sich“, sagt Matthias Kruck, der bereits eine Jobzusage in der Tasche hat. Ab September wird er beim Umweltinstitut synlab in Augsburg arbeiten.

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abi>> 08.09.2015

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