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Von Spermatologie bis Qualitätskontrolle

Eine junge Frau untersucht im Labor Blutproben von Schafen
Agrarwirtschaftlich-technische Assistenten lernen ein breites Spektrum an Aufgaben kennen: von der Untersuchung von Proben bis hin zu Fächern wie Tierzucht.
Foto: Frank Pieth

Agrarwirtschaftlich-technische Assistentin

Von Spermatologie bis Qualitätskontrolle

Wie sieht das Sperma eines Rinds aus? Ein Thema, das viele Menschen sicher zwischen „betrifft mich nicht“ und „eklig“ einstufen. Carolin Meyer hat jedoch keine Berührungsängste. Die 21-Jährige absolviert eine zweijährige schulische Ausbildung zur agrarwirtschaftlich-technischen Assistentin mit Schwerpunkt Tierproduktion.

Vor Kurzem betrachtete die Schülerin im Laborpraktikum die Ejakulate verschiedener Nutztiere unter dem Mikroskop, verglich sie und prägte sich wichtige Erkennungsmerkmale ein.

Zunächst eignete sich die Auszubildende im Blockunterricht an der Albrecht-Thaer-Schule in Celle theoretische Grundlagen an. Darauf folgte dann die Praxisphase, die meist aus zwei sechsmonatigen Praktika bei unterschiedlichen Firmen oder Institutionen besteht.

Das Laborpraktikum gehört zum theoretischen Teil ihrer Ausbildung. In ihrem Praxisjahr hatte sich Carolin Meyer bereits mit Spermatologie beschäftigt. Im ersten Halbjahr war sie in einer Firma für Rinderzucht tätig gewesen, wo im Labor Rindersperma qualitativ beurteilt wurde. Das zweite Halbjahr hatte sie in der Qualitätskontrolle eines Unternehmens verbracht, das Kartoffeln und Erbsen verarbeitete. „Ich fand das so interessant, dass es meinen vorhandenen Studienwunsch noch verstärkt hat. Ich weiß jetzt genau: Ich möchte nach meinem Abschluss ein Studium im Bereich der Biotechnologie aufnehmen“, erklärt die 21-Jährige.

Berufserfahrung dank Praktika

Ein Porträt-Foto von Carolin Meyer.

Carolin Meyer

Foto: privat

Auch die Ausbildung hat Carolin Meyer schon mit Blick auf ein künftiges Studium ausgewählt: „Ich habe mich nach meiner Fachhochschulreife für diesen Beruf entschieden, weil er mir das naturwissenschaftliche Basiswissen und die Arbeitstechniken vermittelt, die ich für ein Studium dieser Fachrichtung brauche. Hinzu kommt die Berufserfahrung, die man in den Praktika erwirbt. Zudem findet man mit dieser Ausbildung leichter eine Stelle in einem Labor, wo man während der Semesterferien arbeiten kann“, begründet sie ihre Wahl. Seit Sommer 2016 lernt Carolin Meyer, die aus Neuenhaus an der holländischen Grenze stammt, ihren Beruf und wohnt deshalb von montags bis freitags in einer WG in Celle. Im Sommer 2018 wird sie ihren Abschluss machen.

Wichtige Arbeitstechniken erlernen

Nach dem Praxisjahr schließt sich der zweite Theorieblock an, der die Schüler auf die Abschlussprüfung vorbereitet. „In diesem Ausbildungsabschnitt befinde ich mich gerade. Wir tauschen uns über unsere Praxiserfahrungen aus und bringen unsere Erfahrungen in den Unterricht ein“, erzählt Carolin Meyer. Unterrichtet wird sie in berufsübergreifenden Fächern wie Englisch, Deutsch, Politik, Informationsverarbeitung oder Chemie. Hinzu kommen berufsbezogene Fächer wie Versuchswesen, Tierernährung, Tierzucht, Tierhygiene, Biologie und Mikrobiologie.

„Zusätzlich erlernen wir in der Schule bei den chemischen, biologischen und mikrobiologischen Laborpraktika wichtige Arbeitstechniken, etwa wie man Proben nimmt, mikroskopiert oder Protokoll führt. All das werde ich auch im Studium brauchen“, betont die junge Frau.

Wer sich wie sie zur agrarwirtschaftlich-technischen Assistentin – der Beruf ist auch bekannt unter der Bezeichnung landwirtschaftlich-technische/r Assistent/in – ausbilden lassen möchte, sollte sich ihrer Meinung nach für naturwissenschaftliche Fächer interessieren sowie gern im Labor und mit Tieren arbeiten. Und wer sich für Rindersperma nicht begeistern kann, für den hält die Ausbildung viele weitere Untersuchungsgegenstände bereit.

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abi>> 08.05.2018

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