Zwischen Büro und Baustelle

Verschiedene Utensilien für die Arbeit als Bauzeichner
In der Praxis erstellen Bauzeichner die Pläne meist nur noch am Computer. An der Berufsschule lernen sie aber auch das technische Zeichnen von Hand, um schnelle Skizzen anfertigen zu können.
Foto: Dörfel & Dörfel Fotodesign

Bauzeichnerin

Zwischen Büro und Baustelle

Bevor ein Gebäude neu errichtet oder umgebaut werden kann, müssen zunächst detaillierte Entwurfsskizzen angefertigt werden. Auf dieser Basis realisieren alle Baubeteiligten das Objekt. Svenja Rölecke (18) lernt in ihrer Berufsausbildung zur Bauzeichnerin, wie man solche bautechnischen Zeichnungen von Gebäuden erstellt.

Direkt nach dem Abitur hat Svenja Rölecke mit ihrer Ausbildung bei der Gruber Unternehmensgruppe in Rötz begonnen. „Ich habe mich schon immer für Architektur interessiert, wollte dabei aber auch sehen, wie meine Pläne umgesetzt werden und das Ganze wirklich in der Hand haben“, sagt sie. „Da bin ich auf das Berufsbild des Bauzeichners gestoßen, das eine umfassende Ausbildung garantiert. Bisher gefällt es mir sehr gut“, berichtet sie.

Die 18-Jährige befindet sich im ersten Jahr ihrer Ausbildung. „In dem Ausbauunternehmen durchlaufen Auszubildende drei Schwerpunkte. Das sind Kalkulation, Beschaffung und Bauleitung. So bekommen die Auszubildenden von jedem Bereich etwas mit.“ Aktuell ist sie im Bereich Kalkulation tätig. „Hier geht es um Kostenberechnungen, die für verschiedene Gebäude erstellt werden müssen sowie um die Auftragsbeschaffung“, erklärt sie.

Zeichnen und Rechnen

Ein Porträt-Foto von Svenja Rölecke

Svenja Rölecke

Foto: Lena Höcherl

In der Berufsschule beschäftigt sich die Auszubildende bereits mit Lernfeldern aus dem ersten und zweiten Jahr. „Das liegt daran, dass ich die Ausbildungszeit von drei auf zwei Jahre verkürze“, sagt Svenja Rölecke. „Für Auszubildende mit Abitur besteht diese Möglichkeit.“

Berufsschule hat die Auszubildende an zwei Tagen pro Woche, an den anderen Tagen ist sie im Büro oder auf der Baustelle. Die Inhalte, die im Unterricht vermittelt werden, sind in Lernfelder unterteilt. „Ein Lernfeld ist zum Beispiel die Konstruktion von Stahlbetonbalken: Da geht es darum, wie ein Balken konstruiert sein muss, damit er eine Wand trägt und wir lernen, wie man das berechnet“, führt die angehende Bauzeichnerin aus. „Weitere Lernfelder sind zum Beispiel die Erschließung von Baugrundstücken, das Entwerfen eines Dachtragwerks oder die Konstruktion von Treppen. Was wir vermittelt bekommen, ist bei den meisten Feldern eine Kombination aus Zeichnen und Rechnen.“ Dazu kommen Themen wie Modellbau oder Baurecht. „Mittlerweile werden die Baupläne in der Praxis nur noch mithilfe von Computerprogrammen erstellt“, weiß sie. „Aber in der Berufsschule lernt man auch das klassische, technische Zeichnen von Hand für schnelle Skizzen.“

Bauzeichner sind Multitalente

Regulär findet nach eineinhalb Jahren Ausbildungszeit die Zwischenprüfung statt. Bei Svenja Rölecke ist diese durch die verkürzte Ausbildungszeit ebenfalls vorgezogen. Dabei gibt es einen schriftlichen Teil, in dem Fachwissen geprüft wird, und einen praktischen Teil. „Der praktische Bereich ist dreigeteilt“, sagt die 18-Jährige. „Hier muss man zum einen mit einem sogenannten CAD-Programm (Computer-Aided Design) Baupläne zeichnen. Die beiden anderen Aufgabenfelder sind Mathematik – beispielsweise Flächen- und Materialberechnungen – und Technologie.“ Die Abschlussprüfung zum Ende der Berufsausbildung ist ähnlich aufgebaut.

In Zukunft möchte Svenja Rölecke weiter in einem Bauunternehmen arbeiten. Hier gibt es für Bauzeichner viele verschiedene Einstiegsmöglichkeiten: in der technischen Assistenz, der Kalkulation oder Abrechnung. Sie könnte sich auch vorstellen, eine leitende Funktion zu übernehmen. „Ich strebe auch noch einen Studienabschluss im Bauingenieurwesen an“, ergänzt sie.

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Bauzeichnerin

Typischer Tagesablauf

Während ihrer Ausbildung bei der Gruber Unternehmensgruppe in Rötz durchläuft Svenja Rölecke verschiedene Abteilungen. Für abi>> skizziert die 18-Jährige einen typischen Arbeitsalltag im Bereich Kalkulation.

7 Uhr

Svenja Röleckes Arbeitstag beginnt. Sie ist gerade im Bereich Kalkulation eingeteilt. Hier kann sie viel von ihren erfahreneren Kollegen lernen und zuschauen, wie Kostenkalkulationen für verschiedene Gebäude erstellt werden.

9.30 Uhr

Die Auszubildende aktualisiert und erstellt Preisübersichten. Das vereinfacht den Kalkulationsprozess. Anschließend stellt sie selbstständig mehrere Angebotsmappen zusammen.

10.30 Uhr

Am Nachmittag steht ein Termin an, für den die 18-Jährige Vorbereitungen treffen muss. Sie druckt Pläne aus, faltet sie und packt das Angebot ein, in dem alle Leistungen zusammengefasst sind, die mit dem Auftraggeber vereinbart wurden. Anschließend aktualisiert sie den Bauzeitenplan und organisiert ein Firmenfahrzeug.

12 Uhr

Zeit für die Mittagspause

12.45 Uhr

Am Nachmittag begleitet die angehende Bauzeichnerin ihren Kollegen, einen erfahrenen Bauleiter, auf zwei Baustellen in München.

14.15 Uhr

In einer Schule haben die Ausbauarbeiten gerade begonnen. Bei einer Besprechung mit Architekt, Auftraggeber und allen anderen Baubeteiligten wird geklärt, wo Material angeliefert und gelagert werden kann. Bei einem Baustellenrundgang wird geklärt, was zu erledigen ist.

14.45 Uhr

Auf der zweiten Baustelle beginnen die Arbeiten erst in einer Woche, aber Svenja Rölecke und ihre Kollegen zeichnen im Rohbau schon einmal an, wo später welche Wände und Decken angebracht werden können.

15.30 Uhr

Auf dem Weg nach Hause ist Zeit, ein paar Fragen zu stellen. Vieles war heute neu für die Auszubildende und ihr Kollege erklärt ihr gerne, was sie wissen will.

16.45 Uhr

Zurück an ihrem Arbeitsplatz bereitet Svenja Rölecke das Gespräch auf der Baustelle vom Nachmittag nach und dokumentiert alle Einzelheiten.

17 Uhr

Feierabend

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Stand: 25.08.2019