Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Damit in Gebäuden das Licht angeht

Stromkabel über Putz
In seiner Ausbildung kümmert sich Simon Fiedler darum, dass alle Systeme und Geräte in einem Haus mit Strom versorgt werden.
Foto: Martin Rehm

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik

Damit in Gebäuden das Licht angeht

Ohne Elektrik läuft in einem modernen Haus nichts. Ob Licht, Heizung oder Internet, hier sind Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik gefragt. Sie planen, installieren und warten die dafür notwendigen elektrischen Systeme und Geräte. Genau das ist das Berufsziel von Simon Fiedler (19). Im Team zu arbeiten und jeden Tag zu sehen, wie seine Arbeit vorangeht, ist genau das, was er nach dem Abitur braucht.

Die Arbeit ist oft anstrengend, aber jeden Abend sehe ich, was ich geschafft habe, und ich habe tolle Kollegen. Wir sind ein super Team, die Ausbildung gefällt mir richtig gut“, erzählt Simon Fiedler, Auszubildender bei Bauer Elektroanlagen Süd GmbH & Co. KG im oberbayerischen Buchbach. Als Abiturient ist er 2018 gleich ins zweite Lehrjahr seiner Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik gestartet.

Den Löwenanteil seiner Ausbildungszeit verbringt Simon Fiedler auf Baustellen. „Wir fahren oft nach München auf die Großbaustelle. Dort machen wir Hausinstallationen, montieren Beleuchtungen, bauen Steckdosen ein, verlegen Kabel für Datentechnik und bauen Verteilungen“, sagt er. ("So sieht ein Tag auf der Baustelle aus") Dabei arbeitet er zusammen mit Berufserfahrenen und anderen Auszubildenden. „Wir arbeiten immer im Team, alleine kann man das nicht machen. Die Gesellen erklären uns Auszubildenden, wie wir unsere Aufgaben am besten anpacken und schauen uns dann auch immer wieder über die Schulter. Und wenn etwas falsch ist, erklären sie uns, wie es richtig geht.“

Wechsel von Berufsschule und Großbaustelle

Ein Porträt-Foto von Simon Fiedler

Simon Fiedler

Foto: privat

Nach zwei Wochen im Betrieb hat der angehende Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik eine Woche Blockunterricht in der Berufsschule. „Im theoretischen Unterricht lernen wir vor allem, Dinge zu berechnen“, sagt der 19-Jährige. Zum Beispiel im Fach System- und Gerätetechnik. Neben den dafür notwendigen Formeln lernt Simon Fiedler aber auch Vieles durch Versuche. Ganz wichtig ist auch die Steuerungstechnik. Hier werden verschiedene elektrische Schaltungsarten anhand von Zeichnungen und Bauweisen vermittelt. In Installations- und Energietechnik (IE) geht es dagegen um Richtlinien und Rechtliches, in Steuerungstechnik und Motoren um Aufbau und Funktionsweise von Elektromotoren. Auch Sozialkunde ist ein Unterrichtsfach der Berufsschule.

Zusätzlich zum Block-Berufsschulunterricht besucht Simon Fiedler überbetriebliche Schulungen der Handwerkskammer. Diese sind sehr praxisnah aufgebaut und bereiten ihn auf seine Aufgaben auf der Baustelle vor. Anders als die ergänzenden internen Schulungen, die sein Ausbildungsbetrieb für ihn und seine neun Azubi-Kollegen im zweiten Ausbildungsjahr anbietet. In zehn Modulen werden prüfungsrelevante Themen aus der Berufsschule aufgegriffen, wiederholt und anhand von Rechenbeispielen vertieft. „Wir zeichnen zum Beispiel Pläne oder bauen in unserer Lehrwerkstatt Steuerungen und Installationen praktisch auf“, erzählt er.

Nach dem Abi das Arbeitsleben kennenlernen

Wenn er nicht in der Berufsschule ist und auch nicht auf der Baustelle, lernt Simon Fiedler das Unternehmen kennen: „Wir Azubis gehen durch alle Abteilungen: Kalkulation, Planung, Projektkostenkontrolle und Einkauf. So lernen wir, wie ein Projekt zustande kommt und was bei einem Großprojekt alles zu beachten ist“, zählt er auf.

Simon Fiedler hat sich nach dem Abitur bewusst für seine Ausbildung entschieden. „Ich brauchte nach der Schule neue Herausforderungen. Ich wollte erstmal das Arbeitsleben erfahren und mein eigenes Geld verdienen“, erzählt er. In der Schule hatte er seinen Lernschwerpunkt in Mathematik und Physik, so dass ein technischer Beruf nahe lag. Ein Schulpraktikum im mechatronischen Bereich ergänzte er mit zwei freiwilligen Praktika. Das letzte Praktikum absolvierte er bei seinem jetzigen Arbeitgeber.

Auf dem Weg zu einer verantwortungsvollen Position

„Die Bewerbung war unkompliziert. Ich habe mich schriftlich beworben und wurde gleich zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Weil ich Abitur habe, durfte ich direkt im zweiten Ausbildungsjahr starten“, erzählt Simon Fiedler. Zum Ende hin hat er noch einmal die Möglichkeit, um ein halbes Jahr zu verkürzen, so dass er nach zwei anstelle von dreieinhalb Jahren Elektroniker-Geselle werden kann.

Was er macht, sobald er seinen Gesellenbrief in der Hand hat, weiß Simon Fiedler noch nicht. „Weil ich Abitur habe, stehen mir viele Wege offen. Auf jeden Fall möchte ich meinen Meister oder den Techniker machen und irgendwann eine verantwortungsvolle Position übernehmen.“

So sieht ein Tag auf der Baustelle aus >>

abi>> 27.05.2019