Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Roboter zum Laufen bringen

Elektroniker beim Löten
Eine ruhige Hand und ein gutes Auge sind für viele Tätigkeiten, die Elektroniker ausüben, wichtig.
Foto: Frank Pieth

Elektronikerin für Geräte und Systeme

Roboter zum Laufen bringen

Im Physikunterricht entdeckte Saskia Lahnor ihr Interesse für Elektrotechnik. Nun absolviert die 19-Jährige eine Ausbildung zur Elektronikerin für Geräte und Systeme bei B. Braun am Standort Melsungen.

Schraubenschlüssel, Spannungsmesser und Dioden wurden Saskia Lahnor nicht in die sprichwörtliche Wiege gelegt. Dass sie sich für Themen rund um Elektrotechnik begeistern kann, stellte sie erst zwei Jahre vor ihrem Abitur fest. „Außerdem habe ich immer wieder von den guten Arbeitsmarktchancen in dieser Branche gelesen. Das bestärkte mich in meinem Entschluss, eine Ausbildung zur Elektronikerin für Geräte und Systeme zu beginnen“, erinnert sie sich.

Mittlerweile befindet sich die 19-Jährige im zweiten Ausbildungsjahr bei B. Braun. Das Unternehmen stellt medizintechnische Produkte her, unter anderem für Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte. Praktische Erfahrungen sammelt die Auszubildende im firmeninternen Ausbildungszentrum. „Zusätzlich durchlaufen wir verschiedene Abteilungen des Unternehmens, wie die Elektromontage oder die Inbetriebnahme“, berichtet sie.

Schritt für Schritt zum fertigen Produkt

Ein Porträt-Foto von Saskia Lahnor

Saskia Lahnor

Foto: privat

Als angehende Elektronikerin lernt Saskia Lahnor zum Beispiel, wie man elektrische Betriebsmittel und Anlagen auf Sicherheit prüft. Dies können etwa Schalter, Monitore oder Bauelemente sein. Außerdem lernt sie, wie sie selbst Schaltungen aufbauen kann. „Neulich erhielten wir den Arbeitsauftrag, einen automatischen Werksführer zu bauen. Das ist ein kleiner Roboter, der mit Sensoren auf einer Linie fahren kann, selbst erkennt, wann er sie verlässt, und automatisch gegenlenkt. Dafür durften wir alle Hilfsmittel benutzen, die uns das Ausbildungszentrum bietet“, erzählt sie.

Schritt für Schritt führen die nach und nach anspruchsvoller werdenden Arbeitsaufträge die Auszubildenden dahin, eigenständiger zu agieren. „So lernt man immer dazu“, sagt die angehende Elektronikerin. Noch folgen sie dabei den Vorstellungen der Ausbilder, später werden sie sich vor allem nach den Wünschen der Kunden richten. „Deshalb sollte man als Elektroniker relativ selbstständig Projekte nach diesen Vorgaben realisieren können. Am Ende muss ein einwandfreies und vor allem sicheres Produkt stehen“, betont Saskia Lahnor. „Als Elektronikerin muss ich die elektrische Sicherheit von Betriebsmitteln beurteilen können. Im schlimmsten Fall könnte jemand durch ein unsicheres Gerät verletzt oder sogar getötet werden.“

Theorie und Praxis aufeinander abgestimmt

Die theoretischen Grundlagen erlernt Saskia Lahnor im Blockunterricht an der Berufsschule. Wobei „Theorie“ ihrer Meinung nach nicht das richtige Wort ist: „Der Unterricht ist relativ praxisbezogen. So behandeln wir in Englisch zum Beispiel fast dieselben Themen wie in den fachtheoretischen Fächern. Dabei erweitern wir unser Vokabular und festigen zusätzlich unser Verständnis der Materie.“ Auch Religion, Sport sowie Politik und Wirtschaft gehören zu den Pflichtfächern in der Berufsschule.

Wer seine Ausbildung bei B. Braun erfolgreich abschließt, wird in der Regel vom Unternehmen übernommen. Saskia Lahnor möchte aber voraussichtlich einen anderen Weg gehen: Sie plant, Elektrotechnik zu studieren. „Es gäbe aber die Option, bei B. Braun als Werkstudentin zu arbeiten. Eine tolle Möglichkeit, neben meinem Studium Geld zu verdienen.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 08.06.2017