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Vom Computer bis in den Schaltschrank

Bildschirm mit Quellcode einer Internetseite
Die Automatisierung innerhalb der Industrie erfordert spezielle Fachkenntnisse in den Bereichen Informatik und Programmierung.
Foto: Martin Rehm

Fachinformatikerin – Systemintegration

Vom Computer bis in den Schaltschrank

Während ihrer Ausbildung zur Fachinformatikerin der Fachrichtung Systemintegration erlangt Nadine Schneider (20) zugleich die Qualifikation als Elektrofachkraft. Eine integrierte Weiterbildung bei der AUDI AG in Ingolstadt macht es möglich – und erweitert den Aufgabenbereich.

Die Automatisierung gehört in der Automobilherstellung längst zum Alltag und schreitet weiter voran – auch bei der AUDI AG. Mit komplexen computergesteuerten Produktionsanlagen werden hier Autos gebaut. „Ich lerne daher zum Beispiel die Programmiersprachen, um Softwareanwendungen zu optimieren und Störungen zu beheben“, erklärt Nadine Schneider. Das Programmieren gehört standardmäßig zur Ausbildung von Fachinformatikern. Doch bei Aufgaben oder Problemen innerhalb des Schaltschranks einer Anlage wäre für sie normalerweise Schluss – der von hier aus gesteuerte Laststromkreis mit hoher Spannung birgt Gefährdungen.

Um hier arbeiten zu dürfen, ist eine Qualifikation als Elektrofachkraft erforderlich. „Deshalb wird mir während meiner Ausbildung zugleich elektrotechnisches Fachwissen vermittelt“, erzählt die Auszubildende. „Ich lerne unter anderem, wie man übergeordnete Systeme mit der Anlagentechnik vernetzt, Kabel für Zuleitungen verlegt und Schaltschränke aufbaut. Nach dem Abschluss kann ich dann vielseitigere Aufgaben übernehmen und darf auch die VDE-Prüfung durchführen, mit der die Sicherheit elektrischer Anlagen getestet wird.“

450 Stunden Elektrotechnik als Plus

Ein Porträt-Foto von Nadine Schneider

Nadine Schneider

Foto: Stefan Sauer

Weil sie sich für IT und Elektrotechnik gleichermaßen interessierte, hatte das gekoppelte Angebot des Automobilherstellers ihr Interesse geweckt. „Mir war auch möglichst viel Praxisnähe wichtig. Darum habe ich mich nach dem Abitur für diese intensive Ausbildung entschieden statt für ein Studium.“ Nadine Schneider gehört zum ersten Abschlussjahrgang dieses Modells, bei dem Audi eine Vorreiterrolle einnimmt. Inzwischen hat sie das dritte und somit letzte Ausbildungsjahr erreicht. Die integrierte Weiterbildung zur Elektrofachkraft läuft parallel und beansprucht insgesamt zusätzlich 450 Stunden. Auf eine Verkürzung der Ausbildung, wie sie ansonsten bei guten Leistungen möglich ist, wird daher verzichtet.

Ihr erstes Ausbildungsjahr verbrachte Nadine Schneider im internen Audi Bildungszentrum, wo ihr die Grundlagen der Elektrotechnik vermittelt wurden. „Darüber hinaus hatten wir einen Metallgrundkurs und weitere Grundlagenkurse wie etwa Pneumatik.“ Seit Beginn des zweiten Ausbildungsjahres befindet sich die 20-Jährige in der betrieblichen Versetzung, hier geht es durch die verschiedenen Instandhaltungen der Abteilungen im Werk Ingolstadt. Drei Monate durfte sie außerdem bei Lamborghini im italienischen Sant’Agata Bolognese mitarbeiten. Dort hat sie unter anderem Apps für das neue Modell „Urus“ getestet.

Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung bieten sich ihr viele Möglichkeiten. „Schließlich stehen mir dann beide Wege offen – IT und Elektrotechnik. Ich möchte aber zunächst gern bei Audi bleiben, weil ich hier beides kombiniert anwenden und in vielen Bereichen der Fahrzeugproduktion arbeiten kann. Mir gefällt der Gedanke, moderne Technologien zu optimieren und dabei zur technischen Entwicklung von Fahrzeugen beizutragen.“

Umfassend qualifiziert

Die Doppelqualifikation macht Absolventen zu gefragten Fachkräften, bestätigt ihr Trainer Patrick Schäffer. „Der Grad der Automatisierung steigt in der Produktion und Instandhaltung stetig“, betont er. „Wir brauchen daher Leute, die eine sehr hohe Affinität zur IT haben und zugleich für Arbeiten an elektrischen Anlagen als ‚Befähigte Person‘ gemäß der DIN VDE 1000-10 eingesetzt werden können. Die Voraussetzung dafür ist eine Weiterbildung zur Elektrofachkraft. Entsprechende Auszubildende können ihre Karriere nach einem erfolgreichen Abschluss bei uns im Unternehmen in spannenden Einsatzgebieten fortsetzen.“

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abi>> 05.02.2018