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Flugzeuge fit machen

Flugzeug wird zum Check in den Hangar gebracht
Bevor die Flugzeuge auf das Rollfeld fahren dürfen, werden sie in regelmäßigen Abständen gewartet und Qualitätschecks unterzogen.
Foto: Martina Striegl

Fluggerätmechaniker

Flugzeuge fit machen

Als angehender Fluggerätmechaniker beschäftigt sich Martin Ströbel (22) den ganzen Tag mit Flugzeugen – und erfüllt sich damit einen Kindheitstraum.

Schon als kleiner Junge kam Martin Ströbel mit der Fliegerei in Berührung, denn sein Vater war Tornadopilot bei der Bundeswehr. „Eigentlich wollte ich auch Pilot werden – oder etwas mit Autos machen“, erinnert sich der Abiturient, „denn auf reine Theorie hatte ich keine Lust.“

Das hat er schnell gemerkt, als er ein Semester lang Mechatronik und Feinwerktechnik studierte. „Die Aussicht, nach dem Studium mehr am Schreibtisch zu sitzen als mit den Händen zu arbeiten, gefiel mir nicht. Daher bewarb ich mich schließlich bei Aero-Dienst in Nürnberg für die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker.“ Mittlerweile ist der 22-Jährige im zweiten Jahr der insgesamt dreieinhalbjährigen Ausbildung.

Instandsetzen von Business-Jets  

In den ersten acht Monaten erlernte Martin Ströbel die Grundlagen der Metallverarbeitung: drehen, fräsen und schweißen. Anschließend begann er seinen Einsatz am Flughafen in Nürnberg. Sein Arbeitgeber Aero-Dienst ist für die Instandsetzung von Business-Jets zuständig. „Etwa alle sechs Monate wechsle ich die Abteilung“, berichtet der Auszubildende. Jede Abteilung bearbeitet ein anderes Flugzeugmodell: Learjet, Hawker, Global, Dornier, Challenger, King Air oder Falcon. „Jeder dieser Flieger ist anders aufgebaut“, erklärt Martin Ströbel. „Die älteren werden noch mechanisch, größtenteils über Stahlseile, betrieben. Da haben Fluggerätmechaniker am meisten zu tun. Die neueren Modelle laufen überwiegend elektronisch. Hier arbeiten wir mit sogenannten Avionikern, die die Elektronik programmieren, Hand in Hand.“

Je nach Zustand eines Flugzeuges dauert die Instandsetzung unterschiedlich lang: Ein Check nach 1.000 Flugstunden ist in der Regel an einem Tag erledigt. Die Inspektion nach zwölf oder 16 Jahren dauert länger, weil das gesamte Flugzeug zerlegt werden muss.

Ist die Instandhaltung erledigt, nimmt ein Prüfer das Flugzeug ab. „Mit dem Ende meiner Ausbildung habe ich auch die Theorie zum CAT-A-Prüfer abgeschlossen“, sagt Martin Ströbel. Nach weiteren zwölf Monaten Berufserfahrung darf er kleinere Dinge am Flieger eigenständig überprüfen. Weitere Lehrgänge, die er anschließend gern absolvieren möchte, um noch mehr Verantwortung übernehmen zu können, sind die zum CAT-B- und CAT-C-Prüfer. Vorstellen kann er sich auch, noch ein flugtechnisches Studium an die Ausbildung anzuhängen, um etwa zum Hallenleiter aufsteigen zu können.

Körperliche Fitness und Teamfähigkeit

Heute steht für den Auszubildenden aber erst einmal die Verlängerung eines Tragflügels an, in den ein neuer Tank eingebaut werden soll. Außerdem müssen die Bremsen des Flugzeugs ausgetauscht werden. Diese Arbeit birgt viele Herausforderungen: „Man muss körperlich fit sein, wenn man zum Beispiel in einen Tank hineinkriechen muss oder auf den Tragflächen herumbalanciert. Höhen- und Platzangst sollte man also nicht haben“, gibt Martin Ströbel zu bedenken.

Teamfähigkeit ist eine weitere persönliche Qualifikation, die bei der gemeinsamen Arbeit an einem Flugzeug wichtig ist. Außerdem sollte man sich gerne mit Mathe und Physik beschäftigen und technisch interessiert sein.

Einmal im Monat fährt Martin Ströbel für eine Woche zur Berufsschule nach Pfaffenhofen an der Ilm und übernachtet dort mit seinen Mitschülern in einer WG. „Es gibt nicht so viele Berufsschulen für Fluggerätmechaniker, daher müssen wir pendeln.“ Das Gelernte nimmt er dann mit zurück nach Nürnberg, um es beim nächsten Einsatz im Flugzeug direkt anzuwenden.

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abi>> 25.07.2018

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