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Leidenschaft fürs Basteln und Tüfteln

Olga Tomashevskaya steht an einem Auto auf der Hebebühne und nimmt einen Radwechsel vor.
Olga Tomashevskayas Berufswunsch war es schon immer an Maschinen rumzuschrauben.
Foto: Privat

KFZ-Mechatronikerin

Leidenschaft fürs Basteln und Tüfteln

"Also Büroarbeit wäre nichts für mich" sagt Olga Tomashevskaya mit Bestimmtheit. Sie mag Menschen, aber Maschinen sind der 23-Jährigen lieber. Derzeit absolviert sie bei der Hans Hanauer GmbH in München ihr letztes Ausbildungsjahr zur KFZ-Mechatronikerin.

Die Leidenschaft fürs Basteln, Schrauben und Friemeln liegt Olga Tomashevskaya im Blut: Ihre Mutter ist Ingenieurin, ihr Vater arbeitete als Dieselmechaniker auf Schiffen. Und kaufte sich, als Olga zehn Jahre alt war, einen Mercedes aus den 1950er Jahren, um ihn wieder herzurichten. „Ich war total beeindruckt, wie mein Vater an Autos geschraubt hat“, erinnert sie sich lächelnd.

Doch zunächst ging der Weg nicht direkt in Richtung KFZ. Nach ihrem Abitur begann die heute 23-Jährige in Russland ein Wasserbauingenieurstudium. Dann zog ihre Mutter nach Deutschland und Olga Tomashevskaya ging mit. Sie machte Sprachkurse und studierte weiterhin in Kaliningrad. Irgendwann entschied sie sich, in Deutschland zu bleiben, aber studieren wollte sie hier nicht. Sie wollte genau wissen, wie alles am Auto funktioniert, warum Teile kaputt gehen und wie sie repariert werden.

Mechanik statt Mobbing

Diese Leidenschaft für Autos und Technik empfindet Olga Tomashevskaya als großen Unterschied zwischen Frauen und Männern: „Wenn Frauen die Ausbildung machen, dann wollen sie genau das werden, Männer probieren sich als KFZ-Mechatroniker eher mal aus.“ Außerdem hat sie das Gefühl, dass Frauen Mechanik und Männer Elektronik bevorzugen. Zumindest ihr sei die Mechanik lieber, grenzt die Auszubildende ein, die mittlerweile viele Aufgaben eigenverantwortlich übernimmt. Außerdem ist sie sich bewusst, dass von ihrer Arbeit Leben abhängen können.

Das Team ist für sie zu einer zweiten Familie geworden. „Unser Meister lässt nicht zu, dass irgendjemand auf der Arbeit gemobbt wird“, erzählt die 23-Jährige. Nur wenn sie Diät halten will und zum Frühstück Buchweizengrütze isst, reagieren ihre Kollegen amüsiert.

Im Januar 2012 schließt Olga Tomashevskaya ihre dreieinhalbjährige Ausbildung ab. Sie will weiter als Mechatronikerin arbeiten und irgendwann vielleicht studieren. Zurzeit fühlt sie sich in ihrer Werkstatt aber richtig wohl: „Wenn ich in der Früh aufstehe, freue ich mich darauf, dass ich zur Arbeit gehen darf.“

abi>> 09.04.2012